Mittwoch, 1. Juni 2011

Pirat, der Lebensretter

Heute war vielleicht ein Tag...ich hab einer kleinen Familie heute das Leben gerettet! Also das muß ich hier wirklich mal grad kurz erzählen...ich faß es immer noch grad kaum.

Ich hatte heute die Taverne mal vorübergehend Klein Asmo überlassen, in der Hoffnung, daß er auch arbeitet, und nicht nur in Facebook rumchattet. Nach einem Kinobesuch hab ich mir dann noch schnell einen Imbiß besorgen wollen, in der Nähe der Kölner Ringe.
Ich geh da also so durch eine Seitenstraße, da sehe ich sie: Eine mutmaßlich alleinerziehende Mutter mit drei Kindern - sichtlich verwirrt und desorientiert. Ich faße mir ein Herz und nähere mich. Doch die vier kriegen leichte Panik und eilen in eine Einfahrt mit Laderampe. Nicht der Platz für eine Familie! Ich hinterher, überhole die vier und stell mich vor sie. Doch eine Antwort kriege ich nicht, stattdessen flüchten die vier wieder zurück nach draußen.
Ich rufe noch: NACH RECHTS!
Zum Glück hören sie. Dafür donnert eine andere Familie auf Fahrrädern fast in sie hinein. Ich kann grad noch so dazwischen gehen. Fluchend rennt die Mutter mit den drei Kindern auf die Straße hinaus und diese entlang - und achtet nicht auf die Autos.
Natürlich muß der Pirat hinterher und gerade so schaffe ich es noch wild gestikulierend einen Pkw und einen Transit zum Bremsen zu veranlassen.
Wo ist jetzt die verwirrte Familie hin? Ach da! In Richtung zu den Ringen, wo der Mittelstreifen zu einer Parkanlage mit Brunnen ausgebaut ist. Perfekt! Familientechnisch gesehen. Gestikulierend und rufend weise ich der Familie den Weg, verhindere den gröbsten Ärger als sie mitten durch ein Straßencafé rennt. Was für ein Streß.
Die Mutter muß sich natürlich durch einen Zaun zur Parkanlage quetschen und vergißt, daß ihre Kinder den Bordstein nicht hochkommen. Nachdem ich zwei Fahrradfahrer daran gehindert habe, die Kleinen zu überfahren hebe ich sie einzeln, zappelnd wie sie sind, über den Bordstein. Sie rennen sofort ihrer rufenden Mutter zu, die nun den Brunnen ausgemacht hat und zielstrebig darauf zusteuert. Den kennt sie offenbar.

Aus dem Straßencafé erschallt Applaus für mich und ich verbeuge mich.
Ich finde ich hab ihn verdient.
Auch wenn das nur Enten waren.

Kommentare:

  1. Was heißt hier "nur Enten"? Hättest du Menschenkinder angefasst, wärst du dafür wahrscheinlich nicht gelobt, sondern verprügelt worden - die Enten sind also deine Freunde :P

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  2. Also aus der Sicht hab ich das noch gar nicht betrachtet...

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  3. Edelweißpirat - der Schutzpatron der Enten. ;) Dafür werden sie dir ein Denkmal setzen. Direkt neben dem Brunnen... oder als Manneken Pis direkt im Brunnen. ;D

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  4. Auch von mir Applaus!
    Und schön geschrieben!
    Gruß
    Fulano

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