Donnerstag, 30. Dezember 2010

Wichtiges zum Jahresende - Pirat beantwortet Fragen

Ahoi zusammen!
Zum Jahresende möchte sich das Tavernenteam nochmal bei allen Gästen bedanken, besonders bei jenen, die Kommentare hinterließen. Ich hoffe mit der breiten Themenwahl einiges Interesse erweckt zu haben. Und auch im neuen Jahr wird sich die Crew bemühen aufzudecken, zu persiflieren und für mehr Durchblick auf diese Welt zu sorgen.
In diesem Wille haben wir uns gedacht...wir beantworten einige Fragen. Sowohl tatsächlich oft gestellte wie auch noch nie gestellte.

Also denn:
War es eine gute Idee die Dark Tavern zu eröffnen?
Wie bei allen Ideen zwischen zwei Rum: JA!

Ist die Stelle des Animiergirls noch zu besetzen? 
Ja. Wir warten immer noch auf Bewerbungen.

Wie ist der Pirat denn privat so?
Ein schlimmer Schurke. Was glaubt ihr denn?

Wie ist die Crew so?
Wie Stimmen im Kopf so sind. Eine summt die Melodie von Fluch der Karibik.

Was war die wichtigste Enthüllung dieses Jahr?
Der Wildschweinkrieg. Eindeutig. Ein solches Verbrechen darf nicht unerwähnt bleiben. Oink-oink.

Mit welchem Politiker würde der Pirat gerne mal einen trinken?
Putin. Ernsthaft. Er mag kein Demokrat sein, aber er ist der einzige mit Format von der Deppentruppe. Eine Schande eigentlich.

Das wichtigste politische Ereignis 2010? 
Bedauerlicherweise die elendige Sarrazin-Debatte. Die Folgen von dieser werden uns noch lange und tiefgreifend begleiten.

Und schließlich: Wer ist Knecht Ruprecht?
Die Frage führte erstaunlich viele Google-Sucher zu uns in die Taverne. Ich hab beschlossen, ich löse das Rätsel auf. Knecht Ruprecht ist der Nebenjob von Klein Asmo, wenn er nicht grad hier Türsteher macht. Ein tolles Zubrot. Manchmal bringt er mißratene Kinder mit, die wir dann hier aufn Grill werfen.

In diesem Sinne: Guten Rutsch und frohes Neues, wir lesen uns 2011!

Donnerstag, 23. Dezember 2010

TavernLeaks: Die Wahrheit über den 7. Tag

Vergeßt WikiLeaks!

Die wahren Horte für den Handel mit Geheimnissen sind Bars und Kneipen - wie schon zu Zeiten von Casablanca. Und so landet viel über außergewöhnliche Gäste bei uns, der Tavernencrew.
Und so können wir pünktlich zu Weihnachten ein großes Geheimnis hinausposaunen!

So ein etwas zwielichtiger Typ mit Heiligenschein und Adlerschwingen kam neulich vorbei und hat uns eine CD dagelassen, auf der "Madonna" stand.
Mit besonderer journalistischer Sorgfalt haben wir das Material gesichtet, wenn nötig Namen geschwärzt und alles auf Echtheit überprüft. Und nun ist sicher: Der 7. Tag der Schöpfung ist ganz anders verlaufen. Gott ruhte mitnichten. Nein, er ließ seinem Humor freien Lauf. Dies beweist der auf der CD zu findende Tagebucheintrag! Da es ein göttlicher Tagebucheintrag ist, nimmt er soviel Speicherplatz ein wie alle bisherigen WikiLeaks-Dokumente. Hier geben wir eine dechiffrierte und für Menschen erkennbare Version wieder:

Jahr 0, Monat 1, Tag 7

Bei Nirvana, ich bin immer noch ganz geschlaucht. War eine harte Woche, aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Arbeit. Mein Therapeut hat mir für meinen Ruhetag jetzt aber empfohlen, meine Hobbies zu pflegen und Dinge zu tun, die mir Spaß machen.
Diesbezüglich hab ich heute einen sehr schönen Tag gemacht. Meine letzte Schöpfung, die Menschen, haben sich als witzige Spielobjekte erwiesen. Sehr vielseitig! Geb ihnen eine Keule und einen Ast und sie gehen sich gegenseitig an die Gurgel. Ich hab mit Odin darum gewettet, wessen Mensch dabei zuerst hobs geht und hab gewonnen. Gut, schlecht für Abel, aber irgendeiner mußte draufgehen.
Und dann hatte ich noch eine ganz tolle Idee! Eigentlich hat mich die Aphrodite drauf gebracht, als ich kurz bei ihr reinschaute. Aber es ist einfach zu gut. Ich hab den Menschen ja Lust und dazu ein schönes Geschlecht gegeben. Jetzt hab ich letzteres etwas unwillig gemacht und dem Geschlecht mit dem Schwengel den Samenstau verpaßt. Hab ich erwähnt, daß ich ein ziemlicher Sadist bin? Ist ja schon bösartig. Mal sehen was die Menschen aus dieser Problemstellung machen. Könnte spannend werden. Hab mit Jupiter gewettet, daß es mindestens 10000 Jahre dauern wird, bis die Menschen-Männer eine kostenlose Lösung des Problems finden werden.*
Leider ist dieser schöne Tag jetzt schon fast vorbei. Ich sitz jetzt grad mit meinem Kumpel Allah aufm Balkon und wir trinken Scotch. Das Zeug hab ich eben noch schnell erfunden. Quasi meine letzte Schöpfung. Sehr lecker. Ich frag mich, ob es die Menschen jemals schaffen werden es so gut zu haben wie wir. **


*Gott sollte irren. Schon 6000 Jahre später (laut Kreationisten) erfanden wir das Internet und damit Pornoseiten.
**In der Tat sollte es schließlich zwei Menschen so gut gehen - Denny Crane und Alan Shore in der Fernsehserie "Boston Legal"

Dienstag, 21. Dezember 2010

Frage an die Bahn

Der Schnee hat uns immer noch voll im Griff und die Deutsche Bahn hat jetzt endlich eingestanden:
Sie wird damit nicht fertig.
Na bitte, geht doch. Zumindest mit dieser Einsicht ist die Deutsche Bahn endlich in der Realität angekommen. Meine Frage nun: Warum wird die Bahn mit Schnee nicht fertig? Ist ja nicht so, als wenn Schnee so neumodisch wäre. Oder als wenn es nicht schon längst die Technologie gäbe, wie folgende Bilder aus den USA beweisen:



Warum haben die Amis sowas, aber wir nicht? Die Amerikaner wohlgemerkt, die erst jetzt im 21. Jahrhundert ankamen, als ihnen auffiel, daß auch Schwule und Lesben gute Soldaten sein können.

Liebe Deutsche Bahn, ich hätte darauf gern eine Antwort. Schließlich halten wir Deutsche uns ja was auf unsere Maschinenbauer zugute.

Montag, 20. Dezember 2010

Der Verrat am Gott-Imperator

Es wurde Zeit, die kleine Bib der Taverne mal wieder zu bestücken *G*
Und wer sich ein wenig auskennt, der wird anhand der Überschrift bereits erahnen können, was ich angeschleppt habe.

Richtig. Die Reihe "Der Große Bruderkrieg" aus dem Warhammer40k-Universum und zwar die ersten
vier Bücher:

1: Aufstieg des Horus (Autor: Dan Abnett)
2: Falsche Götter (Autor: Graham McNeill)
3: Brennende Galaxis (Autor: Ben Counter)
4: Kreuzer Eisenstein (Autor: James Swallow)

Außenstehenden mag der Stoff grad angesichts recht martialischer Cover wie allzu simples Sci-Fi-Gemetzel vorkommen. Ich kann nur sagen: Mitnichten! Ist es natürlich auch, aber nicht nur. Und das nicht nur, ist der Grund, warum ich so begeistert bin.
Die Herausforderung war zugegebenermaßen groß! Der grundsätzliche Stoff war seit Jahren bekannt, weil Teil des offiziellen Hintergrundes des Warhammer40k-Universums seitens Games Workshop.
Das heißt, die grobe Story der vier Bücher kannte man ja:
Im 31. Jahrtausend der Menschheit führt der Primarch Horus, Liebling des Imperators der Menschheit, den Großen Kreuzzug zur Eroberung der Galaxis an. Eine Welt nach der anderen wird von den besten Kriegern des Imperiums, den Spacemarines, gnadenlos erobert. Nichts scheint den Siegeszug der Menschheit aufhalten zu können - weder Orks noch andere Aliensorten. Und dann verrät Horus seinen Vater, den Imperator, zusammen mit einigen seiner Brüder und beginnt den Bruderkrieg mit einem Vernichtungsschlag gegen einige Einheiten loyaler Spacemarines. Horus und seine Anhänger schlagen sich auf die Seite der Chaosgötter, jener bösartigen Mächte, die im Warpraum lauern und Einfluß auf unsere Dimension bekommen wollen.
Nur eine Handvoll loyaler Spacemarines entkommt auf dem Schiff "Eisenstein" dem Inferno und begibt sich auf eine Odyssee, um die Erde und den Imperator zu warnen, was gerade noch so gelingt.

Der Stoff war grundsätzlich bekannt, auch einige Details noch dazu, z.B. welcher Spacemarines-Orden loyal war und welcher zu den Verrätern gehörte. Diesen Stoff in Romanform zu bringen ließ eigentlich nur zwei Ergebnisse zu: Absoluten Quark oder eine großartige Story.
Und obwohl für jedes Buch ein anderer Autor zuständig war, kam letzteres bei raus.
Vor dem Hintergrund politischer Intrigen und Kampfhandlungen wird geschildert, wie einzelne Protagonisten sich an entscheidenden Wendepunkten ihrer Laufbahn für oder gegen neue Entwicklungen entschieden und auch ihre Sichtweise auf die Welt veränderten. Gerade auch die psychologische Entwicklung des Verräters Horus wird überzeugend geschildert. Zugleich wird ausführlich beschrieben, wie die Grundlagen des Verrats sich ausbreiten konnten - durch zunächst harmlos erscheinende Dinge, Gruppendruck, aber auch Zwang. Manches erinnert durchaus an die Abgründe, die schon in "Die Welle" beschrieben wurden.
Das Ganze ist nicht einen Moment langweilig. Und mehr als einmal kann man dabei selbst über die Frage nachdenken: Würde man selber erkennen wenn eine Gesellschaftsordnung aus dem Ruder gerät? Hätte man die Kraft, den Versuchungen zu widerstehen? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bände.
Und ich freue mich schon auf die anderen Bücher der Reihe, die ich wirklich nur empfehlen kann.

Die Bücher wurden auf Deutsch alle von Heyne herausgegeben.
Wer interessiert ist, hier sind die ISBN:

Aufstieg des Horus: 978-3-453-52535-1
Falsche Götter: 978-3-453-52558-0
Brennende Galaxis: 978-3-453-52642-6
Kreuzer Eisenstein: 978-3-453-52640-2

Samstag, 18. Dezember 2010

Leise rieselt der Schnee

Ja, so siehts aus - Deutschland versinkt in Eis und Schnee. Einfach knaller.
Ich zeug euch mal wie es an der Briefkastenadresse der Taverne aussieht (und das zweite Foto ist ein Tag später aufgenommen worden!):




Und das ist eigentlich noch harmlos. An anderen Stellen, z.B. in Gotha, wo ich letzte Woche war, sieht es noch eingeschneiter aus. Einem Reisekollegen und mir drängte sich der Vergleich zum Winter '41 an der Ostfront auf. Jedenfalls war unser Kleinbus von einer Eiskappe überdeckt nach einer Fuhre Eisregen.

Wobei ich sagen muß: Inzwischen find ichs richtig schön. Inzwischen hat der Schnee eine Konsistenz, auf der man gut laufen kann und die Kälte ist eine nicht zu trockene, nicht zu feuchte geworden. Man kanns dadurch besser aushalten. Und die Landschaft sieht einfach schöner aus.
Und manche Beobachtungen sind einfach interessiert. Letzte Nacht hocke ich mit einer Lady im Schlepptau in Leverkusen an einem Bahnhof und ein ICE nach dem andern rast an uns vorbei. Die Windschleppe dieser Züge wirbelte den Schnee auf , so daß die Luftströmungen bemerkenswert geisterhaft sichtbar wurden. Eigentlich sehr interessant, unschön nur, daß die Dame dabei immer so fror.

Überhaupt die Deutsche Bahn. Für die kommt der Winter ja immer so unglaublich überraschend. Wobei ich es bemerkenswert finde, daß die Ausfälle sich zumindest bei meinen Zügen dieses Mal in Grenzen halten - die waren in früheren Jahren, wo es nur so einen halben Tag lang Schnee von 5 cm gab wesentlich schlimmer. Jetzt haben wir Minimum 20 cm und das seit Tagen und alles läuft. Interessanter Zusammenhang!
Und wo es nicht so läuft, zeigt die Bahn Humor!
Neulich in Bonn, als dann doch ein RB mal ausfiel. Folgende Anzeige:
"Zug fällt aus....Gleis 1....Hält nicht überall."

