Heute bin ich auf etwas interessantes gestoßen, daß allen Antikapitalisten unter meinen Lesern ein Zelt in der Hose bereiten durfte:
www.bankrun2010.com
Hinter dieser Initiative steht die mir bis dato nicht so bekannte belgische Drehbuchautorin Géraldine Feuillien und einige andere globalisierungskritische Aktivisten.
Ich hab mich auf der Seite mal ein wenig umgeschaut...ich muß ja echt sagen, die Träume von der Friede-Freude-Eierkuchenwelt, die dort propagiert werden sind ja schon recht hübsch. Aber irgendwie ermüdend, wenn es dann in die gedanklichen Gefilde eines Jan van Helsing abgleitet. Das ist dann irgendwann der Punkt, wo Ex-Bundeskanzler Schmidt den Arzt empfohlen hätte.
Nun gut, man muß ja Träume haben.
Nur fehlt mir dann der realistische Part der Vision, um anstehende Probleme ganz konkret zu lösen. Vor allem: Welche Zwischenschritte müssen passieren um in der Realität der Vision nahekommen zu können? Welche Probleme durften kaum zu lösen sein? (Es gab noch nie eine Vision, deren reale Umsetzung nicht mit Abstrichen leben mußte). Wie muß die Vision real umgesetzt sein, um nicht nur 10 Jahre als System zu funktionieren, sonern auf unbestimmte Zeit? Schließlich ist nix ohne Tücken und Fehler. Bislang fehlt mir Hand und Fuß, zumindest hab ich beim überfliegen der Texte nix dazu gefunden.
Die Aktion selber, die propagiert wird: Am 7. Dezember sollen möglichst viele Menschen kollektiv ihr Geld abheben. In der Hoffnung, daß man dann die Banken in die Bredouille bringt, die Stützen des bösen kapitalistischen Systems.
Eine in der Tat bestechende Idee. Erstmal.
Es gibt da einen Unterpunkt, der sich nach Überschrift mit den Folgen einer solchen Aktion, vor allem wenn sie den Erfolg einer zusammenbrechenden Bank haben sollte, befaßen soll. Ich sage soll. Statt dessen wird aufgelistet, daß man ja so besorgt ist über die Ausbeutung der Menschen und der Umwelt durch das kapitalistische System, die Mißbräuche der Deregulierung etc.
Ich finde das toll, daß man besorgt deswegen ist. Bin ich auch. Nur war das nicht die Frage.
Die Frage war: Was wären die Folgen, wenn wirklich so viele Menschen ihr Geld abheben, das bedeutende Bankhäuser ins Wanken geraten? Etwa die Deutsche Bank? Nur mal angenommen!
Bekanntermaßen ist das in der Tat mit gutem Grund das Horrorszenario aller Wirtschaftsexperten - lange Schlangen vor den Banken weil alle ihr Geld wollen. Natürlich gehen Banken davon unter Umständen pleite. Aber nicht nur Banken. Die Fernwirkungen sind größer. Darüber muß man sich klar sein. Es wird eben nicht nur die Banken treffen. Die Folgen werden uns alle treffen. Eigentlich könnte praktisch all das eintreffen, was man bislang den Schandtaten der bösen Banker und Politiker anlastete - Arbeitslosigkeit, Staatspleiten, allgemeines Elend, Währungscrashs. Wenn die Banken kaputt gehen wird es nicht zuletzt auch die kleinen Anleger, die Oma von nebenan und den hart sparenden Arbeiter treffen. Und zwar schneller und härter als die Superreichen.
Und das aus dem ganzen Chaos dann tatsächlich die hehren Ziele der skizzierten Visionen und Träume auf dieser Seite hervorgehen, ist keinesfalls gesagt! Denn einen Plan für den Tag danach kann ich ehrlich gesagt nicht erkennen.
Wenn man wirklich den Menschen helfen will, sich von einem Joch zu befreien, dann sollte man ihnen im Bezug auf sowas zumindest wesentlich reineren Wein einschenken.
Zugegeben, einen solchen Erfolg, daß man sich ernsthaft darum Sorgen machen müßte, wird die Aktion wahrscheinlich nicht haben.
Aber dies wirft das Licht auf etwas anderes. Das gegenwärtige System (also der Kapitalismus in seiner gegenwärtigen speziellen Variation) ist alles andere als perfekt. Das gebe ich als durchaus überzeugter Kapitalist zu. Änderungen sind nötig, teilweise radikale und unangenehme, man sollte neue Wege gehen.
