Freitag, 24. Juni 2011

Pirat umlagert von Piepmätzen

Ahoi!

Ich hatte mal wieder ein Erlebnis der dritten tierischen Art. Nachdem ich ja neulich schon in ein entenmäßiges Erlebnis verstrickt war, wurde ich diesmal von einer Horde Rotkehlchen heimgesucht. Aber der Reihe nach!

Als die Tage das wechselhafte Wetter in Köln doch mal für einen Nachmittag was stabiler sonnig war, hab ich spontan beschlossen: Ich geh in die Flora. So nennen wir Kölner in Kurzform unseren Botanischen Garten, der in direkter Nachbarschaft zu unserem Zoo liegt. Letztlich ist die Flora eine große Parkanlage, mit einigen Gewächshäusern und einem schloßartigen Gebäude dazu, die man umsonst betreten kann. Recht praktisch wenn man einfach mal was im Grünen spazieren und das Wetter genießen will.

Das war genau das was ich da mal gebraucht hab. Also was durch die Flora laufen und schließlich hab ich mich in einem Halbrund, das von einem Gerüst mit wildem Wein überragt war, auf einer Bank niedergelassen. Etwas die Seele baumeln lassen. Ein Stück vor mir lag ein Brunnen, der eine Wassertreppe speiste und die Stille wurde vom Plätschern erfüllt.

Plötzlich fing es um mich herum an zu piepsen und zu fippen. Was war denn das? Vorsichtig schau ich mich um und sehe wie drei grünlich-braune Vögel um meine Bank herum hüpfen, vor sich hin palavernd. Seltsamerweise flog keiner von ihnen auf, sie hüpften nur hektisch rum. Und ich fragte mich welche Art das wohl ist. Es sah nicht nach einer der sonst hier häufigen Drosseln aus.
Dann wurde das Bild klarer, als ein weiterer Vogel aus dem Wein herabflatterte und neben mir auf der Bank landete. Das war ganz offensichtlich ein Rotkehlchen. Auch dieses gab immer wieder Zwitschertöne von sich und hüpfte ohne Scheu um mich herum. Der Abstand betrug teilweise nichtmal 30 cm. Ich hab, freilich, möglichst still gesessen, um die Tiere nicht zu erschrecken. Wie ich dann beobachten konnte, sammelte das Rotkehlchen Nahrungsteile in der Umgebung und fütterte damit die anderen dort herumhüpfenden Piepmätze - das waren offensichtlich die heranwachsenden grad aus dem Nest entkommenen Jungtiere, die aber noch nicht richtig fliegen konnten.
Langsam bewegte sich der zwitschernde Pulk mehr nach links, aber immer noch sehr nah bei mir und so hab ich mir dann gedacht, versuchste mal ein paar Bilder zu knipsen. Das hat dann teilweise tatsächlich geklappt. Die Jungtiere hab ich nie richtig gut drauf gekriegt - die waren einfach zu hektisch -, aber das erwachsene Rotkehlchen hab ich ganz gut erwischt:



Ich fand das einfach nur putzig. Und vor allem war es auch ein wunderbares Gefühl, dieses Stück Rotkehlchen-Familienleben so hautnah mitzukriegen, ohne daß die Tiere eine sonderliche Scheu gezeigt hätten.

Ich denke, der Mensch braucht ab und an solche Momente...und dafür und deshalb sind so grüne Flecken gerade auch in einer Großstadt ungemein wichtig. Jedenfalls hab ich mir vorgenommen, die Flora demnächst nochmal zu besuchen und vielleicht dann auch öfter. :)

1 Kommentar:

  1. Ich hab mir in letzter Zeit auch öfters gedacht, einfach mal wieder rauszugehen - zumal jetzt zumindest das Wetter auch mitspielt, wenns nicht gerade zu heiß ist. Meist kann man in der freien "Natur" schon innerhalb kürzester Zeit ganz harmonische Eindrück sammeln, die, wie du schon sagst, eine sehr willkommene Abwechslung zum Alltag sind und wahrscheinlich auch der Seele langfristig gut tun, wenn man mal einfach abschalten kann.

    Pragmatisch betrachtet gibts wohl kaum was Unspektakuläreres als herumspringende Vögel. Allerdings zählt ja der Moment, in welchem dieses Bild erfahren wird, und dieser ist viel wert.

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