Wer hätte das gedacht!
Und so richtet sich Deutschland im Schnee ein. Alles wirkt leiser und man freut sich auf sein warmes Heim. Die Weihnachten werden wohl auch weiß werden.
Und wie letztes Jahr wird das Streugut knapp, aber erstaunlicherweise wird nicht mehr der Katastrophenfall ausgerufen. Ganz offensichtlich sind Behörden und einfaches Volk doch lernfähig. Und nach den Terrorwarnungen der letzten Zeit...da kann einen Schnee doch nicht mehr erschrecken!
Also genießen wir die weiße Pracht und die friedliche Zeit, bevor es wieder wegtaut und allgemeine Hysterien wieder aus ihrer Kältestarre erwachen.

In der Taverne ist es übrigens immer schön heimelig warm und wir haben keinen Mangel an irgendwelchen Vorräten. Grad Frostschutzmittel haben wir reichlich.
In diesem Sinne,
Yoho!

Freitag, 17. Dezember 2010

Der Capt'n brüllt Kommandos jetzt in alle Welt

Wie vielleicht auffallen mag, hat die Taverne jetzt auch eine neue Kommunikationsanlage bei Twitter.
Das heißt, ich, der Cheffe, kann meine Kommandos jetzt in alle Welt hinausposaunen.

Die Idee dazu hatte Klein-Asmo...eine Geschichte, die noch zu erzählen sein wird.

Jedenfalls bitte ich alle Leser, uns zu "folgen" (followen), damit die Taverne noch bekannter wird.
Für die Nachrichten zuständig ist vornehmlich meine Geistesabspaltung namens PirateRavenius (okay, mein Nick hier aussem Blog war schon vergeben bei Twitter...ewige Nachahmer!).
Das spart Hirnkapazitäten!

Die erste Testnachricht ist denn auch eher persönlicher Natur gewesen. Aber es scheint zu funktionieren.

In diesem Sinne,

yoho und ne Buddel Rum!

Dienstag, 14. Dezember 2010

Friedensangebot an Taliban

Es ist Adventszeit, Weihnachten naht - Zeit für mehr Nächstenliebe!
Und für Frieden!

Ein Friedensangebot an die Taliban in Afghanistan wurde gründlich mißverstanden: Baron zu Guttenbergs Besuch mit Gattin und Talkmaster Kerner im Krisengebiet. Alle warfen Guttenberg PR-Gehabe vor. So ein Unsinn. Im Auftrag des Berliner US-Botschafters verhandelt Guttenberg nur jetzt einfach auf dem selben Ziegen-und Kamele-Niveau wie der Gegner.
Das Angebot an die Taliban ist simpel:

Ergebt euch und wir schicken euch viele exotische blonde Frauen. Entsprechende Werbungskampagnen unter Studentinnen sind bereits in Planung, auch wenn die ersten Entwürfe "Spare Studiengebühren, blas den Talib" als zu offensichtlich vom Verteidigungsministerium abgelehnt wurden.

Die Alternative: Kämpft weiter und wir schicken euch die biologische KERNer-Waffe der Langweiligkeit.
Und damit den grausamen Tod des Gähnens.

Man darf auf den Erfolg des neuen Verhandlungsansatzes gespannt sein.

Samstag, 11. Dezember 2010

Spade - kritisch und über den Tellerrand

Ahoi.

Ich muß an dieser Stelle doch mal wieder Werbung machen für einen Blog, der mir sehr gut gefällt und der auch noch relativ jung ist:

http://heartspade.wordpress.com/

Mein geschätzter Bloggerkollege Spade analysiert darin politisches, gesellschaftliches, aktuelles aus dem Tagesgeschehen - immer auf der Suche nach der Erkenntnis dahinter. Ich stimme ihm nicht immer zu, aber seine Beträge regen sehr das Denken an und das man auch mal die eigene Meinung reflektiert. Sein Blog hat großes Potential und daher möchte die Tavernen-Crew ihn jedem geneigten Leser ans Herz legen.

Außerdem bin ich sehr dankbar mit Spade mal einen fleißigen Kommentator in der Taverne gefunden zu haben. :)

Viel Glück Spade, auf das Du noch viele Klicks und Kommentare kriegst. *Prost* Yoho!

Die Rente ist sicher. Bombensicher.

Heute stolperte ich über einen kleinen Zeitungsartikel, der mir persönlich zu klein war. Zwei Spalten rechts in der Mitte von Seite 5. Er hätte mehr Raum auf prominenterer Seite verdient. Also der Reihe nach.

Jeder hat sicherlich schonmal von der Riester-Rente gehört. Jener tollen privaten Rentenvorsorge, die vom Staat subventioniert wird und in den Jahren 2000/2001 von Walter Riester von der SPD entwickelt wurde. Das Konzept erwies sich als sehr erfolgreich und wurde immer mehr ausgebaut, mit dem Ziel einen möglichst großen Teil der Bevölkerung mit einer halbwegs sicheren Rente zu versorgen. Zu Details zur Riester-Rente siehe auch die zugehörigen Wiki-Seite .
Diese Riester-Rente kann verschiedenste Ausformungen annehmen. Neben sehr klassischen Banksparverträgen und privaten Rentenversicherungen kann die Riester-Rente auch auf verschiedenen Formen der Fonds-Einlagen basieren. Vereinfacht gesagt wird dabei das eingezahlte Geld von der Bank oder sonstigen Fondsverwaltern investiert in Wertpapiere. Dabei nicht nur staatliche, sondern auch von Firmen, also im Grunde genommen in Aktien etc. Die erwirtschaftete Rendite finanziert dann letztlich die Rente.

So weit, so gut. Kann man ja machen. Allerdings ist häufig sehr undurchsichtig, worin die Banken eigentlich investieren um diese Renditen zu erwirtschaften. Das internationale NRO-Bündnis Facing Finance hat sich dieser Frage angenommen und dabei erschreckende Erkenntnisse gewonnen. Ganz offensichtlich hat man bei den Bedingungen für die Riester-Rente offenbar vergessen, daß Investitionen wenn möglich nicht gegen Völkerrecht oder ähnliches verstoßen sollten.
21 Anbieter von Riesterfonds sind ganz offensichtlich mit 500 Millionen Euro aus diesen Fonds in Wertpapieren von Waffenherstellern engagiert. Nicht irgendwelchen Waffenherstellern, sondern Herstellern von Streubomben.

Ihr wißt schon, diese putzigen Bömbchen, die nicht nur flächendeckend alles zerlegen können, sondern deren Blindgänger dann von Kindern auch noch für Spielzeug gehalten werden.

Auch ansonsten sind deutsche Banken - sinnigerweise auch die Deutsche Bank selbst - mit noch weiteren hunderten Millionen Euro aus verschiedenen von ihnen verwalteten Geldern an solchen Bombenherstellern beteiligt. Die 500 Millionen aus den Riester-Fonds sind aber ein nicht unbeträchtlicher Anteil.

Das Ganze ist nicht nur moralisch anrüchig. Wenn es nur das wäre, ich meine, was kümmert einen Banker denn schon so eine Marginalie. Das Ganze ist auch noch gegen das Völkerrecht. Bereits im ersten Artikel der Konvention gegen Streubomben steht drin, daß die Hersteller dieser Waffen nicht unterstützt werden durfen - und das tut man indirekt durch Investments.

Immerhin, die Rente ist sicher, dank Ländern wie den USA, Russland, China, die sich bislang dieser Konvention verweigern und weiterhin Streubomben kaufen. Manch Rentner darf sich also vielleicht bei Uncle Sam bedanken. Riesterer werden jetzt mit ganz anderen Augen die Nachrichten von den Krisenherden dieser Welt sehen. Jetzt sterben da nicht nur Menschen, jetzt wird ihnen dort auch noch ihre Rente gesichert.

Deutschlands Renten werden auch am Hindukusch verteidigt.
Wie lange wird es wohl brauchen gegen die Bankenlobby so einen Bullshit gesetztlich zu unterbinden?

Dienstag, 7. Dezember 2010

Höheres Gäste-Niveau beim Friedensnobelpreis

Kommenden Freitag soll in Oslo dem chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo der Friedensnobelpreis verliehen werden - in Abwesenheit, denn er sitzt in China im Knast.
China regt sich natürlich wie üblich fürchterlich auf. Und nun haben mehrere Staaten angekündigt, die Verleihung zu boykottieren. Offensichtlich hofft China damit die Europäer diplomatisch zu treffen.

Nun, ich würde es als das sehen, was dieser Schritt ist: Eine Erhöhung des Niveaus der Gäste bei dem Ereignis, das vorher durch einige der nun fernbleibenden Staaten eher gesenkt wurde. Beispiele aus der Liste der Boykottierer:

Pakistan: Eine Atommacht, die ihre eigenen islamistischen Kreaturen nicht mehr im Griff hat und damit nicht unerheblich für die gesamte Konfliktsituation im afghanisch-indischen Raum mitverantwortlich ist.
Venezuela und Kolumbien: Der eine Staat regiert von einem mit Grenzkonflikten zündelnden Egomanen, der andere Staat kriegt dank Korruption etc. seinen Bürgerkrieg nicht gelöst.
Iran: Och bitte. Wer mit seinen Pasdaran so eifrig in Nachbarländern zündelt...
Saudi-Arabien: Wir unterhalten uns nochmal, wenn Frauen als Menschen behandelt werden, ja?
Russland: Man muß natürlich zusammenhalten, so unter Journalistenjägern, nicht wahr?
Sudan: Das war ja immerhin der Staat, dessen Chef als Kriegsverbrecher gesucht wird....wie hieß die einsame Gegend nochmal? Genau, Darfur!

So geht das fröhlich weiter mit Staaten, wo man in Sachen Bürger-und Freiheitsrechte, Vergangenheitsbewältigung etc. noch deutlich Luft nach oben hat. Ich persönlich würde solche Gäste auf einer Friedensnobelpreis-Verleihung sowieso nicht haben wollen. Da gibts noch andere Staaten, die meiner Meinung nach gerne fernbleiben dürfen. Georgien, Israel, Syrien, Simbabwe, Nigeria, Niger, Jemen, USA...
Zugegeben, irgendwann ist die Gästeliste sehr kurz, aber dafür ist man dann wenigstens in wirklich erlesener Gesellschaft.

Nun ja, in diesem Sinne yoho und noch viel Glück für Liu Xiaobo, ich hoffe er kommt bald frei.

PS: Schätze mal damit wird mein Blog in China dann nicht mehr aufrufbar sein *G*

Freitag, 3. Dezember 2010

Das "Wir" und das "Die"

Ein Gespenst geht um in Europa.

Und besonders stark in Mitteleuropa, speziell auch in Deutschland.
Das Grabendenken.

In guter alter Tradition, haben wir Deutschen in Zeiten wirtschaftlicher Unwägbarkeiten wieder das schöne Ressentiment gegenüber "den anderen" ausgepackt. Das Denken teilt sich wieder in "wir" und "die da", man schaufelt sich seine geistigen Gräben. Im Buddeln sind wir schließlich gut, wir vergraben ja sogar schon unsere Bahnhöfe.
Jedenfalls liest man dann jetzt wieder, daß die Deutschen den Islam als Bedrohung wahrnehmen. Da hat man uns den Russen genommen, dann nehmen wir halt die fiesen Handtuchköpfe. Die sind ja so fürchterlich undeutsch, futtern keinerlei Schwein und überhaupt, die sehen doch gar nicht aus wie wir und haben einen Akzent.
Lange war das politisch inkorrekt, aber jetzt hat so nen grauhaariger Lispler mit Migrationshintergrund eine Art Bibel zu geschrieben,. was uns das ganze letzte halbe Jahr auf die Palme brachte.

Aber keine Sorge, sollte es jemals wieder uncool sein, gegen Orientalen zu wettern, gibt es noch andere Gräben, in die man sich stürzen kann:
Im Zweifel ist man prinzipiell gegen "die da oben", denn "wir" hier unten haben natürlich als einzige Ahnung vom wahren Leben.
Und wenn man das Pech hat, als Banker einer von denen da oben zu sein, kann man "die da unten" für faule Schmarotzer halten. Ein Bild, das fleißig gepflegt wird.

Was in letzter Zeit auch sehr "in" ist sind die missionarischen Veganer, die einfach alle, die nicht essen wie sie zum Feind erklären. Das gibt ein besonders überschaubar-heimeliges "Wir", mit dem wärmenden Feuer der Moral, und eine große Menge von "den anderen", so daß man gar nicht mehr genau zielen muß.

