Freitag, 14. Januar 2011

Die Kehrseite der Segnungen

Wir in der Taverne sind sehr auf die Sicherheit unserer Gäste bedacht. Regelmäßig besprechen Klein Asmo und ich den Stand der Sicherheitsmaßnahmen - Notausgang, Feuerlöscher etc.
Neulich haben wir beschlossen, daß Angebot verschiedenster Religionsgruppen, die unsere göttliche Mission der Menschheitsaufklärung begriffen hatten, uns zu segnen, aus Sicherheitsgründen abzulehnen.
Das hat einen einfachen Grund: Segnungen sind ein Sicherheitsrisiko.
Kaum zu glauben?
Nun, es wurde auch uns erst neulich beklemmend deutlich.

In Köln haben wir ja bekanntermaßen den Kanalmeister (für Außenstehende: Kardinal Meisner),. seines Zeichens Hassprediger Nummer 1 am Nabel der Welt (für Außenstehende: Köln). Irgendjemand hatte die Idee, den Menschen eine Straßenbahn segnen zu lassen. Wahrscheinlich damit  der Kanalmeister auch mal wieder an die frische Luft kam und für ein paar Minuten von Traktaten wider die unnatürliche Unzucht (für Normaldenkende: Homosexualität) und den neuen Holocaust (für Sachorientierte: Alles was mit Vorsorgeuntersuchungen an Embryonen etc. zu tun hat) abgelenkt war.
Gesagt getan, der Kardinal segnete eine neue Straßenbahn. Diese besaß ein Logo des Zentral-Dombau-Vereins. Quasi doppelter göttlicher Beistand, sollte man meinen.
Nur drei Tage später (ein Schelm, der an die Wiederauferstehung denkt) krachte besagte Bahn vergangenen Dezember dann prompt in einen Pkw.

Im Umfeld des Kardinals hofft man jetzt von Schadensersatzprozessen verschont zu bleiben. Oder gar vom Bannstrahl aus Rom. Denn das Vorkommnis könnte die Leute darauf stoßen, daß Segnungen nicht gut für die Sicherheit und Gesundheit sind. Ich meine, wie soll man das sonst erklären? Es gibt schließlich ein noch schlagenderes Beispiel. Die Welt.
Zu Ostern und zu Weihnachten segnet der Papst "Urbi et Orbi" (die Stadt und den Erdkreis). Und? Mal was aufgefallen? In Rom erregiert ein perverser, notgeiler alter Sack und der Zustand der Welt...äh...muß man noch mehr sagen?

Wir lassen uns also nicht mehr so einfach segnen. Am Ende geht uns noch der Rum aus.

PS: Vor Jahren wurde ein guter Freund von mir aufm Weltjugendtag in Köln gesegnet. Sein Kommentar danach: "Und wie werd ich das jetzt wieder los?"
Aber keine Bange. Er lebt noch.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen