Donnerstag, 30. Dezember 2010

Wichtiges zum Jahresende - Pirat beantwortet Fragen

Ahoi zusammen!
Zum Jahresende möchte sich das Tavernenteam nochmal bei allen Gästen bedanken, besonders bei jenen, die Kommentare hinterließen. Ich hoffe mit der breiten Themenwahl einiges Interesse erweckt zu haben. Und auch im neuen Jahr wird sich die Crew bemühen aufzudecken, zu persiflieren und für mehr Durchblick auf diese Welt zu sorgen.
In diesem Wille haben wir uns gedacht...wir beantworten einige Fragen. Sowohl tatsächlich oft gestellte wie auch noch nie gestellte.

Also denn:
War es eine gute Idee die Dark Tavern zu eröffnen?
Wie bei allen Ideen zwischen zwei Rum: JA!

Ist die Stelle des Animiergirls noch zu besetzen? 
Ja. Wir warten immer noch auf Bewerbungen.

Wie ist der Pirat denn privat so?
Ein schlimmer Schurke. Was glaubt ihr denn?

Wie ist die Crew so?
Wie Stimmen im Kopf so sind. Eine summt die Melodie von Fluch der Karibik.

Was war die wichtigste Enthüllung dieses Jahr?
Der Wildschweinkrieg. Eindeutig. Ein solches Verbrechen darf nicht unerwähnt bleiben. Oink-oink.

Mit welchem Politiker würde der Pirat gerne mal einen trinken?
Putin. Ernsthaft. Er mag kein Demokrat sein, aber er ist der einzige mit Format von der Deppentruppe. Eine Schande eigentlich.

Das wichtigste politische Ereignis 2010? 
Bedauerlicherweise die elendige Sarrazin-Debatte. Die Folgen von dieser werden uns noch lange und tiefgreifend begleiten.

Und schließlich: Wer ist Knecht Ruprecht?
Die Frage führte erstaunlich viele Google-Sucher zu uns in die Taverne. Ich hab beschlossen, ich löse das Rätsel auf. Knecht Ruprecht ist der Nebenjob von Klein Asmo, wenn er nicht grad hier Türsteher macht. Ein tolles Zubrot. Manchmal bringt er mißratene Kinder mit, die wir dann hier aufn Grill werfen.

In diesem Sinne: Guten Rutsch und frohes Neues, wir lesen uns 2011!

Donnerstag, 23. Dezember 2010

TavernLeaks: Die Wahrheit über den 7. Tag

Vergeßt WikiLeaks!

Die wahren Horte für den Handel mit Geheimnissen sind Bars und Kneipen - wie schon zu Zeiten von Casablanca. Und so landet viel über außergewöhnliche Gäste bei uns, der Tavernencrew.
Und so können wir pünktlich zu Weihnachten ein großes Geheimnis hinausposaunen!

So ein etwas zwielichtiger Typ mit Heiligenschein und Adlerschwingen kam neulich vorbei und hat uns eine CD dagelassen, auf der "Madonna" stand.
Mit besonderer journalistischer Sorgfalt haben wir das Material gesichtet, wenn nötig Namen geschwärzt und alles auf Echtheit überprüft. Und nun ist sicher: Der 7. Tag der Schöpfung ist ganz anders verlaufen. Gott ruhte mitnichten. Nein, er ließ seinem Humor freien Lauf. Dies beweist der auf der CD zu findende Tagebucheintrag! Da es ein göttlicher Tagebucheintrag ist, nimmt er soviel Speicherplatz ein wie alle bisherigen WikiLeaks-Dokumente. Hier geben wir eine dechiffrierte und für Menschen erkennbare Version wieder:

Jahr 0, Monat 1, Tag 7

Bei Nirvana, ich bin immer noch ganz geschlaucht. War eine harte Woche, aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Arbeit. Mein Therapeut hat mir für meinen Ruhetag jetzt aber empfohlen, meine Hobbies zu pflegen und Dinge zu tun, die mir Spaß machen.
Diesbezüglich hab ich heute einen sehr schönen Tag gemacht. Meine letzte Schöpfung, die Menschen, haben sich als witzige Spielobjekte erwiesen. Sehr vielseitig! Geb ihnen eine Keule und einen Ast und sie gehen sich gegenseitig an die Gurgel. Ich hab mit Odin darum gewettet, wessen Mensch dabei zuerst hobs geht und hab gewonnen. Gut, schlecht für Abel, aber irgendeiner mußte draufgehen.
Und dann hatte ich noch eine ganz tolle Idee! Eigentlich hat mich die Aphrodite drauf gebracht, als ich kurz bei ihr reinschaute. Aber es ist einfach zu gut. Ich hab den Menschen ja Lust und dazu ein schönes Geschlecht gegeben. Jetzt hab ich letzteres etwas unwillig gemacht und dem Geschlecht mit dem Schwengel den Samenstau verpaßt. Hab ich erwähnt, daß ich ein ziemlicher Sadist bin? Ist ja schon bösartig. Mal sehen was die Menschen aus dieser Problemstellung machen. Könnte spannend werden. Hab mit Jupiter gewettet, daß es mindestens 10000 Jahre dauern wird, bis die Menschen-Männer eine kostenlose Lösung des Problems finden werden.*
Leider ist dieser schöne Tag jetzt schon fast vorbei. Ich sitz jetzt grad mit meinem Kumpel Allah aufm Balkon und wir trinken Scotch. Das Zeug hab ich eben noch schnell erfunden. Quasi meine letzte Schöpfung. Sehr lecker. Ich frag mich, ob es die Menschen jemals schaffen werden es so gut zu haben wie wir. **


*Gott sollte irren. Schon 6000 Jahre später (laut Kreationisten) erfanden wir das Internet und damit Pornoseiten.
**In der Tat sollte es schließlich zwei Menschen so gut gehen - Denny Crane und Alan Shore in der Fernsehserie "Boston Legal"

Dienstag, 21. Dezember 2010

Frage an die Bahn

Der Schnee hat uns immer noch voll im Griff und die Deutsche Bahn hat jetzt endlich eingestanden:
Sie wird damit nicht fertig.
Na bitte, geht doch. Zumindest mit dieser Einsicht ist die Deutsche Bahn endlich in der Realität angekommen. Meine Frage nun: Warum wird die Bahn mit Schnee nicht fertig? Ist ja nicht so, als wenn Schnee so neumodisch wäre. Oder als wenn es nicht schon längst die Technologie gäbe, wie folgende Bilder aus den USA beweisen:



Warum haben die Amis sowas, aber wir nicht? Die Amerikaner wohlgemerkt, die erst jetzt im 21. Jahrhundert ankamen, als ihnen auffiel, daß auch Schwule und Lesben gute Soldaten sein können.

Liebe Deutsche Bahn, ich hätte darauf gern eine Antwort. Schließlich halten wir Deutsche uns ja was auf unsere Maschinenbauer zugute.

Montag, 20. Dezember 2010

Der Verrat am Gott-Imperator

Es wurde Zeit, die kleine Bib der Taverne mal wieder zu bestücken *G*
Und wer sich ein wenig auskennt, der wird anhand der Überschrift bereits erahnen können, was ich angeschleppt habe.

Richtig. Die Reihe "Der Große Bruderkrieg" aus dem Warhammer40k-Universum und zwar die ersten
vier Bücher:

1: Aufstieg des Horus (Autor: Dan Abnett)
2: Falsche Götter (Autor: Graham McNeill)
3: Brennende Galaxis (Autor: Ben Counter)
4: Kreuzer Eisenstein (Autor: James Swallow)