Frau Schwarzer rennt immer noch rum und versucht die Gräben zwischen Männern und Frauen besetzt zu halten. Da ist ein Verteidigungsopfer dann schon deshalb glaubwürdig, weil es schlicht Frau ist. Es lebe der Rechtsstaat!

Wir pflegen unsere Feindbilder wieder, vorbei die Zeiten der Weltmeisterschaft von 2006, als Konkurrenten durchaus auch geachtet wurden im Wettstreit. Es gehört zum guten Ton, Differenzierung wird als Verirrung angesehen und natürlich hat nur der recht, der sein Feindbild kennt.
Für diejenigen, die sich politisch sicher aufgehoben fühlen darf es dann auch gern der gehütete Antiamerikanismus sein, der längst moderne Mode geworden ist und uns all unserer Selbstverantwortung entledigt, denn natürlich sind die Amerikaner als böse Kapitalisten alles schuld. Lediglich die Kontinentaldrift, die Amerika den Schutz zweier Ozeane einbrachte, wurde ihnen noch nicht angelastet.
Keine Sorge, in Arbeit! Irgendeiner der zahllosen spinnerten SPIEGEL-Foristen wird es schon in die Welt setzen.

Ein bigotter Egozentriker aus Australien ist der neue Märtyrer, nachdem der kleinstirnige grauhaarige Lispler sich abgenudelt hatte. Wir meinen es ja alle nur gut.
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Und wenn man sich auf einmal auf der falschen Seite des Grabens wiederfindet, jammert man über die Kälte der Gesellschaft.

Ohne zu erkennen, daß wir an der Verrohung und Kälte eifrig selbst mitbasteln. Natürlich sind wir nicht schuld, schuld sind immer die anderen, im Zweifel "das System". Wir SIND das System. Und "die da oben" sind doch nur die Repräsentanten, die wir tatsächlich verdient haben, denn wir sind eine Demokratie, genau wie unsere Nachbarn. Deshalb spiegeln die egoistischen Nationaltendenzen, die in der EU erstarken, die zunehmende Grabenmentalität in den Gesellschaften wieder (jup, und schon sind wir natürlich gegen "die" Griechen, dieses korrupte Pack). Und doch wundern wir uns, wenn "die da oben" auf einmal "uns da unten" mit Verachtung bedenken, schließlich leben wir ja alle so römisch dekadent.
Natürlich ist man dann sofort gegen die Demokratiefeinde "da oben", alles Lobbyistenhuren sind das!

Die Feindbilder, die wir pflegen, das sind die Gefahrenzustände für die Demokratie, nicht ein Westerwelle, der nicht über den eigenen römischen Balken in der Optik sehen kann. Wer sich dem Diskurs mit dem Umweltminister verweigert, handelt genauso undemokratisch wie die Atomlobby.
Aber Hand reichen und miteinander reden ist "out" geworden in dieser Republik. Geißlers Schlichtungsversuch in Stuttgart war da wie das einsame Rufen. Kaum ist die Harmonieshow vorbei, holen beide Seiten wie den Spaten raus um die Gräben zu erneuern.

Demokratie und eine bessere Gesellschaft brauchen aber keine Wagenburgen und kein Abseilen, sondern Kooperation und Verantwortung. Beides gibt es bei den derzeitigen maßgeblichen Kräften unserer Gesellschaft derzeit nicht.

Yoho, Pirat

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Generation Bildung

Ahoi zusammen.

Auf der Suche nach weiteren Büchern für die Tavernen-Bibliothek war euer Pirat heute mal wieder unterwegs und als eingefleischter Nicht-Autofahrer benutzte ich natürlich die öffentlichen Nahverkehrsmittel (in Köln überwiegend gestellt von der KVB).
Man kann dort ungeahnte Dinge beobachten und mitkriegen. Heutiges Highlight waren zwei Mädels, die im Mittagsgedränge direkt vor mir standen.

Eigentlich waren die beiden gar nicht mal so sonderlich tussig. Die eine straßenköterblond, schlank, im grauen Mantel und Jeans mit Bommelmütze, die andere kleiner, runder und orientalischer Typus, graue dickgefütterte Jacke, schwarze Hose. Beide mit Rucksack. Und wie ich schnell aus dem Gespräch heraushörte Abiturientinnen. Das paßte zu meiner Altersschätzung von 18-19.
Thema der beiden: Was brauchen wir eigentlich wirklich von dem Kram, den man im Abi zwangsweise so lernen soll?
Eigentlich ja ne gute Frage, die sehr zu Recht gestellt werden muß. Und die sich schon immer Schüler gestellt haben.

Das gute Deutsch an sich und die durchaus gehobene Ausdrucksweise der beiden ließ erahnen, daß sie nicht ganz ungebildet sind. Nichtsdestotrotz hatten die beiden bemerkenswerte Einsichten.
Einig waren sie sich, daß das ja alles nicht zu schaffen ist und viel zu viel Blödsinn im Lernplan ist.
Das finge schon mit Sport an. "Ja, wozu eigentlich, bewegen kann sich doch jeder privat mal." "Ja, genau, besser wären da mehr AGs!" "Das wäre viel besser! Dann könnt ich ja z.B. ne Tischtennis-AG machen. Aber wozu noch Fußball, Basketball, Volleyball und Turnen im jeweils selben Jahr!" "Ich hätte dann viel mehr Zeit für den Schwertkampf, den ich früher gemacht hab...heute fehlt mir durch den Schulsport einfach die Zeit..."

Naja, gut, die beiden sahen nicht aus, als würden sie unter Übergewicht und Bewegungsmangel leiden. Kommen wir zur Geistesakrobatik:
"Mathe ist viel zu viel! Das kann man alles in 10 Jahren lernen. Grundrechenarten, Bruchrechnung, Prozentrechnung und noch ein paar Kleinigkeiten, und dann ist man doch durch." "Stattdessen müssen wir jetzt noch Kurvendiskussionen und so einen Quark machen." "Das ist in der Tat unsinnig. Das braucht man doch niemals wieder, wenn man nicht grad Mathe-Lehrer wird."
Schlußfolgerung der beiden: Mathe in der Oberstufe ist totaler Schwachsinn.
Ich kannte ja beide nicht. Ich enthielt mich also der Erklärung, daß sie sich wundern würden bei wie vielen Fächern an der Uni man das tatsächlich braucht, was sie für Unsinn hielten. Ganz zu schweigen von anderen Jobs. Außerdem wollte ich den beiden nicht die Überraschung nach dem Abi nehmen.
Aber weiter:

"Deutsch ist auch dermaßen schwachsinnig, daß in der Oberstufe zu haben. Nach 10 Jahren Gedichtinterpretation sollte man es allmählich können." "Vor allem sehr langweilig nach einiger Zeit. Da könnte man andere Dinge in der selben Zeit viel besser lernen."

Leider wurde mir nicht näher erörtert, was man besser anstatt Deutsch dann in der Oberstufe weiterlernt, denn man schwenkte sprachlich direkt zum letzten Hoffnungsschimmer dieser Bildungsrepublik:

"Was ich aber schon sinnvoll finde, daß wir mindestens eine Fremdsprache belegen müssen. Ich meine, da lernt man wenigstens tatsächlich bis zum Ende immer noch was neues."

Gott sei dank aber auch. Da ist der Fachkräftemangel ja grad nochmal so an uns vorübergegangen.

Sonntag, 28. November 2010

Neues von der Wildsau-Front

Es war fast untergegangen. Der Wildschweinkrieg, der mitten unter uns tobt und immer neue Opfer fordert.
Aber die Aufregung um S21, den Castor und die Terrorwarnung ließen das in den Hintergrund treten, zumal im Rahmen der verschärften Sicherheitsmaßnahmen das Hauptkriegsgebiet Rheinland-Pfalz erst recht abgeschottet werden konnte.

Denn der Krieg ist längst total versaut. Die WISBAD (WIlde Sau Befreiungs-Armee Deutschlands) ist zu Guerillataktiken übergegangen.
Wie jetzt bekannt wurde gab es einen Kamikazeangriff einer Wildsau in Höhr-Grenzhausen. Es gab eine Verletzte und Sachschaden. Glücklicherweise war die Polizei im Zuge der Terrorwarnung ja schwerer bewaffnet als sonst und konnte sofort das Feuer eröffnen.

Für die Sau endete das natürlich böse. Die WISBAD gab sich in einem ersten Bekennerschreiben aber weiter kämpferisch:
"Wir werden weitersauen, totaler und radikaler, als jemals gesaut wurde! Sieg Grunz!"

Das Kondomformular powered by Paramantus

Erwähnte ich, daß ich zum schießen gerne www.paramantus.net rumstöbere? Ich mag den Humor von dem Burschen. Außerdem ist er ein treuer Gast in der Taverne.

Jetzt hat Paramantus den Vatikan bei der Liberalisierung unterstützt und bietet das Kondomformular an, damit jeder Gläubige sich bestätigen lassen kann, daß der Präservativ-Einsatz göttlicherweise rechtens ist:

Kondomformular

Die Tavernencrew findet das prima und hat direkt einige Exemplare als Flyer auf den Tischen ausgelegt.
Wer außerdem nachweisen kann (am besten durch vatikanisches Antwortschreiben), daß er dem Vatikan das ausgefüllte Formular zugeschickt hat, bekommt einen Drink umsonst in der Taverne.
Pro Kondomantrag natürlich.

Yoho, Pirat

Samstag, 27. November 2010

Schlichterspruch durchgesickert!

Für Dienstag hat Heiner Geißler seinen Schlichterspruch in Sachen Stuttgart 21 angekündigt. Alle sind sehr gespannt, zumal es hieß, es gäbe keinen Kompromiß oder Einigung.

Nun, wir können unsere Leser beruhigen...ein enger Mitarbeiter Geißlers pichelt gerne bei uns in der Taverne und plauderte es dem Nähkästchen.
Der Schlichterspruch wird demnach wahrlich salomonisch sein:
Der Bahnhof wird nur halb verbuddelt, zwei Gleise enden blind, die restlichen führen nach Ulm, dafür wird die Überdachung in Form eines Schädels ausgestaltet. "Das ist dann ein echter Kopfbahnhof im Wortsinn!" heißt es aus Geißlers Umfeld. In den tieferliegenden Ausschachtungen soll dann außerdem ein Museum für den Juchtenkäfer und eine Gedenkkammer für die Demonstranten eingerichtet werden, in der ganz Mutige die Wirkung von Tränengas im Selbsttest erfahren können.
Auch einen neuen Namen soll der Bahnhof erhalten, im Gedenken an den großen Schlichter: Heiner-Geißler-Bahnhof.

Auch die geforderte Volksabstimmung wird es wohl nur als Kompromiss geben. Sie wird stattfinden, aber mit der einzigen Wahlmöglichkeit "Ja".

Ein Sieg für die Demokratie in diesem postdemokratischen Land!

Yoho, Pirat

Freitag, 26. November 2010

Bank-run 2010

Heute bin ich auf etwas interessantes gestoßen, daß allen Antikapitalisten unter meinen Lesern ein Zelt in der Hose bereiten durfte:

www.bankrun2010.com

Hinter dieser Initiative steht die mir bis dato nicht so bekannte belgische Drehbuchautorin Géraldine Feuillien und einige andere globalisierungskritische Aktivisten.
Ich hab mich auf der Seite mal ein wenig umgeschaut...ich muß ja echt sagen, die Träume von der Friede-Freude-Eierkuchenwelt, die dort propagiert werden sind ja schon recht hübsch. Aber irgendwie ermüdend, wenn es dann in die gedanklichen Gefilde eines Jan van Helsing abgleitet. Das ist dann irgendwann der Punkt, wo Ex-Bundeskanzler Schmidt den Arzt empfohlen hätte.
Nun gut, man muß ja Träume haben.

Nur fehlt mir dann der realistische Part der Vision, um anstehende Probleme ganz konkret zu lösen. Vor allem: Welche Zwischenschritte müssen passieren um in der Realität der Vision nahekommen zu können? Welche Probleme durften kaum zu lösen sein? (Es gab noch nie eine Vision, deren reale Umsetzung nicht mit Abstrichen leben mußte). Wie muß die Vision real umgesetzt sein, um nicht nur 10 Jahre als System zu funktionieren, sonern auf unbestimmte Zeit? Schließlich ist nix ohne Tücken und Fehler. Bislang fehlt mir Hand und Fuß, zumindest hab ich beim überfliegen der Texte nix dazu gefunden.

Die Aktion selber, die propagiert wird: Am 7. Dezember sollen möglichst viele Menschen kollektiv ihr Geld abheben. In der Hoffnung, daß man dann die Banken in die Bredouille bringt, die Stützen des bösen kapitalistischen Systems.
Eine in der Tat bestechende Idee. Erstmal.
Es gibt da einen Unterpunkt, der sich nach Überschrift mit den Folgen einer solchen Aktion, vor allem wenn sie den Erfolg einer zusammenbrechenden Bank haben sollte, befaßen soll. Ich sage soll. Statt dessen wird aufgelistet, daß man ja so besorgt ist über die Ausbeutung der Menschen und der Umwelt durch das kapitalistische System, die Mißbräuche der Deregulierung etc.
Ich finde das toll, daß man besorgt deswegen ist. Bin ich auch. Nur war das nicht die Frage.
Die Frage war: Was wären die Folgen, wenn wirklich so viele Menschen ihr Geld abheben, das bedeutende Bankhäuser ins Wanken geraten? Etwa die Deutsche Bank? Nur mal angenommen!