Nach dieser Grunderkenntnis hört die Erleuchtung aber meistens auf. Die meisten Menschen speziell im Westen sind doch immer noch zufrieden genug mit dem System, da es den meisten letztlich ihre grundlegenden Bedürfnisse befriedigt. Sie ahnen, daß ein anderes System einen sehr radikalen Umsturz erfordern könnte, der viele Unannehmlichkeiten mit sich brächte. Und wenn Unannehmlichkeiten drohen ist der Mensch meist ein Gewohnheitstier und beläßt es lieber beim Status quo. In diesem Sinne sind die meisten Menschen vergleichsweise feige und egoistisch. Eine Minderheit ist bereits so unzufrieden mit dem System, daß sie nur noch dagegen ist. Da die Unzufriedenheit sich aber oft aus sehr persönlichen Gründen speist und die Weltverbesserung eigentlich nur als tarnende Monstranz dient, wird die Revolution und der Umsturz nicht mehr mit einem Plan für den Tag danach angestrebt. Es ist Aufstand um des Aufstands willen, zur persönlichen Ergötzung an Zerstörung und Chaos. Visionen sind nur der Vorwand. In diesem Sinne
sind nicht wenige selbsternannte linke (und manchmal auch rechte) Aktivisten keine Avantgarde eines gerechteren Systems, sondern ein egoistischer, heuchlerischer Scheißhaufen (frei nach Constantine).
Daraus entsteht ein Teufelskreis, der uns letztlich in unserem System stagnieren läßt. Die skizzierte radikal-unzufriedene Minderheit bestimmt das Bild, das die semi-zufriedene Mehrheit von den Alternativen zum Jetzt hat. Dieses Bild ist negativ und nährt erst recht Ängste vor dem Umsturz. Damit werden umstürzlerische Absichten nie die kritische Mehrheitsmenge erlangen. Vernünftige Stimmen dazwischen sind so gering in der Zahl, das sie nicht wahrgenommen werden. Von der semi-zufriedenen Mehrheit werden sie wenn als bereits zu träumerisch abgetan. Von der radikal-unzufriedenen Minderheit werden sie bereits als vom System korrumpierte Ahnungslose abgetan.
Was folgt aus dieser Betrachtung? Es bleibt die Erkenntnis, daß sich etwas ändern muß und das diese Änderung uns Unannehmlichkeiten bereiten und Abstriche abnötigen wird.
Wie wir unsere Probleme letztlich lösen - ich habe keinen Schimmer. Da bin ich ganz ehrlich. Ich weiß aber, daß mir die Ansätze radikaler Linker bisher ebenso wenig erfolgversprechend erscheinen, wie das "Weiter so" aus den Türmen der Bankmanager. Vielleicht ist es ja der Fehler, daß beide die jeweils andere Seite als Teil des Problems sehen - und nicht erkennen, daß beide Teil der Lösung sein müssen.
Hmmm...vielleicht doch am 7.12. Geld abheben. Solang vielleicht nur eine kleine Bank zusammenbricht...ist es vielleicht für alle ein guter Warnschuß.
Freitag, 26. November 2010
Dienstag, 23. November 2010
Und lange fiel der Groschen...
Es war mal wieder so weit. Der Moment, an dem sich Politik wieder selbst persifliert.
So ganz allmählich knobeln Experten heraus, daß das Elterngeld absolut sinnlos ist und dadurch bisher rund 15 Milliarden Euro schlicht verbrannt wurden.
Die Geburtenrate jedenfalls sinkt weiter. Irgendwie war das eigentlich jedem normal denkenden Menschen auf der Straße von Anfang an klar. Jedenfalls ist mir in meinem Freundeskreis, in meiner Nachbarschaft, in meiner Verwandtschaft oder auch an der Supermarktkasse niemand aufgefallen, der allen Ernstes eine geburtensteigernde Wirkung dieser Subvention erwartete.
Man mußte für diese Erkenntnis also nicht studiert haben.
Jetzt gibt einer der Erfinder des Elterngeldes, Bert Rürup, zu, er habe sich geirrt! Potzblitz! Seine Einsicht nun:
"Mit Geld werden wir die Gebärfreude nicht steigern können."
Der Groschen hat aber lange gebraucht um zu fallen...
Wieviele Kitas hätte man eigentlich mit 15 Milliarden Euro finanzieren können?
So ganz allmählich knobeln Experten heraus, daß das Elterngeld absolut sinnlos ist und dadurch bisher rund 15 Milliarden Euro schlicht verbrannt wurden.
Die Geburtenrate jedenfalls sinkt weiter. Irgendwie war das eigentlich jedem normal denkenden Menschen auf der Straße von Anfang an klar. Jedenfalls ist mir in meinem Freundeskreis, in meiner Nachbarschaft, in meiner Verwandtschaft oder auch an der Supermarktkasse niemand aufgefallen, der allen Ernstes eine geburtensteigernde Wirkung dieser Subvention erwartete.
Man mußte für diese Erkenntnis also nicht studiert haben.
Jetzt gibt einer der Erfinder des Elterngeldes, Bert Rürup, zu, er habe sich geirrt! Potzblitz! Seine Einsicht nun:
"Mit Geld werden wir die Gebärfreude nicht steigern können."
Der Groschen hat aber lange gebraucht um zu fallen...
Wieviele Kitas hätte man eigentlich mit 15 Milliarden Euro finanzieren können?
Montag, 22. November 2010
"Grundrechte oder explodieren?"
Morgen zusammen.
Extrem drollig gestern die Anne Will-Sendung mit dem unvermeidlichen Terrorthema.
Neben ein paar unerfahrenen Deutschen gab es als Gast auch eine junge und extrem hübsche Israelin und einen amerikanischen Journalisten, damit auch mal die richtigen Terror-im-Alltag-Experten ran durften.
Der US-Journalist Don Jordan warf uns Deutschen zuviel Gelassenheit vor. Er hätte auch Blauäugigkeit, Blödheit, Naivität oder ähnliches sagen können. Wir müßten doch tatsächlich mehr Zugeständnisse machen und damit meinte er nicht die Einführung der Scharia, sondern in Sachen Überwachung:
"Wenn Sie die Wahl haben: Heben Sie ein paar Grundrechte auf oder fliegen Sie lieber in die Luft?"
Ich gebe die Frage an die Amerikaner zurück: "Das Grundrecht auf Waffenbesitz aufgeben oder lieber weiterhin so viele Schußwaffenopfer?"
Laßt mir meine Grundrechte. Im Gegenzug riskier ich gern die Bombe im Zug. Soviel abenteuerlicher als sonstige Fahrten mit der Deutschen Bahn ist das auch nicht.
Wer sich eine komplette Zusammenfassung der Sendung durchlesen will, kann diese beim SPIEGEL lesen.
Extrem drollig gestern die Anne Will-Sendung mit dem unvermeidlichen Terrorthema.
Neben ein paar unerfahrenen Deutschen gab es als Gast auch eine junge und extrem hübsche Israelin und einen amerikanischen Journalisten, damit auch mal die richtigen Terror-im-Alltag-Experten ran durften.
Der US-Journalist Don Jordan warf uns Deutschen zuviel Gelassenheit vor. Er hätte auch Blauäugigkeit, Blödheit, Naivität oder ähnliches sagen können. Wir müßten doch tatsächlich mehr Zugeständnisse machen und damit meinte er nicht die Einführung der Scharia, sondern in Sachen Überwachung:
"Wenn Sie die Wahl haben: Heben Sie ein paar Grundrechte auf oder fliegen Sie lieber in die Luft?"
Ich gebe die Frage an die Amerikaner zurück: "Das Grundrecht auf Waffenbesitz aufgeben oder lieber weiterhin so viele Schußwaffenopfer?"
Laßt mir meine Grundrechte. Im Gegenzug riskier ich gern die Bombe im Zug. Soviel abenteuerlicher als sonstige Fahrten mit der Deutschen Bahn ist das auch nicht.
Wer sich eine komplette Zusammenfassung der Sendung durchlesen will, kann diese beim SPIEGEL lesen.
Sonntag, 21. November 2010
Dark Tavern Special: Die Terror-Party!
Kommendes Wochenende leistet die Dark Tavern ihren Beitrag zur Völkerverständigung!
DIE TERROR-PARTY!!!!
Terror ist zu ernst um keinen Spaß dabei zu haben!
DJ Klein-Asmo heizt euch ein mit den härtesten Klängen
von Rammsteins "Feuer frei" und Eisbrechers "Amok"
bis hin zu dschihadistischen Lobgesängen!
Beginn nach dem Freitagsgebet, kein Eintritt, Mindestverzehr 5 Drinks
Special Drinks: "Dead Terrorist", "Allah hu akbar", "RAF" und "IRA"
Um Mitternacht Lesung der Meinhof-Texte, Vortragender H.-C. Ströbele
Achtung! Ein Extra-Getränkechip für jedes Mitglied einer aktuellen terroristischen
Vereinigung (z.B. Hamas, Al-Qaida, Eta, CIA). Bitte beim Einlaß entsprechend
ausweisen, nachträgliche Reklamationen sind ausgeschlossen.
Und Waffen und Sprengsätze bitte an der Garderobe abgeben!
Die Taverne bedankt sich bei der Firma Xe Services für die Übernahme der
Security-Dienste, da Klein-Asmo ja mit Auflegen beschäftigt ist.
Freitag, 19. November 2010
Die Taverne informiert: Wie verhalten bei Terrorwarnungen?
Verehrte Tavernengäste,
wir wissen ja - die Unsicherheit ist groß. Seit zwei Tagen lebt dieses Land in Angst, dank der Terrorwarnung von Innenminister de Maizière. Oder dank Al Qaida. Das kann man jetzt sehen wie man will.
Wir wollen hier gar nicht erst weiter die Debatte über Sinn und Unsinn dieser Warnung befeuern. Stattdessen möchte die Tavernencrew ganz praktische Hilfe geben. Daher im folgenden einige Tips zum Leben nach einer Terrorwarnung.
1. Leben Sie NORMAL weiter.Das tägliche Leben bietet eher wenig Anlaß einem Terroristen zu begegnen. Auch die Ehemänner dieser Republik durfen beruhigt sein, die kleine Thai aus dem städtischen Laufhaus hat sich bislang noch nie als Terroristin entpuppt. Der wöchentliche Puffbesuch darf also beibehalten werden. Auch die Ehefrau darf weiterhin am Wochenende die Dildo-Parties bei der Nachbarin aufsuchen. Bisher versteckte Al-Qaida seine Sprengsätze nicht in Masturbationsspielzeugen.
2. Gucken Sie öfter mal in die Geschichtsbücher, vorzugweise über die 1930er Jahre, und wenden sie Erkenntnisse der Appeasement-Politik auf ihre Mitmenschen an. Erkennen Sie, wann Sie an der Supermarktkasse besser seltsame Gestalten in langen Kutten vorlassen oder diesen im Zug den eigenen Sitzplatz anbieten, auch ohne Behindertenausweis. Allgemein wird es Ihre Umwelt danken, daß Sie ein höflicherer Mensch geworden sind. Außerdem hat das den Vorteil, daß ich als Pirat mit langem schwarzen Ledermantel auch nicht mehr so lange in der Kassenschlange warten muß.
3. Seien Sie aufmerksam und melden Sie ungewöhnliche Rudelbildungen von mehr als drei zwielichtigen Gestalten (z.B. Anzug, Schlips und Kragen, zwei Handys und Banker/Politiker von Beruf) umgehend der Polizei. Denn es könnte ein Indiz sein, daß Gefahr im Verzug ist - und sei es nur für die Ersparnisse von uns allen!
4. Beruhigen Sie Ihre Nerven. Die Taverne empfiehlt dafür Rum. Hat den unschlagbaren Vorteil unseren Umsatz zu steigern. Und Sie schlafen ruhiger.
5. Legen Sie sich einen zweiten Wohnsitz zu, weitab von Ballungszentren. Also in der Eifel, Mecklenburg-Vorpommern, der Sächsischen Schweiz zum Beispiel. Anschließend melden Sie - Tip 3 folgend - die gesamte einheimische Bevölkerung als ungewöhnliche Rudelbildung von mehr als drei zwielichtigen Gestalten...
6. Wenn Sie in Bahnhofsnähe unterwegs sind, nehmen Sie alte Einkaufstüten voller Elektromüll mit und stellen Sie sie ab. Sie unterstützen damit durch tägliches Training der Einsatzkräfte die nationalen Anstrengungen zur Abwehr der bösen, feigen, degenerierten, gottlosen Terroristen...und nebenbei werden Sie anschließend reichlich Ablenkung von jedem Gedanken an einen Anschlag erhalten, ein Anwalt hilft dabei.
7. Wer keinen Elektromüll mehr hat, sollte den Einsatzkräften einen Kaffee und Blumen (für in den Gewehrlauf) mitbringen, um deren Stimmung zu heben. Nur im Raum Stuttgart wird empfohlen eine Schutzbrille zu tragen, die dortigen Polizisten gelten als eine besonders reizgasige Spezies.
8. Nehmen Sie eventuell stattfindende Anschläge sportlich! Sollten Sie in der Nähe sein, suchen Sie sich einen guten Beobachtungspunkt und feuern Sie die Seite Ihrer Sympathie an! Heißen Sie aber bitte auch die Athleten der Gegenseite respektvoll willkommen - vielleicht mit einem schnuckligen Plakat oder so. Wer nicht das Glück hat in der betroffenen Stadt zu wohnen, kann vor dem heimischen Fernseher mit Bier und Chips mitfiebern. Das Bundesinnenministerium hat auch extra eine Hotline für Zuschauerstimmungen freigeschaltet.
9. Nutzen Sie Ihre Chance, Ihr Lottoglück zu verdoppeln und wetten Sie darauf, wo die Qaida zuschlagen wird. Aber Vorsicht: Da durfen nur Nichtmitglieder von Geheimdiensten und Terrororganisationen mitmachen!
10. Wenn Sie Hartz-IV-Empfänger sind: Fragen Sie beim Arbeitsamt nach, ob die Qaida gerade junge, dynamische, explosive Kräfte in Ihrer Stadt sucht! Unter Umständen winken dort Gelegenheiten Ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben...
Und wenn alles nichts hilft, besuchen Sie uns in der Taverne...bei uns passiert nie etwas...wir wissen nicht warum...Klein Asmo meinte neulich, das könnte an der gemeinsamen Zimmerbuchung der jungen Emma mit diesem älteren langbärtigen Orientalen bei uns liegen...
wir wissen ja - die Unsicherheit ist groß. Seit zwei Tagen lebt dieses Land in Angst, dank der Terrorwarnung von Innenminister de Maizière. Oder dank Al Qaida. Das kann man jetzt sehen wie man will.
Wir wollen hier gar nicht erst weiter die Debatte über Sinn und Unsinn dieser Warnung befeuern. Stattdessen möchte die Tavernencrew ganz praktische Hilfe geben. Daher im folgenden einige Tips zum Leben nach einer Terrorwarnung.
1. Leben Sie NORMAL weiter.Das tägliche Leben bietet eher wenig Anlaß einem Terroristen zu begegnen. Auch die Ehemänner dieser Republik durfen beruhigt sein, die kleine Thai aus dem städtischen Laufhaus hat sich bislang noch nie als Terroristin entpuppt. Der wöchentliche Puffbesuch darf also beibehalten werden. Auch die Ehefrau darf weiterhin am Wochenende die Dildo-Parties bei der Nachbarin aufsuchen. Bisher versteckte Al-Qaida seine Sprengsätze nicht in Masturbationsspielzeugen.
2. Gucken Sie öfter mal in die Geschichtsbücher, vorzugweise über die 1930er Jahre, und wenden sie Erkenntnisse der Appeasement-Politik auf ihre Mitmenschen an. Erkennen Sie, wann Sie an der Supermarktkasse besser seltsame Gestalten in langen Kutten vorlassen oder diesen im Zug den eigenen Sitzplatz anbieten, auch ohne Behindertenausweis. Allgemein wird es Ihre Umwelt danken, daß Sie ein höflicherer Mensch geworden sind. Außerdem hat das den Vorteil, daß ich als Pirat mit langem schwarzen Ledermantel auch nicht mehr so lange in der Kassenschlange warten muß.
3. Seien Sie aufmerksam und melden Sie ungewöhnliche Rudelbildungen von mehr als drei zwielichtigen Gestalten (z.B. Anzug, Schlips und Kragen, zwei Handys und Banker/Politiker von Beruf) umgehend der Polizei. Denn es könnte ein Indiz sein, daß Gefahr im Verzug ist - und sei es nur für die Ersparnisse von uns allen!
4. Beruhigen Sie Ihre Nerven. Die Taverne empfiehlt dafür Rum. Hat den unschlagbaren Vorteil unseren Umsatz zu steigern. Und Sie schlafen ruhiger.
