Sonntag, 30. Januar 2011

Tage des Donners über Kairo

Herr Mubarak - was war das denn???
Kampfjets?
Im Tiefflug?
Über Demonstranten?
Will da etwa jemand den Chinesen den Titel des brutalsten Demonstrantenabschlachters, errungen auf dem Platz des Himmlischen Friedens, streitig machen? In der Tat, Kampfflieger toppen Panzer.
Unwerter Herr Mubarak, ich hoffe doch sie kommen nicht ernsthaft auf die Idee, Bomben auf die Demos werfen zu lassen, oder?

Ja, es sind spannende Tage in Kairo und wer die Meldungen richtig liest, erkennt die ersten Auflösungserscheinungen. Vertreter der Kairoer Elite - Künstler, Manager etc. - verlassen das Land. Wie die Ratten des sinkende Schiff.
Und doch zeigt sich, daß man offenbar Mubaraks Reaktionen mehr fürchten muß als diejenige Ben Alis in Tunesien. Ein alter verbitterter Mann, der sich an seine Macht klammert - kaum etwas kann gefährlicher sein. Na gut, eine wütende Frau, zugegeben. Aber sonst?
Wie bei Tunesien wäre es an der Zeit, daß der Westen mal Position bezieht. Und damit meine ich nicht dieses feige Gewäsch der Merkel, von wegen, es wären alle zu einem friedlichen Dialog aufgerufen...
Frau Merkel, die meisten Potentaten lassen sich nicht einfach beim Kaffeekränzchen wegquatschen! Auch das es bei der Wende 1989 friedlich blieb war eher die Ausnahme. Momentan hat es vor allem einer in der Hand, wie friedlich es bleibt: Mubarak. Er könnte ja auch einfach gehen. Er sollte sich da mal mit seinem tunesischen Ex-Kollegen unterhalten.
Und wenn doch Kampfflieger mal nicht nur drohen, sondern schießen?

Ich hätte da einen Vorschlag echter konstruktiver Politik für den Westen, mit der sich eindeutig auf die Seite derjenigen stellt, die nur ihre Rechte einfordern:
Man parke eine Flugzeugträgergruppe vor der ägyptischen Küste und rufe dann mal im dortigen Präsidentenpalast an:
"Herr Mubarak? Ja, hier übrigens Kommandant so-und-so von Task Force XY...wissen Sie, wenn auch nur ein Kampfjet gegen Demonstranten eingesetzt wird, haben Sie die längste Zeit eine Luftwaffe gehabt.
Oder einen Präsidentenpalast.
Klar soweit?
Wir wünschen dann noch einen schönen Tag.
Mit besten Grüßen aus dem Westen."

Westliche Kampfjets könnten Patrouille über Kairo fliegen um die Demonstranten vor ägyptischen Luftangriffen zu schützen, wenn es sein muß. Das wär doch mal ein Bild. Und die Infrastruktur der ägyptischen Luftwaffe läßt sich - liegt in der Natur der Sache - wahrscheinlich recht gut anvisieren ohne größere Fehltreffer. Es wäre klar, daß es nur gegen die Luftwaffe geht und das man damit zugunsten des dortigen Volkes vorgeht. Es wäre ein punktgenau anvisierbares Ziel.

Aber ich bin ja ein Pirat, kein Diplomat. Was versteh ich denn schon.
Ich denke trotzdem, daß allein die Drohung das ägyptische Regime von Dummheiten abhalten würde.
Aber ich seh schon wieder die ersten rufen: Einmischung!

Ja, natürlich. Ich bin dafür,. sich einzumischen, wenn man damit einem anderen Volk wirklich helfen kann. Und wenn man dazu die Kampfjets eines Potentaten vom Himmel holen muß - dann bitte! Nur zu!
Das feige Wischiwaschi-gesabbel unserer westlichen Politiker geht mir nur noch auf den Senkel.

Hoffen wir einfach mal, daß die Tiefflieger von heute Nachmittag nur ein bissel Posieren und ein Bluff waren.
Und allen Ägyptern wünsche ich weiterhin soviel Mut, Hoffnung und den Glauben an eine bessere Zukunft.

In diesem Sinne,
Yoho!

Kommentare:

  1. Die Welt befindest sich im Umbruch und das ist gut so.
    Ich denke, sollte das Ganze ausarten wird sich die Völkergemeinschaft schon einschalten.

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  2. Du meinst so wie damals, als die burmesische Freiheitsbewegung zusammengeschossen wurde? Oder als Ahmadinedschad die grüne Bewegung zusammenkartätschen ließ? Sorry, aber unsere Politiker sind doch entweder zu zynisch oder zu feige. Im Zweifel beides. Westerwelle hat ja heute eine total schräge Erkenntnis gewonnen: Das nicht repressive Regimes, sondern Freiheit zu mehr Stabilität führen könnte. Das war ein ziemlich langer Groschen, der da bei ihm fiel.

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