Bekanntermaßen ist das in der Tat mit gutem Grund das Horrorszenario aller Wirtschaftsexperten - lange Schlangen vor den Banken weil alle ihr Geld wollen. Natürlich gehen Banken davon unter Umständen pleite. Aber nicht nur Banken. Die Fernwirkungen sind größer. Darüber muß man sich klar sein. Es wird eben nicht nur die Banken treffen. Die Folgen werden uns alle treffen. Eigentlich könnte praktisch all das eintreffen, was man bislang den Schandtaten der bösen Banker und Politiker anlastete - Arbeitslosigkeit, Staatspleiten, allgemeines Elend, Währungscrashs. Wenn die Banken kaputt gehen wird es nicht zuletzt auch die kleinen Anleger, die Oma von nebenan und den hart sparenden Arbeiter treffen. Und zwar schneller und härter als die Superreichen.
Und das aus dem ganzen Chaos dann tatsächlich die hehren Ziele der skizzierten Visionen und Träume auf dieser Seite hervorgehen, ist keinesfalls gesagt! Denn einen Plan für den Tag danach kann ich ehrlich gesagt nicht erkennen.
Wenn man wirklich den Menschen helfen will, sich von einem Joch zu befreien, dann sollte man ihnen im Bezug auf sowas zumindest wesentlich reineren Wein einschenken.
Zugegeben, einen solchen Erfolg, daß man sich ernsthaft darum Sorgen machen müßte, wird die Aktion wahrscheinlich nicht haben.

Aber dies wirft das Licht auf etwas anderes. Das gegenwärtige System (also der Kapitalismus in seiner gegenwärtigen speziellen Variation) ist alles andere als perfekt. Das gebe ich als durchaus überzeugter Kapitalist zu. Änderungen sind nötig, teilweise radikale und unangenehme, man sollte neue Wege gehen.
Nach dieser Grunderkenntnis hört die Erleuchtung aber meistens auf. Die meisten Menschen speziell im Westen sind doch immer noch zufrieden genug mit dem System, da es den meisten letztlich ihre grundlegenden Bedürfnisse befriedigt. Sie ahnen, daß ein anderes System einen sehr radikalen Umsturz erfordern könnte, der viele Unannehmlichkeiten mit sich brächte. Und wenn Unannehmlichkeiten drohen ist der Mensch meist ein Gewohnheitstier und beläßt es lieber beim Status quo. In diesem Sinne sind die meisten Menschen vergleichsweise feige und egoistisch. Eine Minderheit ist bereits so unzufrieden mit dem System, daß sie nur noch dagegen ist. Da die Unzufriedenheit sich aber oft aus sehr persönlichen Gründen speist und die Weltverbesserung eigentlich nur als tarnende Monstranz dient, wird die Revolution und der Umsturz nicht mehr mit einem Plan für den Tag danach angestrebt. Es ist Aufstand um des Aufstands willen, zur persönlichen Ergötzung an Zerstörung und Chaos. Visionen sind nur der Vorwand. In diesem Sinne
sind nicht wenige selbsternannte linke (und manchmal auch rechte) Aktivisten keine Avantgarde eines gerechteren Systems, sondern ein egoistischer, heuchlerischer Scheißhaufen (frei nach Constantine).
Daraus entsteht ein Teufelskreis, der uns letztlich in unserem System stagnieren läßt. Die skizzierte radikal-unzufriedene Minderheit bestimmt das Bild, das die semi-zufriedene Mehrheit von den Alternativen zum Jetzt hat. Dieses Bild ist negativ und nährt erst recht Ängste vor dem Umsturz. Damit werden umstürzlerische Absichten nie die kritische Mehrheitsmenge erlangen. Vernünftige Stimmen dazwischen sind so gering in der Zahl, das sie nicht wahrgenommen werden. Von der semi-zufriedenen Mehrheit werden sie wenn als bereits zu träumerisch abgetan. Von der radikal-unzufriedenen Minderheit werden sie bereits als vom System korrumpierte Ahnungslose abgetan.

Was folgt aus dieser Betrachtung? Es bleibt die Erkenntnis, daß sich etwas ändern muß und das diese Änderung uns Unannehmlichkeiten bereiten und Abstriche abnötigen wird.
Wie wir unsere Probleme letztlich lösen - ich habe keinen Schimmer. Da bin ich ganz ehrlich. Ich weiß aber, daß mir die Ansätze radikaler Linker bisher ebenso wenig erfolgversprechend erscheinen, wie das "Weiter so" aus den Türmen der Bankmanager. Vielleicht ist es ja der Fehler, daß beide die jeweils andere Seite als Teil des Problems sehen - und nicht erkennen, daß beide Teil der Lösung sein müssen.

Hmmm...vielleicht doch am 7.12. Geld abheben. Solang vielleicht nur eine kleine Bank zusammenbricht...ist es vielleicht für alle ein guter Warnschuß.

Dienstag, 23. November 2010

Und lange fiel der Groschen...

Es war mal wieder so weit. Der Moment, an dem sich Politik wieder selbst persifliert.
So ganz allmählich knobeln Experten heraus, daß das Elterngeld absolut sinnlos ist und dadurch bisher rund 15 Milliarden Euro schlicht verbrannt wurden.

Die Geburtenrate jedenfalls sinkt weiter. Irgendwie war das eigentlich jedem normal denkenden Menschen auf der Straße von Anfang an klar. Jedenfalls ist mir in meinem Freundeskreis, in meiner Nachbarschaft, in meiner Verwandtschaft oder auch an der Supermarktkasse niemand aufgefallen, der allen Ernstes eine geburtensteigernde Wirkung dieser Subvention erwartete.
Man mußte für diese Erkenntnis also nicht studiert haben.

Jetzt gibt einer der Erfinder des Elterngeldes, Bert Rürup, zu, er habe sich geirrt! Potzblitz! Seine Einsicht nun:
"Mit Geld werden wir die Gebärfreude nicht steigern können."

Der Groschen hat aber lange gebraucht um zu fallen...

Wieviele Kitas hätte man eigentlich mit 15 Milliarden Euro finanzieren können?

Montag, 22. November 2010

"Grundrechte oder explodieren?"

Morgen zusammen.

Extrem drollig gestern die Anne Will-Sendung mit dem unvermeidlichen Terrorthema.
Neben ein paar unerfahrenen Deutschen gab es als Gast auch eine junge und extrem hübsche Israelin und einen amerikanischen Journalisten, damit auch mal die richtigen Terror-im-Alltag-Experten ran durften.

Der US-Journalist Don Jordan warf uns Deutschen zuviel Gelassenheit vor. Er hätte auch Blauäugigkeit, Blödheit, Naivität oder ähnliches sagen können. Wir müßten doch tatsächlich mehr Zugeständnisse machen und damit meinte er nicht die Einführung der Scharia, sondern in Sachen Überwachung:

"Wenn Sie die Wahl haben: Heben Sie ein paar Grundrechte auf oder fliegen Sie lieber in die Luft?"

Ich gebe die Frage an die Amerikaner zurück: "Das Grundrecht auf Waffenbesitz aufgeben oder lieber weiterhin so viele Schußwaffenopfer?"

Laßt mir meine Grundrechte. Im Gegenzug riskier ich gern die Bombe im Zug. Soviel abenteuerlicher als sonstige Fahrten mit der Deutschen Bahn ist das auch nicht.

Wer sich eine komplette Zusammenfassung der Sendung durchlesen will, kann diese beim SPIEGEL lesen.

Sonntag, 21. November 2010

Dark Tavern Special: Die Terror-Party!

Kommendes Wochenende leistet die Dark Tavern ihren Beitrag zur Völkerverständigung!

DIE TERROR-PARTY!!!!

 Terror ist zu ernst um keinen Spaß dabei zu haben!

DJ Klein-Asmo heizt euch ein mit den härtesten Klängen 
von Rammsteins "Feuer frei" und Eisbrechers "Amok"
bis hin zu dschihadistischen Lobgesängen!

Beginn nach dem Freitagsgebet, kein Eintritt, Mindestverzehr 5 Drinks
Special Drinks: "Dead Terrorist", "Allah hu akbar", "RAF" und "IRA"

Um Mitternacht Lesung der Meinhof-Texte, Vortragender H.-C. Ströbele

Achtung! Ein Extra-Getränkechip für jedes Mitglied einer aktuellen terroristischen
Vereinigung (z.B. Hamas, Al-Qaida, Eta, CIA). Bitte beim Einlaß entsprechend
 ausweisen, nachträgliche Reklamationen sind ausgeschlossen.

Und Waffen und Sprengsätze bitte an der Garderobe abgeben!

Die Taverne bedankt sich bei der Firma Xe Services für die Übernahme der
Security-Dienste, da Klein-Asmo ja mit Auflegen beschäftigt ist. 
  

Freitag, 19. November 2010

Die Taverne informiert: Wie verhalten bei Terrorwarnungen?

Verehrte Tavernengäste,

wir wissen ja - die Unsicherheit ist groß. Seit zwei Tagen lebt dieses Land in Angst, dank der Terrorwarnung von Innenminister de Maizière. Oder dank Al Qaida. Das kann man jetzt sehen wie man will.

Wir wollen hier gar nicht erst weiter die Debatte über Sinn und Unsinn dieser Warnung befeuern. Stattdessen möchte die Tavernencrew ganz praktische Hilfe geben. Daher im folgenden einige Tips zum Leben nach einer Terrorwarnung.

1. Leben Sie NORMAL weiter.Das tägliche Leben bietet eher wenig Anlaß einem Terroristen zu begegnen. Auch die Ehemänner dieser Republik durfen beruhigt sein, die kleine Thai aus dem städtischen Laufhaus hat sich bislang noch nie als Terroristin entpuppt. Der wöchentliche Puffbesuch darf also beibehalten werden. Auch die Ehefrau darf weiterhin am Wochenende die Dildo-Parties bei der Nachbarin aufsuchen. Bisher versteckte Al-Qaida seine Sprengsätze nicht in Masturbationsspielzeugen.

2. Gucken Sie öfter mal in die Geschichtsbücher, vorzugweise über die 1930er Jahre, und wenden sie Erkenntnisse der Appeasement-Politik auf ihre Mitmenschen an. Erkennen Sie, wann Sie an der Supermarktkasse besser seltsame Gestalten in langen Kutten vorlassen oder diesen im Zug den eigenen Sitzplatz anbieten, auch ohne Behindertenausweis. Allgemein wird es Ihre Umwelt danken, daß Sie ein höflicherer Mensch geworden sind. Außerdem hat das den Vorteil, daß ich als Pirat mit langem schwarzen Ledermantel auch nicht mehr so lange in der Kassenschlange warten muß.

3. Seien Sie aufmerksam und melden Sie ungewöhnliche Rudelbildungen von mehr als drei zwielichtigen Gestalten (z.B. Anzug, Schlips und Kragen, zwei Handys und Banker/Politiker von Beruf) umgehend der Polizei. Denn es könnte ein Indiz sein, daß Gefahr im Verzug ist - und sei es nur für die Ersparnisse von uns allen!

4. Beruhigen Sie Ihre Nerven. Die Taverne empfiehlt dafür Rum. Hat den unschlagbaren Vorteil unseren Umsatz zu steigern. Und Sie schlafen ruhiger.

5. Legen Sie sich einen zweiten Wohnsitz zu, weitab von Ballungszentren. Also in der Eifel, Mecklenburg-Vorpommern, der Sächsischen Schweiz zum Beispiel. Anschließend melden Sie - Tip 3 folgend - die gesamte einheimische Bevölkerung als ungewöhnliche Rudelbildung von mehr als drei zwielichtigen Gestalten...

6. Wenn Sie in Bahnhofsnähe unterwegs sind, nehmen Sie alte Einkaufstüten voller Elektromüll mit und stellen Sie sie ab. Sie unterstützen damit durch tägliches Training der Einsatzkräfte die nationalen Anstrengungen zur Abwehr der bösen, feigen, degenerierten, gottlosen Terroristen...und nebenbei werden Sie anschließend reichlich Ablenkung von jedem Gedanken an einen Anschlag erhalten, ein Anwalt hilft dabei.

7. Wer keinen Elektromüll mehr hat, sollte den Einsatzkräften einen Kaffee und Blumen (für in den Gewehrlauf) mitbringen, um deren Stimmung zu heben. Nur im Raum Stuttgart wird empfohlen eine Schutzbrille zu tragen, die dortigen Polizisten gelten als eine besonders reizgasige Spezies.