Außenstehenden mag der Stoff grad angesichts recht martialischer Cover wie allzu simples Sci-Fi-Gemetzel vorkommen. Ich kann nur sagen: Mitnichten! Ist es natürlich auch, aber nicht nur. Und das nicht nur, ist der Grund, warum ich so begeistert bin.
Die Herausforderung war zugegebenermaßen groß! Der grundsätzliche Stoff war seit Jahren bekannt, weil Teil des offiziellen Hintergrundes des Warhammer40k-Universums seitens Games Workshop.
Das heißt, die grobe Story der vier Bücher kannte man ja:
Im 31. Jahrtausend der Menschheit führt der Primarch Horus, Liebling des Imperators der Menschheit, den Großen Kreuzzug zur Eroberung der Galaxis an. Eine Welt nach der anderen wird von den besten Kriegern des Imperiums, den Spacemarines, gnadenlos erobert. Nichts scheint den Siegeszug der Menschheit aufhalten zu können - weder Orks noch andere Aliensorten. Und dann verrät Horus seinen Vater, den Imperator, zusammen mit einigen seiner Brüder und beginnt den Bruderkrieg mit einem Vernichtungsschlag gegen einige Einheiten loyaler Spacemarines. Horus und seine Anhänger schlagen sich auf die Seite der Chaosgötter, jener bösartigen Mächte, die im Warpraum lauern und Einfluß auf unsere Dimension bekommen wollen.
Nur eine Handvoll loyaler Spacemarines entkommt auf dem Schiff "Eisenstein" dem Inferno und begibt sich auf eine Odyssee, um die Erde und den Imperator zu warnen, was gerade noch so gelingt.

Der Stoff war grundsätzlich bekannt, auch einige Details noch dazu, z.B. welcher Spacemarines-Orden loyal war und welcher zu den Verrätern gehörte. Diesen Stoff in Romanform zu bringen ließ eigentlich nur zwei Ergebnisse zu: Absoluten Quark oder eine großartige Story.
Und obwohl für jedes Buch ein anderer Autor zuständig war, kam letzteres bei raus.
Vor dem Hintergrund politischer Intrigen und Kampfhandlungen wird geschildert, wie einzelne Protagonisten sich an entscheidenden Wendepunkten ihrer Laufbahn für oder gegen neue Entwicklungen entschieden und auch ihre Sichtweise auf die Welt veränderten. Gerade auch die psychologische Entwicklung des Verräters Horus wird überzeugend geschildert. Zugleich wird ausführlich beschrieben, wie die Grundlagen des Verrats sich ausbreiten konnten - durch zunächst harmlos erscheinende Dinge, Gruppendruck, aber auch Zwang. Manches erinnert durchaus an die Abgründe, die schon in "Die Welle" beschrieben wurden.
Das Ganze ist nicht einen Moment langweilig. Und mehr als einmal kann man dabei selbst über die Frage nachdenken: Würde man selber erkennen wenn eine Gesellschaftsordnung aus dem Ruder gerät? Hätte man die Kraft, den Versuchungen zu widerstehen? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bände.
Und ich freue mich schon auf die anderen Bücher der Reihe, die ich wirklich nur empfehlen kann.

Die Bücher wurden auf Deutsch alle von Heyne herausgegeben.
Wer interessiert ist, hier sind die ISBN:

Aufstieg des Horus: 978-3-453-52535-1
Falsche Götter: 978-3-453-52558-0
Brennende Galaxis: 978-3-453-52642-6
Kreuzer Eisenstein: 978-3-453-52640-2

Samstag, 18. Dezember 2010

Leise rieselt der Schnee

Ja, so siehts aus - Deutschland versinkt in Eis und Schnee. Einfach knaller.
Ich zeug euch mal wie es an der Briefkastenadresse der Taverne aussieht (und das zweite Foto ist ein Tag später aufgenommen worden!):




Und das ist eigentlich noch harmlos. An anderen Stellen, z.B. in Gotha, wo ich letzte Woche war, sieht es noch eingeschneiter aus. Einem Reisekollegen und mir drängte sich der Vergleich zum Winter '41 an der Ostfront auf. Jedenfalls war unser Kleinbus von einer Eiskappe überdeckt nach einer Fuhre Eisregen.

Wobei ich sagen muß: Inzwischen find ichs richtig schön. Inzwischen hat der Schnee eine Konsistenz, auf der man gut laufen kann und die Kälte ist eine nicht zu trockene, nicht zu feuchte geworden. Man kanns dadurch besser aushalten. Und die Landschaft sieht einfach schöner aus.
Und manche Beobachtungen sind einfach interessiert. Letzte Nacht hocke ich mit einer Lady im Schlepptau in Leverkusen an einem Bahnhof und ein ICE nach dem andern rast an uns vorbei. Die Windschleppe dieser Züge wirbelte den Schnee auf , so daß die Luftströmungen bemerkenswert geisterhaft sichtbar wurden. Eigentlich sehr interessant, unschön nur, daß die Dame dabei immer so fror.

Überhaupt die Deutsche Bahn. Für die kommt der Winter ja immer so unglaublich überraschend. Wobei ich es bemerkenswert finde, daß die Ausfälle sich zumindest bei meinen Zügen dieses Mal in Grenzen halten - die waren in früheren Jahren, wo es nur so einen halben Tag lang Schnee von 5 cm gab wesentlich schlimmer. Jetzt haben wir Minimum 20 cm und das seit Tagen und alles läuft. Interessanter Zusammenhang!
Und wo es nicht so läuft, zeigt die Bahn Humor!
Neulich in Bonn, als dann doch ein RB mal ausfiel. Folgende Anzeige:
"Zug fällt aus....Gleis 1....Hält nicht überall."

Wer hätte das gedacht!
Und so richtet sich Deutschland im Schnee ein. Alles wirkt leiser und man freut sich auf sein warmes Heim. Die Weihnachten werden wohl auch weiß werden.
Und wie letztes Jahr wird das Streugut knapp, aber erstaunlicherweise wird nicht mehr der Katastrophenfall ausgerufen. Ganz offensichtlich sind Behörden und einfaches Volk doch lernfähig. Und nach den Terrorwarnungen der letzten Zeit...da kann einen Schnee doch nicht mehr erschrecken!
Also genießen wir die weiße Pracht und die friedliche Zeit, bevor es wieder wegtaut und allgemeine Hysterien wieder aus ihrer Kältestarre erwachen.

In der Taverne ist es übrigens immer schön heimelig warm und wir haben keinen Mangel an irgendwelchen Vorräten. Grad Frostschutzmittel haben wir reichlich.
In diesem Sinne,
Yoho!

Freitag, 17. Dezember 2010

Der Capt'n brüllt Kommandos jetzt in alle Welt

Wie vielleicht auffallen mag, hat die Taverne jetzt auch eine neue Kommunikationsanlage bei Twitter.
Das heißt, ich, der Cheffe, kann meine Kommandos jetzt in alle Welt hinausposaunen.

Die Idee dazu hatte Klein-Asmo...eine Geschichte, die noch zu erzählen sein wird.

Jedenfalls bitte ich alle Leser, uns zu "folgen" (followen), damit die Taverne noch bekannter wird.
Für die Nachrichten zuständig ist vornehmlich meine Geistesabspaltung namens PirateRavenius (okay, mein Nick hier aussem Blog war schon vergeben bei Twitter...ewige Nachahmer!).
Das spart Hirnkapazitäten!

Die erste Testnachricht ist denn auch eher persönlicher Natur gewesen. Aber es scheint zu funktionieren.

In diesem Sinne,

yoho und ne Buddel Rum!

Dienstag, 14. Dezember 2010

Friedensangebot an Taliban

Es ist Adventszeit, Weihnachten naht - Zeit für mehr Nächstenliebe!
Und für Frieden!

Ein Friedensangebot an die Taliban in Afghanistan wurde gründlich mißverstanden: Baron zu Guttenbergs Besuch mit Gattin und Talkmaster Kerner im Krisengebiet. Alle warfen Guttenberg PR-Gehabe vor. So ein Unsinn. Im Auftrag des Berliner US-Botschafters verhandelt Guttenberg nur jetzt einfach auf dem selben Ziegen-und Kamele-Niveau wie der Gegner.
Das Angebot an die Taliban ist simpel:

Ergebt euch und wir schicken euch viele exotische blonde Frauen. Entsprechende Werbungskampagnen unter Studentinnen sind bereits in Planung, auch wenn die ersten Entwürfe "Spare Studiengebühren, blas den Talib" als zu offensichtlich vom Verteidigungsministerium abgelehnt wurden.

Die Alternative: Kämpft weiter und wir schicken euch die biologische KERNer-Waffe der Langweiligkeit.
Und damit den grausamen Tod des Gähnens.

Man darf auf den Erfolg des neuen Verhandlungsansatzes gespannt sein.

Samstag, 11. Dezember 2010

Spade - kritisch und über den Tellerrand

Ahoi.