5. Legen Sie sich einen zweiten Wohnsitz zu, weitab von Ballungszentren. Also in der Eifel, Mecklenburg-Vorpommern, der Sächsischen Schweiz zum Beispiel. Anschließend melden Sie - Tip 3 folgend - die gesamte einheimische Bevölkerung als ungewöhnliche Rudelbildung von mehr als drei zwielichtigen Gestalten...
6. Wenn Sie in Bahnhofsnähe unterwegs sind, nehmen Sie alte Einkaufstüten voller Elektromüll mit und stellen Sie sie ab. Sie unterstützen damit durch tägliches Training der Einsatzkräfte die nationalen Anstrengungen zur Abwehr der bösen, feigen, degenerierten, gottlosen Terroristen...und nebenbei werden Sie anschließend reichlich Ablenkung von jedem Gedanken an einen Anschlag erhalten, ein Anwalt hilft dabei.
7. Wer keinen Elektromüll mehr hat, sollte den Einsatzkräften einen Kaffee und Blumen (für in den Gewehrlauf) mitbringen, um deren Stimmung zu heben. Nur im Raum Stuttgart wird empfohlen eine Schutzbrille zu tragen, die dortigen Polizisten gelten als eine besonders reizgasige Spezies.
8. Nehmen Sie eventuell stattfindende Anschläge sportlich! Sollten Sie in der Nähe sein, suchen Sie sich einen guten Beobachtungspunkt und feuern Sie die Seite Ihrer Sympathie an! Heißen Sie aber bitte auch die Athleten der Gegenseite respektvoll willkommen - vielleicht mit einem schnuckligen Plakat oder so. Wer nicht das Glück hat in der betroffenen Stadt zu wohnen, kann vor dem heimischen Fernseher mit Bier und Chips mitfiebern. Das Bundesinnenministerium hat auch extra eine Hotline für Zuschauerstimmungen freigeschaltet.
9. Nutzen Sie Ihre Chance, Ihr Lottoglück zu verdoppeln und wetten Sie darauf, wo die Qaida zuschlagen wird. Aber Vorsicht: Da durfen nur Nichtmitglieder von Geheimdiensten und Terrororganisationen mitmachen!
10. Wenn Sie Hartz-IV-Empfänger sind: Fragen Sie beim Arbeitsamt nach, ob die Qaida gerade junge, dynamische, explosive Kräfte in Ihrer Stadt sucht! Unter Umständen winken dort Gelegenheiten Ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben...
Und wenn alles nichts hilft, besuchen Sie uns in der Taverne...bei uns passiert nie etwas...wir wissen nicht warum...Klein Asmo meinte neulich, das könnte an der gemeinsamen Zimmerbuchung der jungen Emma mit diesem älteren langbärtigen Orientalen bei uns liegen...
Mittwoch, 17. November 2010
Buhh! Terroristen statt Knecht Rupprecht
Die Weihnachtszeit naht - und es wurde mal wieder Zeit, ein bissel Angst zu haben. Früher drohte man den Kindern mit Knecht Rupprecht. Heute muß der durchschnittliche Al-Qaida-Terrorist herhalten.
Denn: Deutschland droht ein Anschlag . Und das mutmaßlich noch diesen Monat.
Und weil das so ist, patrouillieren jetzt vermehrt schwer bewaffnete Bundespolizisten auf den Bahnhöfen, werden die Grenzkontrollen intensiviert und die Kontrollen auf den Flughäfen. Bürger werden um verstärkte Aufmerksamkeit gebeten.
Viele fragen sich: Was soll ich davon halten? Wir von der Taverne empfehlen relaxed: Abstand.
Betrachten wir das doch mal ganz objektiv. Ob wirklich grad ein Terrorkommando startklar ist für Ende November, sei mal dahingestellt. Wichtig ist, daß der Innenminister was richtiges festgestellt hat: Man sollte seine Lebensführung nicht ändern, denn dann haben mutmaßliche Terroristen schon gewonnen. Erhöhte Wachsamkeit kann sowieso nicht schaden, grad an Bahnhöfen (ich sag nur: Taschendiebe). Aber letztlich ist die Warnung des Innenminister ansonsten auch vor allem eins: politische Absicherung des eigenen Arsches. Gleiches gilt für die öffentlich am stärksten wahrnehmbare Maßnahme, die Patrouillen auf den Bahnhöfen.
Damit ist der Minister aus dem Schneider wenn wirklich was passiert und einige behaupten wollen, er hätte nichts getan.
De facto ist es so, daß speziell diese öffentlich sichtbaren Patrouillen ein reines Placebo und noch dazu ein schlechtes sind. Unsere Bahnhöfe sind offene Ziele. Eine Kontrolle aller Gepäckstücke von der Handtasche bis zum Koffer, die jeden Tag z.B. den Kölner HBf passieren, ist schlechterdings nicht möglich. Das soll mal einer versuchen, die Pendler am morgen werden sich bedanken. Daran in den Kölner HBf zu marschieren und sich zu sprengen kann einen keinerlei Patrouille der Bundespolizei hindern. Wer sich dabei nicht grad saudämlich anstellt, macht das einfach. Der Zeitpunkt an dem man auffällt, ist der, wenn die Bombe zündet. Und dann ist es zu spät.
Selbst Flughäfen sind nur halb so sicher wie sie wirken. Wenn die Terroristen den Angriff im noch offenen Bereich starten und das nach dem Muster von Mumbay, werden sie Erfolg haben, sofern ihr Ziel viele Tote sind. Daran wird kein Bundespolizist etwas ändern können.
Von einer Bombe im Gedränge eines Weihnachtsmarktes ganz zu schweigen.
Und trotzdem würde, wenn das passiert, jeder dem Minister unterstellen, er hätte nicht alles getan, wenn er nicht auf jeden Bahnsteig 10 Polizisten gestellt hat. Auch wenn das nicht stimmt. Das wichtigere Element sind die Fahndungsmaßnahmen, die nicht öffentlich ablaufen, um etwaige Terroristen vor dem Anschlag zu schnappen. Nur wird was öffentlich nicht wahrgenommen wird, nicht gewürdigt. Deshalb der Aktionismus von eher zweifelhaftem Nutzen in Sachen Terrorabwehr.
Muß man deswegen Panik haben? Nein. Selbst wenn ein Anschlag geschehen sollte, ist die Wahrscheinlichkeit davon betroffen zu sein geringer, als am Bahnhof von einem Junkie angepöbelt oder einem Taschendieb behelligt zu werden (jeder erfahrene Pendler kann das bestätigen). Und zumindest diese Zeitgenossen machen sich dann doch rarer, wenn vermehrt Bundespolizei auf den Bahnhöfen unterwegs ist. Und das nenn ich mal den eigentlich positiven Nebeneffekt. Die Terrorgefahr verrechne ich unter Lebensrisiko a la Blitzschlag.
Einige Stammgäste in der Taverne munkeln ja übrigens - so hab dem zweiten Glas Rum - es ginge gar nicht um Al-Qaida-Terroristen. Sondern um aufständische Wildschweine aus Rheinland-Pfalz.
Wenn der geneigte Leser also Ende November mitbekommt, daß wieder eine Sau durch die Straßen gejagt wird, weiß er was los ist...
Ich trink mir jetzt erstmal einen...und die nächste Runde geht aufs Haus. Wir lassen uns bestimmt nicht die Laune verderben.
Yoho, Pirat
Denn: Deutschland droht ein Anschlag . Und das mutmaßlich noch diesen Monat.
Und weil das so ist, patrouillieren jetzt vermehrt schwer bewaffnete Bundespolizisten auf den Bahnhöfen, werden die Grenzkontrollen intensiviert und die Kontrollen auf den Flughäfen. Bürger werden um verstärkte Aufmerksamkeit gebeten.
Viele fragen sich: Was soll ich davon halten? Wir von der Taverne empfehlen relaxed: Abstand.
Betrachten wir das doch mal ganz objektiv. Ob wirklich grad ein Terrorkommando startklar ist für Ende November, sei mal dahingestellt. Wichtig ist, daß der Innenminister was richtiges festgestellt hat: Man sollte seine Lebensführung nicht ändern, denn dann haben mutmaßliche Terroristen schon gewonnen. Erhöhte Wachsamkeit kann sowieso nicht schaden, grad an Bahnhöfen (ich sag nur: Taschendiebe). Aber letztlich ist die Warnung des Innenminister ansonsten auch vor allem eins: politische Absicherung des eigenen Arsches. Gleiches gilt für die öffentlich am stärksten wahrnehmbare Maßnahme, die Patrouillen auf den Bahnhöfen.