8. Nehmen Sie eventuell stattfindende Anschläge sportlich! Sollten Sie in der Nähe sein, suchen Sie sich einen guten Beobachtungspunkt und feuern Sie die Seite Ihrer Sympathie an! Heißen Sie aber bitte auch die Athleten der Gegenseite respektvoll willkommen - vielleicht mit einem schnuckligen Plakat oder so. Wer nicht das Glück hat in der betroffenen Stadt zu wohnen, kann vor dem heimischen Fernseher mit Bier und Chips mitfiebern. Das Bundesinnenministerium hat auch extra eine Hotline für Zuschauerstimmungen freigeschaltet.

9. Nutzen Sie Ihre Chance, Ihr Lottoglück zu verdoppeln und wetten Sie darauf, wo die Qaida zuschlagen wird. Aber Vorsicht: Da durfen nur Nichtmitglieder von Geheimdiensten und Terrororganisationen  mitmachen!

10. Wenn Sie Hartz-IV-Empfänger sind: Fragen Sie beim Arbeitsamt nach, ob die Qaida gerade junge, dynamische, explosive Kräfte in Ihrer Stadt sucht! Unter Umständen winken dort Gelegenheiten Ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben...

Und wenn alles nichts hilft, besuchen Sie uns in der Taverne...bei uns passiert nie etwas...wir wissen nicht warum...Klein Asmo meinte neulich, das könnte an der gemeinsamen Zimmerbuchung der jungen Emma mit diesem älteren langbärtigen Orientalen bei uns liegen...

Mittwoch, 17. November 2010

Buhh! Terroristen statt Knecht Rupprecht

Die Weihnachtszeit naht - und es wurde mal wieder Zeit, ein bissel Angst zu haben. Früher drohte man den Kindern mit Knecht Rupprecht. Heute muß der durchschnittliche Al-Qaida-Terrorist herhalten.

Denn: Deutschland droht ein Anschlag . Und das mutmaßlich noch diesen Monat.
Und weil das so ist, patrouillieren jetzt vermehrt schwer bewaffnete Bundespolizisten auf den Bahnhöfen, werden die Grenzkontrollen intensiviert und die Kontrollen auf den Flughäfen. Bürger werden um verstärkte Aufmerksamkeit gebeten.

Viele fragen sich: Was soll ich davon halten? Wir von der Taverne empfehlen relaxed: Abstand.

Betrachten wir das doch mal ganz objektiv. Ob wirklich grad ein Terrorkommando startklar ist für Ende November, sei mal dahingestellt. Wichtig ist, daß der Innenminister was richtiges festgestellt hat: Man sollte seine Lebensführung nicht ändern, denn dann haben mutmaßliche Terroristen schon gewonnen. Erhöhte Wachsamkeit kann sowieso nicht schaden, grad an Bahnhöfen (ich sag nur: Taschendiebe). Aber letztlich ist die Warnung des Innenminister ansonsten auch vor allem eins: politische Absicherung des eigenen Arsches. Gleiches gilt für die öffentlich am stärksten wahrnehmbare Maßnahme, die Patrouillen auf den Bahnhöfen.
Damit ist der Minister aus dem Schneider wenn wirklich was passiert und einige behaupten wollen, er hätte nichts getan.

De facto ist es so, daß speziell diese öffentlich sichtbaren Patrouillen ein reines Placebo und noch dazu ein schlechtes sind. Unsere Bahnhöfe sind offene Ziele. Eine Kontrolle aller Gepäckstücke von der Handtasche bis zum Koffer, die jeden Tag z.B. den Kölner HBf passieren, ist schlechterdings nicht möglich. Das soll mal einer versuchen, die Pendler am morgen werden sich bedanken. Daran in den Kölner HBf zu marschieren und sich zu sprengen kann einen keinerlei Patrouille der Bundespolizei hindern. Wer sich dabei nicht grad saudämlich anstellt, macht das einfach. Der Zeitpunkt an dem man auffällt, ist der, wenn die Bombe zündet. Und dann ist es zu spät.
Selbst Flughäfen sind nur halb so sicher wie sie wirken. Wenn die Terroristen den Angriff im noch offenen Bereich starten und das nach dem Muster von Mumbay, werden sie Erfolg haben, sofern ihr Ziel viele Tote sind. Daran wird kein Bundespolizist etwas ändern können.
Von einer Bombe im Gedränge eines Weihnachtsmarktes ganz zu schweigen.

Und trotzdem würde, wenn das passiert, jeder dem Minister unterstellen, er hätte nicht alles getan, wenn er nicht auf jeden Bahnsteig 10 Polizisten gestellt hat. Auch wenn das nicht stimmt. Das wichtigere Element sind die Fahndungsmaßnahmen, die nicht öffentlich ablaufen, um etwaige Terroristen vor dem Anschlag zu schnappen. Nur wird was öffentlich nicht wahrgenommen wird, nicht gewürdigt. Deshalb der Aktionismus von eher zweifelhaftem Nutzen in Sachen Terrorabwehr.

Muß man deswegen Panik haben? Nein. Selbst wenn ein Anschlag geschehen sollte, ist die Wahrscheinlichkeit davon betroffen zu sein geringer, als am Bahnhof von einem Junkie angepöbelt oder einem Taschendieb behelligt zu werden (jeder erfahrene Pendler kann das bestätigen). Und zumindest diese Zeitgenossen machen sich dann doch rarer, wenn vermehrt Bundespolizei auf den Bahnhöfen unterwegs ist. Und das nenn ich mal den eigentlich positiven Nebeneffekt. Die Terrorgefahr verrechne ich unter Lebensrisiko a la Blitzschlag.

Einige Stammgäste in der Taverne munkeln ja übrigens - so hab dem zweiten Glas Rum - es ginge gar nicht um Al-Qaida-Terroristen. Sondern um aufständische Wildschweine aus Rheinland-Pfalz.
Wenn der geneigte Leser also Ende November mitbekommt, daß wieder eine Sau durch die Straßen gejagt wird, weiß er was los ist...

Ich trink mir jetzt erstmal einen...und die nächste Runde geht aufs Haus. Wir lassen uns bestimmt nicht die Laune verderben.
Yoho, Pirat

Samstag, 13. November 2010

Die Wer-Emma

Früher wurde vor Werwölfen gewarnt, wenn Kerle zu animalisch wirkten. Heute leben wir im 21. Jahrhundert und das Problem dreht sich um und wandert ab in Teenie-Gefilde. Der neue Harry Potter feierte Premiere, der allgemeine Mega-Hype feierte sich selber (merkt man, daß ich beides nicht ausstehen kann?) und am Rande sammelten sich allerhand Nachrichtenschnipsel an.

Darunter dieses: Daniel Radcliffe verkündete, seine Kollegin Emma Watson küsse wie ein Tier. Der Bub wirkte etwas eingeschüchtert.
Meinereiner sah Emma auf dem roten Teppich und mir schoß nur ein Gedanke durch den Kopf:

Natürlich küsst sie wie ein Tier. Wohl kaum wie ne Pflanze. Es ist soll ziemlich unerotisch sein einen Baum oder eine Geranie zu küssen.

Wobei ich beides noch nicht ausprobiert hab. Emma leider auch nicht.... moment, klein Asmo möchte etwas von mir....

Madame W. bestätigte eben die Viererzimmerreservierung Capt'n und läßt fragen, ob der Italiener auch endlich zugesagt hätte.
Ja, Silvio hat zugesagt und bringt eventuell auch seinen Kumpel Nicolas aus Paris mit. Hat sie gesagt, ob wir noch Gleitcreme bestellen sollen?
Das möchte sie nicht. Sie sagt, das hätte sie übers Wochenende bisher noch nie gebraucht.
Dann ist ja alles klar. Bezahlung wie üblich. Und denk dran kleiner Asmo: An dem Abend keine Milchbubis mit Brillen reinlassen.    

Freitag, 12. November 2010

Aufstrebende Web 2.0-Firma sucht!

*pingping* *andieRumflascheklopf*
Genau, ich brauch Aufmerksamkeit. Eine Mitteilung in eigener Sache, die ich Anfangs eher beiläufig mal erwähnte, die aber nun doch ein eigenes Posting verdient.

Die Tavernen-Crew sucht ein Animier-Girl.

Bisher beste Stellenbeschreibung:
"Was soll das sein? Nun, in erster Linie ein Running Gag. Wer das macht würde quasi mit Foto und einem Nickname auf dem Tavernenblog vorgestellt werden als zuständig für das Wohl der Gäste...die Dame hätte Schreibrechte im Blog und könnte mit frechen Kommentaren die Beiträge pfeffern und in einer extra Rubrik mit eigenen Postings unter Umständen auch mal dem Chef (also mir) einheizen.

Will sich die Dame gern auch weiterhin bildlich präsentieren, kann man da auch bestimmt die ein oder andere lustige Bildpostingidee umsetzen, wie überhaupt vieles davon noch konkret ausgearbeitet werden muß (am besten im Laufe der Zeit improvisiert, da bin ich am besten).

Das soll ein wenig die Tavernenidee weiterentwickeln und persiflieren (so wie ich ja auch Klein-Asmodeus den Job als Türsteher gab) und ich erhoffe mir ein Aufpeppung des Blocks. Und nein, es ist trotz des Begriffs "Animiergirl" nix gemeint, was Richtung Nacktbilder gehen soll."

Ich weiß, klingt alles noch was wage, konkrete Details des Konzepts würde ich am liebsten mit dem neuen Crew-Mitglied selber entwickeln und besprechen. Spontaneität ist hier gefragt!
Bewerbungen an mich, direkt hier als Kommentar oder an die Mails:
general-rabe(at)gmx(dot)de
oder
edelweisspirat81(at)web(dot)de

Genaue Einstellungskriterien hab ich nicht, wer Bock auf den Posten hat, einfach mal anschreiben...ich folge meinem Instinkt bei meiner Entscheidung.

Yoho, Pirat

Mittwoch, 10. November 2010

Carnivorie für den Weltfrieden

Sachen gibts!

Urheber AMAPO bei Wikipedia
 
Als echter Freibeuter bin ich natürlich für totes Tier zu haben - sonst könnte man das Pöckelfleisch auf See ja nicht ertragen. Außerdem ist Fisch ja auch totes Tier. Zumindest geräuchert und gegrillt.
Als passionierter Fleischfresser durfte ich schon öfters Bekanntschaft mit missionarisch begabten Vegetariern und Veganern machen, die sich auf ihrem persönlichen Dschihad für eine herbivore Welt befanden.
Nix dagegen, soll ja jeder glücklich werden wie er will - nur bitte, das gilt ja auch für mich. So nachvollziehbar ich Einwände gegen Massentierhaltung finde, so wenig überzeugt mich die Vorstellung, die Welt wäre friedlicher, wenn nur alle vegan leben würden - vor allem nicht, wenn einem diese Vorstellung mit inquisitorischem Eifer eingetrichtert werden soll.

Und da stolper ich heute über diese Meldung: Fleisch baut Aggressionen ab . Potzblitz! Das hätte ich jetzt auch nicht gedacht. Zumindest bei den meisten Veganern scheint es Aggressionen auszulösen. Oder vielleicht muß man das Zeug essen? Zugegeben, am friedlichsten sind Löwen mit vollgeschlagenem Magen. Da tun sich ungeahnte Möglichkeiten auf! Vielleicht sollte man bei den nächsten Nahost-Friedensverhandlungen mal saftige Schweinesteaks in den Pausen auftischen. Ich bin sicher, sofort ist der Friedensvertrag unterzeichnet. Oder werte Männer...wenn eure Frauen euch mal wieder grollen...bratet ihnen doch mal ein Schnitzel. Überhaupt - die UNO-Friedenstruppen könnten sich mit Fleisch behängen.

Und überhaupt - Friedensnobelpreis für Schlachter!

Okay, das war jetzt übertrieben.

Dienstag, 9. November 2010

Attila, der Wikinger

Als ein geschichtlich und naturwissenschaftlich interessierter Freibeuter und Barbesitzer glotz ich ja durchaus gerne mal die ein oder andere Doku. Diese Passion hatte ich schon als kleiner Schiffsjunge. Nun, in den letzten Jahren haben Sender wie Phoenix, N-tv und N24 kommerziell und in Serie produzierte Dokus durchaus marktreif und gesellschaftsfähig gemacht. Anfänglich schauten die Öffentlich-rechtlichen da ja etwas pikiert drauf. Aber inzwischen ist das durchaus echte Konkurrenz.
Es gibt sogar einen Namen für diese Entwicklung, die vom amerikanischen Discovery Channel (dem Google der Fernsehwelt) und der BBC herüberschwappte: Infotainment.
Boah!