Ich muß an dieser Stelle doch mal wieder Werbung machen für einen Blog, der mir sehr gut gefällt und der auch noch relativ jung ist:

http://heartspade.wordpress.com/

Mein geschätzter Bloggerkollege Spade analysiert darin politisches, gesellschaftliches, aktuelles aus dem Tagesgeschehen - immer auf der Suche nach der Erkenntnis dahinter. Ich stimme ihm nicht immer zu, aber seine Beträge regen sehr das Denken an und das man auch mal die eigene Meinung reflektiert. Sein Blog hat großes Potential und daher möchte die Tavernen-Crew ihn jedem geneigten Leser ans Herz legen.

Außerdem bin ich sehr dankbar mit Spade mal einen fleißigen Kommentator in der Taverne gefunden zu haben. :)

Viel Glück Spade, auf das Du noch viele Klicks und Kommentare kriegst. *Prost* Yoho!

Die Rente ist sicher. Bombensicher.

Heute stolperte ich über einen kleinen Zeitungsartikel, der mir persönlich zu klein war. Zwei Spalten rechts in der Mitte von Seite 5. Er hätte mehr Raum auf prominenterer Seite verdient. Also der Reihe nach.

Jeder hat sicherlich schonmal von der Riester-Rente gehört. Jener tollen privaten Rentenvorsorge, die vom Staat subventioniert wird und in den Jahren 2000/2001 von Walter Riester von der SPD entwickelt wurde. Das Konzept erwies sich als sehr erfolgreich und wurde immer mehr ausgebaut, mit dem Ziel einen möglichst großen Teil der Bevölkerung mit einer halbwegs sicheren Rente zu versorgen. Zu Details zur Riester-Rente siehe auch die zugehörigen Wiki-Seite .
Diese Riester-Rente kann verschiedenste Ausformungen annehmen. Neben sehr klassischen Banksparverträgen und privaten Rentenversicherungen kann die Riester-Rente auch auf verschiedenen Formen der Fonds-Einlagen basieren. Vereinfacht gesagt wird dabei das eingezahlte Geld von der Bank oder sonstigen Fondsverwaltern investiert in Wertpapiere. Dabei nicht nur staatliche, sondern auch von Firmen, also im Grunde genommen in Aktien etc. Die erwirtschaftete Rendite finanziert dann letztlich die Rente.

So weit, so gut. Kann man ja machen. Allerdings ist häufig sehr undurchsichtig, worin die Banken eigentlich investieren um diese Renditen zu erwirtschaften. Das internationale NRO-Bündnis Facing Finance hat sich dieser Frage angenommen und dabei erschreckende Erkenntnisse gewonnen. Ganz offensichtlich hat man bei den Bedingungen für die Riester-Rente offenbar vergessen, daß Investitionen wenn möglich nicht gegen Völkerrecht oder ähnliches verstoßen sollten.
21 Anbieter von Riesterfonds sind ganz offensichtlich mit 500 Millionen Euro aus diesen Fonds in Wertpapieren von Waffenherstellern engagiert. Nicht irgendwelchen Waffenherstellern, sondern Herstellern von Streubomben.

Ihr wißt schon, diese putzigen Bömbchen, die nicht nur flächendeckend alles zerlegen können, sondern deren Blindgänger dann von Kindern auch noch für Spielzeug gehalten werden.

Auch ansonsten sind deutsche Banken - sinnigerweise auch die Deutsche Bank selbst - mit noch weiteren hunderten Millionen Euro aus verschiedenen von ihnen verwalteten Geldern an solchen Bombenherstellern beteiligt. Die 500 Millionen aus den Riester-Fonds sind aber ein nicht unbeträchtlicher Anteil.

Das Ganze ist nicht nur moralisch anrüchig. Wenn es nur das wäre, ich meine, was kümmert einen Banker denn schon so eine Marginalie. Das Ganze ist auch noch gegen das Völkerrecht. Bereits im ersten Artikel der Konvention gegen Streubomben steht drin, daß die Hersteller dieser Waffen nicht unterstützt werden durfen - und das tut man indirekt durch Investments.

Immerhin, die Rente ist sicher, dank Ländern wie den USA, Russland, China, die sich bislang dieser Konvention verweigern und weiterhin Streubomben kaufen. Manch Rentner darf sich also vielleicht bei Uncle Sam bedanken. Riesterer werden jetzt mit ganz anderen Augen die Nachrichten von den Krisenherden dieser Welt sehen. Jetzt sterben da nicht nur Menschen, jetzt wird ihnen dort auch noch ihre Rente gesichert.

Deutschlands Renten werden auch am Hindukusch verteidigt.
Wie lange wird es wohl brauchen gegen die Bankenlobby so einen Bullshit gesetztlich zu unterbinden?

Dienstag, 7. Dezember 2010

Höheres Gäste-Niveau beim Friedensnobelpreis

Kommenden Freitag soll in Oslo dem chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo der Friedensnobelpreis verliehen werden - in Abwesenheit, denn er sitzt in China im Knast.
China regt sich natürlich wie üblich fürchterlich auf. Und nun haben mehrere Staaten angekündigt, die Verleihung zu boykottieren. Offensichtlich hofft China damit die Europäer diplomatisch zu treffen.

Nun, ich würde es als das sehen, was dieser Schritt ist: Eine Erhöhung des Niveaus der Gäste bei dem Ereignis, das vorher durch einige der nun fernbleibenden Staaten eher gesenkt wurde. Beispiele aus der Liste der Boykottierer:

Pakistan: Eine Atommacht, die ihre eigenen islamistischen Kreaturen nicht mehr im Griff hat und damit nicht unerheblich für die gesamte Konfliktsituation im afghanisch-indischen Raum mitverantwortlich ist.
Venezuela und Kolumbien: Der eine Staat regiert von einem mit Grenzkonflikten zündelnden Egomanen, der andere Staat kriegt dank Korruption etc. seinen Bürgerkrieg nicht gelöst.
Iran: Och bitte. Wer mit seinen Pasdaran so eifrig in Nachbarländern zündelt...
Saudi-Arabien: Wir unterhalten uns nochmal, wenn Frauen als Menschen behandelt werden, ja?
Russland: Man muß natürlich zusammenhalten, so unter Journalistenjägern, nicht wahr?
Sudan: Das war ja immerhin der Staat, dessen Chef als Kriegsverbrecher gesucht wird....wie hieß die einsame Gegend nochmal? Genau, Darfur!

So geht das fröhlich weiter mit Staaten, wo man in Sachen Bürger-und Freiheitsrechte, Vergangenheitsbewältigung etc. noch deutlich Luft nach oben hat. Ich persönlich würde solche Gäste auf einer Friedensnobelpreis-Verleihung sowieso nicht haben wollen. Da gibts noch andere Staaten, die meiner Meinung nach gerne fernbleiben dürfen. Georgien, Israel, Syrien, Simbabwe, Nigeria, Niger, Jemen, USA...
Zugegeben, irgendwann ist die Gästeliste sehr kurz, aber dafür ist man dann wenigstens in wirklich erlesener Gesellschaft.

Nun ja, in diesem Sinne yoho und noch viel Glück für Liu Xiaobo, ich hoffe er kommt bald frei.

PS: Schätze mal damit wird mein Blog in China dann nicht mehr aufrufbar sein *G*

Freitag, 3. Dezember 2010

Das "Wir" und das "Die"

Ein Gespenst geht um in Europa.

Und besonders stark in Mitteleuropa, speziell auch in Deutschland.
Das Grabendenken.

In guter alter Tradition, haben wir Deutschen in Zeiten wirtschaftlicher Unwägbarkeiten wieder das schöne Ressentiment gegenüber "den anderen" ausgepackt. Das Denken teilt sich wieder in "wir" und "die da", man schaufelt sich seine geistigen Gräben. Im Buddeln sind wir schließlich gut, wir vergraben ja sogar schon unsere Bahnhöfe.
Jedenfalls liest man dann jetzt wieder, daß die Deutschen den Islam als Bedrohung wahrnehmen. Da hat man uns den Russen genommen, dann nehmen wir halt die fiesen Handtuchköpfe. Die sind ja so fürchterlich undeutsch, futtern keinerlei Schwein und überhaupt, die sehen doch gar nicht aus wie wir und haben einen Akzent.
Lange war das politisch inkorrekt, aber jetzt hat so nen grauhaariger Lispler mit Migrationshintergrund eine Art Bibel zu geschrieben,. was uns das ganze letzte halbe Jahr auf die Palme brachte.

