Donnerstag, 21. April 2011

Mr. Jobs is watching you...

Inzwischen sind wir es ja gewöhnt. Wo man steht und geht elektronische Angebote, bei denen man immer aufpassen muß, welche Daten sie abgreifen und was mit diesen Daten gemacht wird. Das fängt ja schon beim Punktesammeln an mancher Supermarktkasse an.
Besonders diskutiert sind in den letzten Jahren ja auch verschiedene Google-Angebote und Facebook. Man wird mißtrauischer. Wenn etwas vom Staat als Datensatz erhoben wird ja sowieso. Da kriegen die Verschwörungsfans direkt wieder Oberwasser. In der Tat muß man heutzutage sein Recht auf informationalle Selbstbestimmung immer wieder neu verteidigen und wahrnehmen.
Auch Microsoft, der oft gescholtene Riese mit seinem jahrelangen Beinahe-Monopol auf dem PC-Softwaremarkt, seinem manchmal etwas anrüchigen Verhalten und seinen immer mal wieder etwas schwer zu verstehenden Ansichten von Kundenfreundlichkeit und funktionierender Software, ist schon seit langem im Verdacht, Daten zu sammeln von den Rechnern der Windows-Benutzer.

Das ist so ein Verdachtsmoment, das mir häufig von Mac-Fans und sonstigen Apple-Anhängern unter die Nase gerieben wird. Obst - supi und gesund; ein Fenster - viiiieel zu durchsichtig. Apple is ja nur toll und sowieso.
Ich selbst nutze, ich gebe es zu, seit ewigen Zeiten Windows. Es hat den schlichten Grund, mit Windows komm ich halt zu recht, aus Gewohnheit. Weder bin ich davon ideologisch überzeugt, noch halte ich Windows für das einzig wahre.
Umso mehr geht mir schon länger die quasi-religiöse Begeisterung der Applefans tierisch auf die Eier. Und noch viel schlimmer, weil zum Massenphänomen wurde das mit dem iPhone und den ganzen Apps. In dem Falle wurde ich sogar doppelt mißtrauisch - ich bin immer mißtrauisch wenn etwas so unreflektiert von allen begeistert aufgenommen wird. So gehts mir ja auch mit Facebook.

Erste Warnzeichen, daß mein Mißtrauen nicht ganz unberechtigt ist, gab es ja in Form von Apps, die seltsam viele Kundendaten verlangten.
Und jetzt bestätigte sich mein Mißtrauen sehr drastisch: iPhones speichern umfangreiche Ortsdaten über die Standorte ihres Besitzers. Daraus lassen sich detaillierte Bewegungsprofile erstellen.
Nicht mehr Big Brother is watching you - sondern Mr. Jobs.
Unklar ist, was Apple eigentlich damit will. Geld machen - sicherlich. Denkbar durfte da viel sein.
Ich jedenfalls würde meinem iPhone nicht mehr weiter trauen als ich es werfen könnte. Wenn ich denn eins hätte. Zum Glück besitze ich nichtmal ein Handy. Haha. Von mir macht keiner so schnell ein Bewegungsprofil.

Schließlich bin ich der Pirat.

PS: Eine Stellungnahme von Apple gab es bisher dazu nicht.

Kommentare:

  1. Mich kann der Herr Jobs gar nicht bespitzeln :-D
    Dafür tun das vermutlich andere :-(
    Gruß
    Fulano

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  2. Naja...was die Presse nicht so breit geklopft hat ist, dass die Android Smartphones von Google das genauso machen. Mir ist die Datensammlerei wurscht - ich habe einfach nicht die Zeit und Lust um all das abzuwehren.
    Und was Apple angeht - es hist halt das bekannte Syndrom wenn sich eine verschworene Gruppe (mit hohem Anteil extrem Kreativer) erhebt. Das polarisiert, weckt Neid, oder wird zum Kult. Viel Feind viel Ehr...

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  3. Du besitzt kein Handy?! Mein Gott... das erinnert mich an eine Zeit, in der man auch ohne Handy lebensfähig war. Lang, lang ist's her. ;)

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  4. Apple war schon in der Vergangenheit, u. A. mit iTunes, wg. Speicherung von Daten aufgefallen. Ich selbst nutze auch Microsoft und mich widert der Hype um die meist weniger gut funktionierenden und viel zu beschränkten Apple-Produkte nur noch an. Zumindest mit Windows XP hatte Microsoft es bis vor kurzem dann geschafft, ein doch ziemlich akzeptables Betriebssystem für den Heimanwender und auch auf Unternehmensebene zu entwickeln, während Mac-User bis heute das Nachsehen hatten.

    Letztlich ist das Interesse an den Apple-Produkten allerdings besonders bei der Zielgruppe der nur mässig-informierten PC-User hoch - also jene, für die Windows wohl oft zu kompliziert war und die ihren PC ohnehin allen voran dazu nutzen, ihnen möglichst "stylish" aussehen zu lassen und ihre "friends" auch online traktieren zu können - oder sich eher von ihnen bejubeln lassen, weil sie wieder Einkaufen waren und das ja so spannend war, dass man das gleich als Profilnachricht im Facebook kundtun muss ;)

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  5. @Anna: Jup, ich besitze kein Handy! Du hast richtig gelesen! Vielleicht sollte ich dazu auch mal was bloggen.

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