Leeeet meeeeee INFOTAIN YOU!!! *bambambam*

Man kann das durchaus begrüßen. Die Sendungen sprechen ein breites Publikum an und einige vermitteln tatsächlich ja sowas wie Bildung. Und da das so ein Erfolg ist nehmen nun auch Sender wie Kabel 1 entsprechende Formate ins Abendprogramm auf. Zur besten Sendezeit.

Dumm nur, wenn man sich da nicht die Perlen, sondern die faulen Nüsse einhandelt. Nämlich schlecht gemachte Dokus. Und damit meine ich nicht Herrn Barrs Riesenkalmar, der eigentlich nur ein Humboldtkalmar war.

Nein, ich meine eher solche Unglücke wie auf kabel 1, ein Format, das als die größten Eroberer  angepriesen wurde. Das Format stellt in aufwendig produzierten Szenen die Feldzüge von so großen Eroberern wie Attila, Richard Löwenherz usw. dar. Dafür, daß es von der BBC war, erstaunlich ungenau, wie mir auffiel. Manche Szenen kommen zu sehr wie Seifenoper daher, der zeitliche Rahmen wird häufig ungenau umrissen. Na gut, mag der publikumswirksamen Dramaturgie geschuldet sein.

Ich hab dann einmal mich hinreißen lassen, die Taverne war grad leer, klein Asmo sammelte die letzten Gläser ein, da zappte ich drauf und stolperte über die Folge dieser Reihe bezüglich Attila, dem Hunnen-...momentmal, das war doch der Hunnenkönig gewesen, oder? Da ritten also mit Schwertern bewaffnete Männer umher, man sah brüllende bärtige Burschen....aber Hunnen waren das irgendwie nicht. Die wirkten mehr wie Wikinger.
Hätte man nicht wenigstens passende Darsteller zumindest für die Protagonisten wenn nicht für die Statisten finden können? Ich war völlig konsterniert.

Seit Attila, dem Wikinger habe ich mich nicht mehr getraut diese Reihe einzuschalten. Nix gegen Infotainment, aber das war kein Geniestreich! Ich will nicht wissen wieviele Geschichtslehrer da jetzt wieder die Wahrnehmung der Kids vergeblich gerade zu biegen versuchen...

Wer weitere Beispiele für schlechtes und eher skurriles Infotainment kennt, darf sie gerne melden.

Donnerstag, 4. November 2010

Satans-Braten - hier wirds heiß

Ahoi zusammen!

Eine schöne Überraschung gab es heute.
Auf einem anderen Blog wurden in kurzen Worten die Dark Tavern und der Zoo vorgestellt. Das hat mich sehr gefreut und der edle Kollege war der Mike.

Mike führt schon eine Weile den Blog Satans-Braten . Der Blog macht seinem Namen alle Ehre, es geht heiß her, vornehmlich weils ums Kochen geht. Nur ist Mike im Gegensatz zur Tavernencrew tatsächlich ausgebildeter Koch *lach* Aber auch andere Themen, aus dem Leben und dem Alltag gegriffen werden mit einem Schuß Ironie beackert. Sehr schön zum stöbern.

Von daher empfiehlt die Tavernenleitung diesen Blog natürlich gern weiter für den Fall, daß in der Taverne schon alles leergetrunken (respektive durchgelesen) wurde. Und natürlich danken wir Mike für seine Empfehlung unsererseits.

Prost! *mit erhobenem Rum-Glas*

Hausmitteilung: Der Zoo zur Taverne

Ahoi zusammen liebe Leser - auch unsere Neuleser aus Indien und Vietnam. *g*

Wie im letzten Artikel der Rubrik Küche bereits angemerkt wurde, entsteht hinter der Dark Tavern nun auch ein Zoo: Pirats Kreaturen soll ein Fenster in die Welt der animalischen Biodiversität sein, die mich alten Piraten schon immer fasziniert hat. Schließlich begegnet einem beim Weltumsegeln jede Menge, von Haien über Meerjungfrauen und Seeschlangen bis hin zu Kraken und Davy Jones.

Die Arbeiten laufen allerdings teilweise etwas schleppend. Kein Wunder, das mit der Mangrovenqualle zunächst was pflegeleichtes eingezogen ist. An einigen speziellen Gehegen wird halt noch gearbeitet...z.B. wollen wir den Marianengraben und den Himalaya im Maßstab 1:1 nachbauen und das ist eben sehr aufwendig.

Die Rubriken im Zoo werden thematisch unterteilt sein, in Kategorien, die ich mir mal so ausgedacht hab und die hoffentlich eine bunte Mischung hervorrufen, so daß es wenn es sich was gefüllt hat, viel zu stöbern gibt.
Wer also sich an Satire, Meinungsmacherei und Smalltalk in der Taverne gesättigt hat, kann gern kurzweilig auf Kreaturenschau im Zoo gehen. Ich hoffe, er findet Anklang und man wird es mir nachsehen, wenn er sich erst nach und nach füllt.

Yoho, Pirat

Quallensalat - ja, das gibt's!

Anläßlich der Eröffnung des hinter der Taverne nun angelegten Kreaturenzoo von uns, gibts ein sehr exotisches Gericht seit heute auf der Karte - Quallensalat!
Ich habs noch nicht gegessen, aber unser philippinischer Koch schwört drauf.

Quallensalat
1 kg Mangrovenquallen (Cassiopea andromeda) (lebend)
200 ml Essig
50 ml Zitronensaft
3 EL Sojasauce
2 Zwiebeln
2 Frühlingszwiebeln (Lauchzwiebeln)
2-3 Tomaten
4 Knoblauchzehen
10 g Ingwer
Prise schwarzer Pfeffer

Zubereitung:
Die Quallen abspülen und vom Schleim befreien (viel Spaß!). Dann die Schirme in Würfel oder Streifen schneiden. Diese Stücke in einem Sieb abtropfen lassen.
Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwer feinhacken.
Tomaten in Scheiben schneiden.
Alles zusammen mit den Quallenstücken in eine Schüssel geben und dann Essig, Sojasauce, Zitronensaft hinzugeben und pfeffern.
Gut umrühren, darauf achten, daß die Marinade alles bedeckt und über Nacht bis einen Tag im Kühlschrank ziehen lassen.

Das ziehen lassen ist wichtig um die paar Nesselzellen, die das Viech hat, zu entladen, bevor man das Ganze futtert.
Wir servieren den Salat als Vorspeise zu in Streifen geschnittenen und im Wok frittierten Quallen....

Wohl bekomms!

Dienstag, 2. November 2010

Pirats Kampf mit der Dorade...

Hier in der Taverne haben wir ja unsern virtuellen Chefkoch, aber manchmal muß der edelweiße Pirat auch mal selber ran am Herd.
Zum Beispiel wenn die beste Freundin Geburtstag hatte und auf Besuch kommt.

Ich hatte mir extra dafür ein leckeres Gericht zurechtgelegt, was zugleich ein Versuch sein sollte:
Trigrano-Reis (das ist Langkorn-, Wild-und Camargue-Reis gemischt) mit Doradenfilet, Apfelstücken und Curry-Sauce.
Der Plan an sich war ja einfach. Reis zu kochen is ja einfach. Die Apfelstücke mit Curry anpeppen und in Zitronensaft in der Pfanne kurz angarren - auch einfach. Curry-Sauce aus Zeitgründen auf Basis einer Fertigmischung, verfeinert um zusätzliches Currypulver, ordentlichen Schuß Sahne und ein paar Lorbeerblätter - auch einfach!
Doradenfilet in der Pfanne braten, gewürzt mit etwas Pfeffer, ordentlich Kräutern und Zwiebelringen dazu - in der Theorie einfach.

Wie war das mit Theorie und Praxis? Ich hatte den Plan und wie das mit Plänen so ist, gehen sie den Bach runter sobald der erste Schuß gefallen ist.
Für 14 Uhr 30 war meine Freundin angesagt.

Also denn...um 11 Uhr 50 Aufschlag an der Fischtheke im Supermarkt. Es schien noch alles so einfach.
"Habt ihr Dorade?" "Ja, frisch reingekommen!" Super, dachte ich mir. Dorade gabs nur an Stück. Wußte ich ja vorher. Wie schwer kann es sein, einen Fisch auseinanderzunehmen? Früher mit Forellen hatte es ja auch schon geklappt. "Ist aber schon ausgenommen, oder?" "Ja, klar!" Tatsächlich, ein Längsschnitt am Bauch des Fisches.

13 Uhr 15. Es wurde Zeit die Fische vorzubereiten. Ich hatte zwei gekauft, eine kleinere und eine größere Dorade. Eben noch schnell hier nochmal nachgeschaut, ob ich das filettieren richtig im Kopf hatte. Naja, fast. Die Anleitung wich ein wenig von meiner Erinnerung ab. Nun gut, das mußte nix heißen.
Zuerst die kleine Dorade, als Testlauf. Beim Waschen fällt auf, daß auf einmal Gedärme heraushängen.
Super, die Supermarktfrickel können nichtmal richtig ausnehmen. Also erstmal die Eingeweide rausgekratzt.
Und der Fisch - glotzte...

13 Uhr 20. Der Einschnitt hinter dem Fischkopf ließ sich gut an. Dann zur Seite mit dem Messer vorangearbeitet. Irgendetwas knackt. Hä? Weiter. Es hakte.Wieder ein Knack. Das Messer bleibt stecken. Schließlich muß ich neu ansetzen. Schließlich löst sich ein etwas klein geratenes Stück vom Fisch. Ein leichtes Triumphgefühl überkam mich. Und der Fisch - glotzte...

13 Uhr 30. Der Fisch glotzte mich immer noch an, als mein Siegesgefühl schwand. In der Mitte des Filetstücks waren dicke Knochenstücke. Hatte ich die Wirbelsäule erwischt? Nein, eine Inspektion ergab, daß es nicht die Wirbelsäule war. Aber Doraden sollten doch wenig Gräten haben! Der Versuch diese komische Knochen rauszuoperieren endete damit, daß ein zerfetztes Filetstück quer über Brett und Arbeitsplatte glitschte und mir Fischstücke im Haar hingen. Und der Fisch - glotzte...

13 Uhr 40. Neuer Versuch auf der anderen Seite des Fisches. Zuerst bekomme ich ein flaches Stück tatsächlich abgetrennt und bin guter Dinge. Dann bleibt das Messer wieder hängen. Und wieder diese komischen Knochen! Was ist das? Ne Tschernobyl-Dorade? Beim Versuch das Messer rauszuziehen machts auf einmal blubb und ein Schwall Blut überschwemmt das Brett und fließt darunter. Das Brett pappt an der Arbeitsplatte fest. Halleluja. Das Messer löst sich, wobei Fischteile durch die Gegend fliegen.
Und der Fisch - glotzte....

...bis ich ihm wutenbrannt den Kopf abhackte!

13 Uhr 50. Die Zeit drängte. Die erste Dorade entsorgt, Brett und Arbeitsplatte gewaschen, die zweite Dorade gewaschen (und fertig ausgenommen -.-). Nun stand ich also vor der zweiten, größeren Dorade.
Scheiß auf die Internetanleitung, dachte ich mir. Wie war das damals bei der Forelle? Ach ja...ich hab einfach den Fisch stückweise auseinandergenommen. Allerdings hatte die Forelle auch nie drei oder fünf Wirbelsäulen gehabt. Nun gut, dachte ich mir. Die Doraden wollen Krieg - sie können ihn haben!
Und der Fisch glotzte...

13 Uhr 55. Ich baue mich vor diesem widerspenstigen Fisch auf, in jeder Hand ein 30 cm Edelstahl-Tranchiermesser, im Gesicht ein irres diabolisches Grinsen. Beide lasse ich auf den Fisch los. Schwanzflosse ab, Brustflosse ab. KOPF AB! GENUG GEGLOTZT! Längsschnitt an die Seite gesetzt. Ah, auch hier diese komischen Pseudowirbelsäulen oder was das ist. Sehr knochiger Fisch, die Dorade. Dann nach Rücken und Bauch arbeiten. Der Fisch wehrte sich, glitschte, Messer bleiben hängen, Fischstücke fliegen umher, Blut pulste...aber kein Fisch glotzte!

14 Uhr 05. Brett und Arbeitsplatte sehen aus, als wenn jemand eine Handgranate in einem Fisch gezündet hätte. Fischstücke im Haar, Fischschuppen auf den Klamotten, glitschige Hände. ABER! Auf dem Ablegeteller liegen mehrere kleine Filetstücke! Year, Baby! Das ist immer noch meine Küche!

Jetzt konnte ich mich um den Rest kümmern.
14 Uhr 35: Das Essen ist gerade im Zustand der Endgarung, es klingelt an der Tür, mein Gast ist da. Ich hatte vorher noch schnell die Spuren des Massakers beseitigt...
15 Uhr 15. Nach einer ausgiebigen Mahlzeit sind wir vollgefressen und meine Freundin lobt das wunderbare und leckere Essen. Sie ahnt ja nicht, was dazu nötig war...