Aber keine Sorge, sollte es jemals wieder uncool sein, gegen Orientalen zu wettern, gibt es noch andere Gräben, in die man sich stürzen kann:
Im Zweifel ist man prinzipiell gegen "die da oben", denn "wir" hier unten haben natürlich als einzige Ahnung vom wahren Leben.
Und wenn man das Pech hat, als Banker einer von denen da oben zu sein, kann man "die da unten" für faule Schmarotzer halten. Ein Bild, das fleißig gepflegt wird.

Was in letzter Zeit auch sehr "in" ist sind die missionarischen Veganer, die einfach alle, die nicht essen wie sie zum Feind erklären. Das gibt ein besonders überschaubar-heimeliges "Wir", mit dem wärmenden Feuer der Moral, und eine große Menge von "den anderen", so daß man gar nicht mehr genau zielen muß.

Frau Schwarzer rennt immer noch rum und versucht die Gräben zwischen Männern und Frauen besetzt zu halten. Da ist ein Verteidigungsopfer dann schon deshalb glaubwürdig, weil es schlicht Frau ist. Es lebe der Rechtsstaat!

Wir pflegen unsere Feindbilder wieder, vorbei die Zeiten der Weltmeisterschaft von 2006, als Konkurrenten durchaus auch geachtet wurden im Wettstreit. Es gehört zum guten Ton, Differenzierung wird als Verirrung angesehen und natürlich hat nur der recht, der sein Feindbild kennt.
Für diejenigen, die sich politisch sicher aufgehoben fühlen darf es dann auch gern der gehütete Antiamerikanismus sein, der längst moderne Mode geworden ist und uns all unserer Selbstverantwortung entledigt, denn natürlich sind die Amerikaner als böse Kapitalisten alles schuld. Lediglich die Kontinentaldrift, die Amerika den Schutz zweier Ozeane einbrachte, wurde ihnen noch nicht angelastet.
Keine Sorge, in Arbeit! Irgendeiner der zahllosen spinnerten SPIEGEL-Foristen wird es schon in die Welt setzen.

Ein bigotter Egozentriker aus Australien ist der neue Märtyrer, nachdem der kleinstirnige grauhaarige Lispler sich abgenudelt hatte. Wir meinen es ja alle nur gut.
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Und wenn man sich auf einmal auf der falschen Seite des Grabens wiederfindet, jammert man über die Kälte der Gesellschaft.

Ohne zu erkennen, daß wir an der Verrohung und Kälte eifrig selbst mitbasteln. Natürlich sind wir nicht schuld, schuld sind immer die anderen, im Zweifel "das System". Wir SIND das System. Und "die da oben" sind doch nur die Repräsentanten, die wir tatsächlich verdient haben, denn wir sind eine Demokratie, genau wie unsere Nachbarn. Deshalb spiegeln die egoistischen Nationaltendenzen, die in der EU erstarken, die zunehmende Grabenmentalität in den Gesellschaften wieder (jup, und schon sind wir natürlich gegen "die" Griechen, dieses korrupte Pack). Und doch wundern wir uns, wenn "die da oben" auf einmal "uns da unten" mit Verachtung bedenken, schließlich leben wir ja alle so römisch dekadent.
Natürlich ist man dann sofort gegen die Demokratiefeinde "da oben", alles Lobbyistenhuren sind das!

Die Feindbilder, die wir pflegen, das sind die Gefahrenzustände für die Demokratie, nicht ein Westerwelle, der nicht über den eigenen römischen Balken in der Optik sehen kann. Wer sich dem Diskurs mit dem Umweltminister verweigert, handelt genauso undemokratisch wie die Atomlobby.
Aber Hand reichen und miteinander reden ist "out" geworden in dieser Republik. Geißlers Schlichtungsversuch in Stuttgart war da wie das einsame Rufen. Kaum ist die Harmonieshow vorbei, holen beide Seiten wie den Spaten raus um die Gräben zu erneuern.

Demokratie und eine bessere Gesellschaft brauchen aber keine Wagenburgen und kein Abseilen, sondern Kooperation und Verantwortung. Beides gibt es bei den derzeitigen maßgeblichen Kräften unserer Gesellschaft derzeit nicht.

