Freitag, 19. November 2010

Die Taverne informiert: Wie verhalten bei Terrorwarnungen?

Verehrte Tavernengäste,

wir wissen ja - die Unsicherheit ist groß. Seit zwei Tagen lebt dieses Land in Angst, dank der Terrorwarnung von Innenminister de Maizière. Oder dank Al Qaida. Das kann man jetzt sehen wie man will.

Wir wollen hier gar nicht erst weiter die Debatte über Sinn und Unsinn dieser Warnung befeuern. Stattdessen möchte die Tavernencrew ganz praktische Hilfe geben. Daher im folgenden einige Tips zum Leben nach einer Terrorwarnung.

1. Leben Sie NORMAL weiter.Das tägliche Leben bietet eher wenig Anlaß einem Terroristen zu begegnen. Auch die Ehemänner dieser Republik durfen beruhigt sein, die kleine Thai aus dem städtischen Laufhaus hat sich bislang noch nie als Terroristin entpuppt. Der wöchentliche Puffbesuch darf also beibehalten werden. Auch die Ehefrau darf weiterhin am Wochenende die Dildo-Parties bei der Nachbarin aufsuchen. Bisher versteckte Al-Qaida seine Sprengsätze nicht in Masturbationsspielzeugen.

2. Gucken Sie öfter mal in die Geschichtsbücher, vorzugweise über die 1930er Jahre, und wenden sie Erkenntnisse der Appeasement-Politik auf ihre Mitmenschen an. Erkennen Sie, wann Sie an der Supermarktkasse besser seltsame Gestalten in langen Kutten vorlassen oder diesen im Zug den eigenen Sitzplatz anbieten, auch ohne Behindertenausweis. Allgemein wird es Ihre Umwelt danken, daß Sie ein höflicherer Mensch geworden sind. Außerdem hat das den Vorteil, daß ich als Pirat mit langem schwarzen Ledermantel auch nicht mehr so lange in der Kassenschlange warten muß.

3. Seien Sie aufmerksam und melden Sie ungewöhnliche Rudelbildungen von mehr als drei zwielichtigen Gestalten (z.B. Anzug, Schlips und Kragen, zwei Handys und Banker/Politiker von Beruf) umgehend der Polizei. Denn es könnte ein Indiz sein, daß Gefahr im Verzug ist - und sei es nur für die Ersparnisse von uns allen!

4. Beruhigen Sie Ihre Nerven. Die Taverne empfiehlt dafür Rum. Hat den unschlagbaren Vorteil unseren Umsatz zu steigern. Und Sie schlafen ruhiger.

5. Legen Sie sich einen zweiten Wohnsitz zu, weitab von Ballungszentren. Also in der Eifel, Mecklenburg-Vorpommern, der Sächsischen Schweiz zum Beispiel. Anschließend melden Sie - Tip 3 folgend - die gesamte einheimische Bevölkerung als ungewöhnliche Rudelbildung von mehr als drei zwielichtigen Gestalten...

6. Wenn Sie in Bahnhofsnähe unterwegs sind, nehmen Sie alte Einkaufstüten voller Elektromüll mit und stellen Sie sie ab. Sie unterstützen damit durch tägliches Training der Einsatzkräfte die nationalen Anstrengungen zur Abwehr der bösen, feigen, degenerierten, gottlosen Terroristen...und nebenbei werden Sie anschließend reichlich Ablenkung von jedem Gedanken an einen Anschlag erhalten, ein Anwalt hilft dabei.

7. Wer keinen Elektromüll mehr hat, sollte den Einsatzkräften einen Kaffee und Blumen (für in den Gewehrlauf) mitbringen, um deren Stimmung zu heben. Nur im Raum Stuttgart wird empfohlen eine Schutzbrille zu tragen, die dortigen Polizisten gelten als eine besonders reizgasige Spezies.

8. Nehmen Sie eventuell stattfindende Anschläge sportlich! Sollten Sie in der Nähe sein, suchen Sie sich einen guten Beobachtungspunkt und feuern Sie die Seite Ihrer Sympathie an! Heißen Sie aber bitte auch die Athleten der Gegenseite respektvoll willkommen - vielleicht mit einem schnuckligen Plakat oder so. Wer nicht das Glück hat in der betroffenen Stadt zu wohnen, kann vor dem heimischen Fernseher mit Bier und Chips mitfiebern. Das Bundesinnenministerium hat auch extra eine Hotline für Zuschauerstimmungen freigeschaltet.

9. Nutzen Sie Ihre Chance, Ihr Lottoglück zu verdoppeln und wetten Sie darauf, wo die Qaida zuschlagen wird. Aber Vorsicht: Da durfen nur Nichtmitglieder von Geheimdiensten und Terrororganisationen  mitmachen!

10. Wenn Sie Hartz-IV-Empfänger sind: Fragen Sie beim Arbeitsamt nach, ob die Qaida gerade junge, dynamische, explosive Kräfte in Ihrer Stadt sucht! Unter Umständen winken dort Gelegenheiten Ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben...

Und wenn alles nichts hilft, besuchen Sie uns in der Taverne...bei uns passiert nie etwas...wir wissen nicht warum...Klein Asmo meinte neulich, das könnte an der gemeinsamen Zimmerbuchung der jungen Emma mit diesem älteren langbärtigen Orientalen bei uns liegen...

Kommentare:

  1. Du hast mich nun wirklich beruhigt. Ich muss meine Dildoparty nun doch nicht absagen ;-).

    Schieb mal ein Gläschen Rum rüber!

    AntwortenLöschen
  2. Och, ich glaube ja eher, dass die CDU ihren Stammwählern die Möglichkeit geben möchte, wieder ernst genommen zu werden - kann ja schließlich nicht sein, dass die Generation 60+, die den halben Tag vorm Fenster steht und nach Recht und Ordnung auf deutschen Straßen schaut, nur noch belächelt wird. Jetzt können die Rentner zum Gegenschlag ausholen und die bösen Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die öfters mal ihr Blumenbeet auf terroristische Art und Weise zertreten, endlich an den Pranger stellen!

    AntwortenLöschen