Ich habe viel gelernt. 1. kauf nie wieder ganze Fische im Supermarkt. 2. kauf nur noch schon filettierte Fische, spart Nerven. Ansonsten ist Dorade tatsächlich sehr lecker.

Übrigens jetzt auch hier in der Taverne: Dark-Tavernen-Dorade mit Curry-Sauce. ;)

Montag, 1. November 2010

Todesanzeige: Morts Goldstück

Also momentan gibt es viele Trauerfälle hier in der Taverne.

Und nun trauert auch ein guter Kumpel von mir aus der bösen Stadt mit D...der Mort.


Und zwar verstarb eine der wichtigsten Personen in Morts Leben....sein Goldstück, der Fernseher. Vor etwa einer Woche. Seitdem trägt Mort nur noch schwarz - wie sowieso ja schon.

Mort, wir trauern mit Dir! Es kommen auch wieder gute Zeiten! Wirklich!

Goldstück ist nun im Fernsehhimmel.


*für Mort einen doppelten Glenmorangie hinstell*

Yoho, Pirat

I'm Chucky

 Tja, ihr solltet aufpassen, wenn ihr in meiner Taverne seid. Laut dieser tollen Seite bin ich Chucky:


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Dabei wär ich lieber Dracula. A) hab ich Fangzähne und B) könnte ich dann schöne Frauen vögeln bevor ich esse. Fänd ich toll.

Yoho, Pirat

Vorbild Putin

In Russland laufen quasi die Warmlaufrunden für den Wahlkampf 2012. Das zeigt sich vor allem an einem:

Supermann Putin ist wieder zurück - als ganzer Kerl in der Wildnis. Und was ein echter Kerl ist fängt auch als Premierminister die Fische selbst und rennt mit der Flinte durch die russischen Wälder. Da werden Erinnerungen wach an frühere Heldentaten Putins - sei es, daß er Mitarbeiter vor einem Tigerangriff bewahrte oder sein Land vor den georgischen Welteroberungsplänen.

Da schlagen Frauen-und Wählerherzen höher! Die deutsche Politik könnte sich ja mal ein Beispiel nehmen. Guttenberg könnte mit einem Leo 2 durch die Lüneburger Heide heizen, Seehofer mit dem Wasserwerfer die türkischen Ghettos säubern, Mappus mit der Tränengas Mann gegen Mann mit Demonstranten ringen und Westerwelle könnte in seinem Bonner Wahlkreis mit der Flinte die Bundeswehr beim Kampf gegen die Wildschweine unterstützen. Er darf nur nicht versehentlich auf die Merkel schießen. Wobei die ja schon lange versucht Putin nachzueifern, ich sag nur: Rumlaufen auf Grönland im roten Anorak.
Und auch in Sachen "lupenreiner Demokratie" eifert man im Kanzleramt dem Putin ja längst nach. In Sachen Atombeschluß und anderen neueren sogenannten Reformen und Sparpaketen etc. hat man jüngst höchst erfolgreich die Annäherung an die russischen Oligarchie-Verhältnisse erprobt. Hurra!

Aber noch fehlt der deutschen Politik das gewisse Etwas. Der Pepp. Da kann man vom Judoka Putin noch was lernen. Bei Youtube findet sich da eine kleine Anleitung:



Nastrovje!

Dienstag, 26. Oktober 2010

Trauer um - Paul

Schwere Schicksalsschläge treffen derzeit das nationale Gemüt.
Nun also: Paul, der Krake. Paul ist tot. Sanft entschlafen wie das Aquarium in Oberhausen heute mitteilte.
Armer Paul. Man hatte ja auf ein Wiedersehen bei der EM gehofft um zu schauen ob Du Deinen Trefferschnitt in Sachen Fußball-Präkognition hälst. Nun also der Krakenhimmel. Ich hoffe dort gibts genug Muschelfleisch.

Zugegeben, es soll Zeitgenossen geben, die nun eine später Genugtuung überfällt, nachdem Paul zielsicher die Niederlage Deutschlands gegen Spanien bei der WM vorhergesagt hatte.
Nun denn, ihm zu Ehren gibts eine Woche lang umsonst Kalamari in der Taverne. Yoho!

PS: Natürlich darf die Kommentarfunktion auch hier zur Kondolenz mißbraucht werden.

Bundeskanzler Merkel gestalked

Wie soeben mitgeteilt wurde - einer schockierten Weltöffentlichkeit wohlgemerkt - wurde Angela Merkel Opfer eines Stalkers. Der Mann soll sogar an der Haustür geklingelt haben! Laut Polizeiangaben ist er geistig verwirrt.
DAS glaube ich sofort, denn wer richtig im Kopf ist stalked z.B. Manuela Schwesig - zwar von der SPD, aber wenigstens recht hübsch. Der Steinmeier macht das schon richtig hier...Steini, Du alter Schürzenjäger! Du Hecht, toller Fang!...Anmerkung in eigener Sache: Natürlich ist das Foto völlig aus dem Zusammenhang gerissen und Steini hat nix mit der Schwesig. Was haben Sie denn gedacht, lieber Leser?

Zurück zum Thema.
Merkels Stalker, dessen geistig verwirrter Zustand nun bewiesen ist, soll außerdem wütend auf Merkel gewesen sein wegen ihrer Politik.
DAS wiederum glaub ich auch sofort. Das gilt für die meisten Deutschen, die ich kenne. Vielleicht sollten wir ALLE mal an Merkels Haustür klingeln.

Deutschland einig Stalkerland.

Yoho, Pirat

PS: Da das halb Satire, halb ernst gemeint ist, diesmal zwei Labels für einen Artikel.

Freitag, 22. Oktober 2010

Trauer um Loki

Wie inzwischen sicherlich jeder mit medialem Anschluß mitbekommen hat, ist Hannelore "Loki" Schmidt, die Ehefrau von Altkanzler Helmuth Schmidt verstorben - im Alter von 91 Jahren nach 68 Ehejahren. Diese Frau hat ihr Leben stets aufrecht gelebt (selbst wenns um Knickse bei diplomatischen Anläßen ging).
Man kann von den Schmidts halten was man will, aber das ist eine Leistung, die wir jüngeren Jahrgänge auch erstmal hinkriegen müssen.




Das gesamte Tavernenteam - auch klein Asmo, der sich entschuldigt, notgedrungen in pink rumlaufen zu müssen - läßt Herrn Schmidt sein Beileid ausrichten.

Die Kommentarfunktion darf hier gern als inoffizielles Kondolenzbuch genutzt werden.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Sabotagewelle in NRW

Es wird mal wieder Zeit neues von der Front zu berichten...oder haben Sie, werter Leser, etwa noch nichts von dem Wildschweinkrieg mitbekommen, der seit einigen Wochen hier mitten unter uns geführt wird?
Nun, das liegt an der geschickten PR unserer Regierung, um das unter Verschluß zu halten! Da wird in Rheinland-Pfalz nicht nur die echte Sau, sondern auch in Sachen Integration die mediale Sau durchs Dorf gejagt. Kaum sagt der Bundespräsident was über Muslime bei uns, sind alle abgelenkt. Und wenn das nicht fruchtet haben wir immer noch Stuttgart 21 und den Juchtenkäfer.

Derweil geht der heimliche Krieg weiter. Der Wildschwein-Widerstand versucht durchgesickerten Informationen zufolge, den Konflikt weiter auf NRW auszudehnen. In diesem Zusammenhang versuchen die Behörden derzeit eine Sabotagewelle als zufällige Ereignisse darzustellen!
Laut plauderfreudigen Verfassungsschutzmitarbeitern, die öfter bei uns einen süffeln (übrigens Jungs, der Bierdeckel vom letzten WE ist noch offen!) konnten folgende Ereignisse der WISBAD (WIlde Sau Befreiungs-Armee Deutschlands) zugeordnet werden:
14. Oktober: Großbrand in einem Baustoff-Handel in Bad Honnef, große Sachschäden von mehreren hunderttausend Euro.
Nacht zum 16. Oktober: Brandstiftung in der Turnhalle der Gesamtschule Aachen-Brand in Aachen.
17. Oktober: Brand in einer Autowerkstatt in Arnsberg-Bergheim mit 250000 Euro Schaden. Angeblich ein elektrischer Defekt, offiziell zumindest.
Nacht zum 19. Oktober: Mehrere Rohrbrüche im Rhein-Erftkreis und zwar in Kerpen, Lechenich und Gymnich. Offiziell geht man von einem Zufall aus - ja klar! (Quelle: WDR).
Vormittag 19. Oktober: Sabotage bei einer Solinger Galvanikfirma, bei der Natron und Wasserstoff aus Behältern austraten. Das rasche Eingreifen von Mitarbeitern verhinderte Opfer durch die giftigen Gase! (Quelle: WDR).

Ein Schelm der böses dabei denkt! Oder eine Sau.

                                               Fotograph Piso, Bild: Dösende Wildsau.
                                               Quelle: http://www.piqs.de
                                               Some rights preserved

Kann man sowas glauben?

Heute Abend erfuhr ich von einer Story, da weiß ich ja echt nicht ob ich soviele Hüte hab, das die mir hochgehen könnten.

Da wurde jetzt von einem Landgericht ein Mann nur zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Begründung: Er habe zwar seine 17jährige Tochter mißbraucht. Aber das Gericht folgte den Ausführungen des Mannes, dies sei ein Versehen gewesen. Ein Versehen!
Und sowas glaubt das Gericht!
Ich will ja nicht nörgeln, aber ich glaub meine eigene Frau würd ich auch im Dunkeln schon noch erkennen. Man darf zumindest dem Herrn zumuten zu merken, daß da was nicht stimmt. Auch im Suff!
Ein sehr seltsamer Auswuchs des Prinzips "Im Zweifel für den Angeklagten".

Ob das Gericht auch so gnädig wäre, wenn sich Töchterchen besäuft und anschließend den Vater im Dunkeln im Flur absticht..."Entschuldigung, ich dachte dat wärn Einbrecher"?

Sorry, ich find diesen Fall ein Unding. Wer kümmert sich da eigentlich um das Opfer? Mit Verlaub, das stärkt nicht meinen Glauben in den Rechtsstaat. Aber der hat ja sowieso schon länger nen Knacks, von daher...

Montag, 18. Oktober 2010

Internationale Gäste der Taverne!

Es ist schon lustig, wer sich inzwischen hier alles in die Taverne verirrt! Ich mein mit Leuten aus Deutschland und noch Nachbarländern hätt ich ja noch gerechnet. Als es dann auch USA, Kanada und Russland waren hab ich noch gedacht...okay...leben ja viele Deutsche da. Auch Rumänien ging ja.
Aber jetzt in den letzten zwei Wochen wurde es zunehmend exotisch. Ich hatte Zugriffe aus so schicken Staaten wie Singapur, Pakistan und Vereinigte Arabische Emirate. Der kleine Asmo hat als unser Türsteher nicht schlecht gestaunt, als ne 10 m-Limo mit mehrere Scheichs vorfuhr.
Aber Leute, wenn ihr nochmal für unsere Aushilfskellnerin Kamele bietet, werd ich ungemütlich! Wir unterstützen keinen Menschenhandel.

Ne, im Ernst, liebe ausländische Gäste...schreibt ruhig mal was, einen Kommentar. Es würde die Tavernencrew schon interessieren wer sich aus so fernen Gefilden hin verirrt und sie freut sich über jedes Feedback!

Sonntag, 17. Oktober 2010

Rechts um, Leitkultur - marsch, marsch!

"Wir als Union treten für die deutsche Leitkultur und gegen Multikulti ein - Multikulti ist tot."

Sprach der Horst und die Angie (ja, wir sollen ja tatsächlich eine BundeskanzlerIN haben) sekundierte fröhlich.
Ich dachte ja mal, wir wären schon weiter gewesen. Da hat der Horst sogar ein, zwei gute Ideen in seinem Punkte-Programm zur Integration - und redet dann wieder so einen Unsinn...pardon: Schmarn. Er ist ja in Bayern. Auch das Merkel des Bundespräsidenten-Wort vom Islam als Teil Deutschlands ebenso unterstützte ist praktisch völlig untergegangen. 
Beiden ist aber nicht aufgegangen, daß nicht Multikulti tot ist - sondern das Verständnis davon, was Multikulti ist. So wie Grüne und Linke das in den 80er und 90er Jahren den Begriff verstanden, ist er tatsächlich tot. Das wir aber verschiedene kulturelle Strömungen in unserem Land haben, die wir unter einen Hut kriegen müssen, das bleibt Fakt.

Und so rudert die CSU mit einem Motorboot zurück in die Zeiten der Ignoranz und wir haben nun also wieder eine Debatte, die ich längst hinter uns wähnte:
Deutsche Leitkultur.

Entschuldigung, der gute Pirat ist verwirrt, was ist denn bitte die deutsche Leitkultur? Das konnte mir immer noch keiner erklären.

Die deutsche Sprache? Hmmm...wenn ich als Kölner in Bayern bin brauch ich oft ein Wörterbuch. Eigentlich sogar schon in der Eifel. Das wir halbwegs alle das selbe reden ist kommunikativ so oder so wichtig. Das schießt mir oft durch den Kopf, wenn so nen 15jähriger deutsche Möchtegernmafiosie da vor mir steht und mit seinem Großstadtdschungel-Denglisch loslegt. Bitte, liebe Migranten - das nicht zum Vorbild nehmen (ich weiß, die Bitte kommt bei der hier aufgewachsenen Fraktion oft zu spät).
Ich bin durchaus dafür, daß alle die hier leben gut deutsch können, das ergibt sich aber aus schlichter Logik, nicht aus einer Ideologie namens Leitkultur.

Das Grundgesetz? Wenn man einen juristischen Text als Kultur nehmen will von mir aus gerne. Nur verstehe ich nicht, was an Grundrechten und Demokratie explizit Deutsch ist. Ich bin sehr dafür, daß das Grundgesetz uns den Rahmen des Zusammenlebens vorgibt (was es auch tut, wir müßen es nur umsetzen), aber eben auch deshalb, weil die Werte des Grundgesetzes für mich sehr universal sind. Nicht zuletzt weil Menschen-und Grundrechte zumindest in Europa zuerst in einem Land hoffähig wurden, das nicht ganz so mittig war...ach ja, Frankreich!
Also bitte durchaus gerne Einhaltung des Grundgesetzes fordern, was dann aber übrigens auch dann gilt, wenn das unseren hohen Herren nicht so sehr gefällt...

...und da das so ist, hab ich den Verdacht, daran hat der Horst gar nicht gedacht. Z.B. behandelt das Grundgesetz Religionen gleich. Nennt sich ja Religionsfreiheit...das ist für den Horst aber nicht deutsche Leitkultur. Für ihn ist deutsche Leitkultur sicherlich das Christentum (und damit wir uns nicht wie Nazis vorkommen, hängen wir noch immer hektisch schnell "und das Judentum" dran). Komisch. Ich bin Deutscher, meine Eltern auch, meine Großeltern auch (hielten sogar Arsch und Kopf für unseren Chef-Leitkulturler mit dem Bärtchen hin) usw. Nur Christ bin ich dummerweise nicht. Ich bin Atheist. Das Christentum ist für mich so nen historisch ergebenes Anhängsel hier, wie die Nazis und deren ewig gestrigen Neo-Fans. Ich mag zwar Weihnachtsbäume, aber nicht aus christlichen Gefühlen und die Türken in meinem Viertel haben auch häufig einen Weihnachtsbaum. Die finden ihn schön. Wer erfüllt denn jetzt die Leitkultur?
Sollen wir uns ernsthaft unsern Kölner Chef-Hassprediger Meisner zum Vorbild nehmen, der ist übrigens aufm Papier Christ, der Kardinal, der mal verkündete, Homosexuelle müßten aus der Gesellschaft wie eine Krankheit ausgeschieden werden?

Ich suche vergebens nach einer deutschen Leitkultur. Ich mache die Erfahrung eines Nachbarn, der dem Sozialstaat auf der Tasche liegt und meine Familie bedroht hat und damit unintegrierter ist wie die meisten Migranten, die ich kenne. In Sachsen komme ich mir als Rheinländer wie im Ausland vor. Und die hohen Herren, die über Sozialschmarotzer schwadronieren,. hinterziehen selbst Steuern in Liechtenstein. Horst, Du wohnst nicht weit davon, oder?
Und wenn ich schon so mit nem Fragezeichen rumstehe, wie muß es erst einem Zugewanderten ergehen? Dem sein Eindruck wird sein, daß er sich jedes Wochenende mit Bier und anderem Zeug zukippen muß, schließlich wird sowas hierzulande a la Oktoberfest als kulturelles Ereignis gefeiert. Oder ist man erst ein guter Deutscher, wenn man ein paar Inder durch Mügeln prügelt? Solcherlei Deutschtum kann man von mir aus zusammen mit "Scheiß Deutscher!" -und "Deutsche Schlampe!"-gröhlenden jungen Muslimen in eine Zelle stecken und den Schlüssel wegwerfen. 

Horsti, liebe CSU (Corrupt, senile, useless), in Wirklichkeit isses doch so, das ihr sogar einem voll integrierten, perfekt deutsch sprachenden Migranten noch nahelegen würdet, endlich die deutsche Leitkultur zu erlernen. Denn fragt mal solche sogar eingebürgerten Mitbürger...man honoriert ihre enorme Leistung nicht. Man akzeptiert sie in dieser unserer Gesellschaft mit ihrem hohen Dünkel ja doch nicht als angekommen und Deutsche. Sie bleiben die stinkenden Türken und die gröhlenden Araber.
Wen wunderts da noch, das laut Statistik grade die gut integrierten Türken z.B. besonders gern wieder ins Ausland gehen?

Nun ja, das Grundgesetz verbietet Politiker ja nicht die Verlogenheit. Ich warte auf den ersten Einbürgerungswilligen, der sich bei Horst mit dem Deutschlandlied in allen drei Strophen um Aufnahme bemüht...

Die Band Eisbrecher hat das doch mal schön zusammengefaßt: "Stechschritt, Hofbräuhaus - und Sendung mit der Maus!"
Ja, Horst, das isses doch, gell? 

Bin mal gespannt, ob man vielleicht nächstes Jahr dazu übergeht, die Probleme zu lösen, anstatt zu hetzen. 

Yoho, Pirat 
 
 

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Chile ist das neue Hollywood

Dieser Tag, der 13.10. 2010, ist in der Tat ein großer Tag.
Zumindest wenn man Chilene ist. Oder wenigstens Bergarbeiter.



Noch sind - während ich das schreibe - nicht alle Bergleute in San José in Chile gerettet.Aber das ist
wohl  absehbar.
33 Männer, fast 70 Tage lang in rund 700 m Tiefe festsitzend (wir wollen mal nicht um ein paar Meter streiten...heiß, stickig, feucht ist es so oder so).
Halten durch und aus, lassen sich nicht unterkriegen, Botschaften der Hoffnung wechseln über einen Versorgungsschacht.

Und jetzt tatsächlich das Happy End.
Schon die erste Nachricht der Eingeschlossenen um sich bemerkbar zu machen:
"Uns geht es gut in dem Schutzraum. Die 33."
Weltklasse. Bruce Willis hätte das nicht besser formulieren können.

Echte Kerle stemmen sich gegen das vermeintlich sichere Schicksal - und schließen am Ende als echte Helden ihre Familie in die Arme.
Eigentlich - wie in Hollywood. Nur noch besser. Nämlich etwas wahrer.

Natürlich wurde auch inszeniert. Der chilenische Präsident und sein bolivianischer Kollege haben sich gut in Pose geworfen. In Chile und auch international baute sich ein riesiger Medienbohei auf.
Und wahrscheinlich werden auch die Kumpel unter der Erde nicht jeden Lagerkoller nach oben berichtet haben.

Und trotzdem bleibt unterm Strich: Echte Helden. Zumindest für diese 70 Tage. Es fällt umso mehr auf, als es das sonst kaum noch irgendwo wahrnehmbar gibt. Natürlich war es Zufall (und gute Pressearbeit der chilenischen Regierung), daß genau dieser Fall so medienpublik um die Welt ging. Schade eigentlich. Es gibt bestimmt - auch wenn sie selten sind - noch andere Helden in extremen Situationen oder im Alltag auf dieser Welt, die nicht so wahrgenommen werden. Schade eigentlich. Die Welt wäre vielleicht besser, wenn Menschen für solche Leistungen häufiger entsprechend gewürdigt würden.

Zumindest den 33 aus Chile wird das wohl widerfahren. Man wird sie von Interview zu Interview reichen, durch den Mediensumpf ziehen und einen Film drehen. Ich hoffe, daß keiner von ihnen dabei Schaden nimmt.
Im Gegenteil, ich wünsche den 33 Männern nach ihrer Rettung alles Gute. Laßt euch von der Presse vielleicht erstmal nen guten Urlaub finanzieren Jungs! Und feiert dann schön Weihnachten - geht ja jetzt doch.
Ich hab jedenfalls Respekt davor solange in 700 m Tiefe ausgeharrt zu haben. Wirklich großes Kino.

Ja, Chile ist das neue Hollywood.

Montag, 11. Oktober 2010

Darf ich vorstellen...

Ja, das Leben des Piraten ist bunter geworden...um eine eigentlich nicht gemochte Farbe: Pink.

Genauer: Der kleine Asmo.
Der kleine Asmo wurde mir am Samstag in meine Obhut übergeben - getarnt als Geburtstagsgeschenk. Ich weiß zwar nicht, wieso dieses kleine Ding 5 Augen hat. Oder was für eine Spezies das ist.
Aber der kleine Asmo ist jetzt jedenfalls in die Taverne eingezogen und fährt demnächst Türsteherdienst. Unterschätzt ihn nicht!

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Ein Blick aus meinem Fenster

Neulich ging ich mal wieder in anderen Bars das Angebot testen...und stieß bei Fulanos Worten - nebenbei auch ein sehr interessanter und unterhaltsamer Blog - auf einen Hinweis auf dieses Projekt:
Ein Blick aus Deinem Fenster
Ich find das Projekt irgendwie ganz witzig und dachte mir: Pirat, da mußte auch mitmachen.

Aufgrund eines Defektes war das Öffnen des Fensters nicht möglich, aber ich hoffe, das Foto tuts trotzdem.
Unten rechts am Bildrand auch Eddie, mein Plastikrabe (abends zapft er bei uns das Guinness).


Nila, wir von der Dark Tavern sind sehr gespannt was aus dem Projekt noch wird!

Dienstag, 5. Oktober 2010

Und so ward ich - Biffist!

Der ein oder andere mag sich erinnern - unsere Taverne hat ne kleine Bibliothek. Sie ist noch im Aufbau begriffen. Nun ja. Ein wichtiges Buch wird nun endlich Einzug halten in selbiger.

Und zwar - die Bibel.
Nach Biff.

Ich liebe dieses Buch. Lange wurde es mir empfohlen. Irgendwann hat es mir dann jemand geschenkt. Dieses Jahr erst hatte ich es verliehen und es kam dann über verschlungene Pfade neulich zurück zu mir.
Es ist einfach grandios. Ich könnte schwören, wenn es Biff nicht gäbe, wäre ich er und man müßte ihn erfinden. Oder...moment...stimmt...man hat ihn ja erfunden. Sei es drum. Christopher Moore hat mit seiner Geschichte von Biff, dem besten Freund von Jesus, den man nach 2000 Jahren wieder hervorzerrt damit er aufschreibt wie es wirklich war, etwas geschaffen, von dem man sich wünschen möchte, es wäre wahr.
Ich gebe offen zu, wäre die Bibel nach Biff der offizielle Glaubenskanon (insbesondere der Teil, wo man für seinen besten Kumpel die heißesten Mädel flachlegt), dann wäre ich vielleicht sogar nicht länger Atheist. Ich wäre Biffist. Leider besteht der Vatikan auf diesem verschrobenen unflätigen Buch, das die Christen die Bibel nennen.

Ich glaube die Welt wäre schöner. Wir hätten eine Religion, in der das Kamasutra vorkommt, die Frauenstatuen in den Kirchen Wonne und Erbsenschote als Namen trügen und wo man den Kindern mit dem Mann droht, der mit Tauben. (Fuck, ich hab wieder dieses Bild vor Augen!). Ganz zu schweigen davon, daß die Frauen mit Maggie ein vernünftiges Vorbild hätten.
Das Bild von Gott wäre auch endlich realistischer. Nämlich, daß ihm hier alles am Arsch vorbeigeht.
Nur um eines würde man sich dann noch kloppen. Ob das H. für Heilig oder Harvey steht.
Ich persönlich halte es mit Biff - Harvey klingt cooler.

Und vor allem hätten die Menschen ein Vorbild echter Freundschaft durch jeglichen Unfug des Lebens hindurch. Vielen mag das unvorstellbar erscheinen, wenn sie die Bibel nach Biff lesen. Mir nicht. Ich bin in der glücklichen Lage eine ähnliche Freundschaft seit ich denken kann zu haben. Das wegen berührt mich das Buch sehr.

Und umso froher bin ich, daß die Weisheit dieses Buches jetzt vielleicht dem ein oder andern Tavernengast beim Whisky miteingeflößt wird. Für eine bessere Welt!

Yoho, Pirat

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Unsere Empfehlung, wenn auch älter:
Christopher Moore:
Die Bibel nach Biff. Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund.
Goldmann Verlag
ISBN: 978-3-442-54182-9
Deutsche Ersterscheinung: 2002.