Yoho, Pirat

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Generation Bildung

Ahoi zusammen.

Auf der Suche nach weiteren Büchern für die Tavernen-Bibliothek war euer Pirat heute mal wieder unterwegs und als eingefleischter Nicht-Autofahrer benutzte ich natürlich die öffentlichen Nahverkehrsmittel (in Köln überwiegend gestellt von der KVB).
Man kann dort ungeahnte Dinge beobachten und mitkriegen. Heutiges Highlight waren zwei Mädels, die im Mittagsgedränge direkt vor mir standen.

Eigentlich waren die beiden gar nicht mal so sonderlich tussig. Die eine straßenköterblond, schlank, im grauen Mantel und Jeans mit Bommelmütze, die andere kleiner, runder und orientalischer Typus, graue dickgefütterte Jacke, schwarze Hose. Beide mit Rucksack. Und wie ich schnell aus dem Gespräch heraushörte Abiturientinnen. Das paßte zu meiner Altersschätzung von 18-19.
Thema der beiden: Was brauchen wir eigentlich wirklich von dem Kram, den man im Abi zwangsweise so lernen soll?
Eigentlich ja ne gute Frage, die sehr zu Recht gestellt werden muß. Und die sich schon immer Schüler gestellt haben.

Das gute Deutsch an sich und die durchaus gehobene Ausdrucksweise der beiden ließ erahnen, daß sie nicht ganz ungebildet sind. Nichtsdestotrotz hatten die beiden bemerkenswerte Einsichten.
Einig waren sie sich, daß das ja alles nicht zu schaffen ist und viel zu viel Blödsinn im Lernplan ist.
Das finge schon mit Sport an. "Ja, wozu eigentlich, bewegen kann sich doch jeder privat mal." "Ja, genau, besser wären da mehr AGs!" "Das wäre viel besser! Dann könnt ich ja z.B. ne Tischtennis-AG machen. Aber wozu noch Fußball, Basketball, Volleyball und Turnen im jeweils selben Jahr!" "Ich hätte dann viel mehr Zeit für den Schwertkampf, den ich früher gemacht hab...heute fehlt mir durch den Schulsport einfach die Zeit..."

Naja, gut, die beiden sahen nicht aus, als würden sie unter Übergewicht und Bewegungsmangel leiden. Kommen wir zur Geistesakrobatik:
"Mathe ist viel zu viel! Das kann man alles in 10 Jahren lernen. Grundrechenarten, Bruchrechnung, Prozentrechnung und noch ein paar Kleinigkeiten, und dann ist man doch durch." "Stattdessen müssen wir jetzt noch Kurvendiskussionen und so einen Quark machen." "Das ist in der Tat unsinnig. Das braucht man doch niemals wieder, wenn man nicht grad Mathe-Lehrer wird."
Schlußfolgerung der beiden: Mathe in der Oberstufe ist totaler Schwachsinn.
Ich kannte ja beide nicht. Ich enthielt mich also der Erklärung, daß sie sich wundern würden bei wie vielen Fächern an der Uni man das tatsächlich braucht, was sie für Unsinn hielten. Ganz zu schweigen von anderen Jobs. Außerdem wollte ich den beiden nicht die Überraschung nach dem Abi nehmen.
Aber weiter:

"Deutsch ist auch dermaßen schwachsinnig, daß in der Oberstufe zu haben. Nach 10 Jahren Gedichtinterpretation sollte man es allmählich können." "Vor allem sehr langweilig nach einiger Zeit. Da könnte man andere Dinge in der selben Zeit viel besser lernen."

Leider wurde mir nicht näher erörtert, was man besser anstatt Deutsch dann in der Oberstufe weiterlernt, denn man schwenkte sprachlich direkt zum letzten Hoffnungsschimmer dieser Bildungsrepublik:

"Was ich aber schon sinnvoll finde, daß wir mindestens eine Fremdsprache belegen müssen. Ich meine, da lernt man wenigstens tatsächlich bis zum Ende immer noch was neues."

Gott sei dank aber auch. Da ist der Fachkräftemangel ja grad nochmal so an uns vorübergegangen.