Damit ist der Minister aus dem Schneider wenn wirklich was passiert und einige behaupten wollen, er hätte nichts getan.
De facto ist es so, daß speziell diese öffentlich sichtbaren Patrouillen ein reines Placebo und noch dazu ein schlechtes sind. Unsere Bahnhöfe sind offene Ziele. Eine Kontrolle aller Gepäckstücke von der Handtasche bis zum Koffer, die jeden Tag z.B. den Kölner HBf passieren, ist schlechterdings nicht möglich. Das soll mal einer versuchen, die Pendler am morgen werden sich bedanken. Daran in den Kölner HBf zu marschieren und sich zu sprengen kann einen keinerlei Patrouille der Bundespolizei hindern. Wer sich dabei nicht grad saudämlich anstellt, macht das einfach. Der Zeitpunkt an dem man auffällt, ist der, wenn die Bombe zündet. Und dann ist es zu spät.
Selbst Flughäfen sind nur halb so sicher wie sie wirken. Wenn die Terroristen den Angriff im noch offenen Bereich starten und das nach dem Muster von Mumbay, werden sie Erfolg haben, sofern ihr Ziel viele Tote sind. Daran wird kein Bundespolizist etwas ändern können.
Von einer Bombe im Gedränge eines Weihnachtsmarktes ganz zu schweigen.
Und trotzdem würde, wenn das passiert, jeder dem Minister unterstellen, er hätte nicht alles getan, wenn er nicht auf jeden Bahnsteig 10 Polizisten gestellt hat. Auch wenn das nicht stimmt. Das wichtigere Element sind die Fahndungsmaßnahmen, die nicht öffentlich ablaufen, um etwaige Terroristen vor dem Anschlag zu schnappen. Nur wird was öffentlich nicht wahrgenommen wird, nicht gewürdigt. Deshalb der Aktionismus von eher zweifelhaftem Nutzen in Sachen Terrorabwehr.
Muß man deswegen Panik haben? Nein. Selbst wenn ein Anschlag geschehen sollte, ist die Wahrscheinlichkeit davon betroffen zu sein geringer, als am Bahnhof von einem Junkie angepöbelt oder einem Taschendieb behelligt zu werden (jeder erfahrene Pendler kann das bestätigen). Und zumindest diese Zeitgenossen machen sich dann doch rarer, wenn vermehrt Bundespolizei auf den Bahnhöfen unterwegs ist. Und das nenn ich mal den eigentlich positiven Nebeneffekt. Die Terrorgefahr verrechne ich unter Lebensrisiko a la Blitzschlag.
Einige Stammgäste in der Taverne munkeln ja übrigens - so hab dem zweiten Glas Rum - es ginge gar nicht um Al-Qaida-Terroristen. Sondern um aufständische Wildschweine aus Rheinland-Pfalz.
Wenn der geneigte Leser also Ende November mitbekommt, daß wieder eine Sau durch die Straßen gejagt wird, weiß er was los ist...
Ich trink mir jetzt erstmal einen...und die nächste Runde geht aufs Haus. Wir lassen uns bestimmt nicht die Laune verderben.
Yoho, Pirat
Samstag, 13. November 2010
Die Wer-Emma
Früher wurde vor Werwölfen gewarnt, wenn Kerle zu animalisch wirkten. Heute leben wir im 21. Jahrhundert und das Problem dreht sich um und wandert ab in Teenie-Gefilde. Der neue Harry Potter feierte Premiere, der allgemeine Mega-Hype feierte sich selber (merkt man, daß ich beides nicht ausstehen kann?) und am Rande sammelten sich allerhand Nachrichtenschnipsel an.
Darunter dieses: Daniel Radcliffe verkündete, seine Kollegin Emma Watson küsse wie ein Tier. Der Bub wirkte etwas eingeschüchtert.
Meinereiner sah Emma auf dem roten Teppich und mir schoß nur ein Gedanke durch den Kopf:
Natürlich küsst sie wie ein Tier. Wohl kaum wie ne Pflanze. Es ist soll ziemlich unerotisch sein einen Baum oder eine Geranie zu küssen.
Wobei ich beides noch nicht ausprobiert hab. Emma leider auch nicht.... moment, klein Asmo möchte etwas von mir....
Madame W. bestätigte eben die Viererzimmerreservierung Capt'n und läßt fragen, ob der Italiener auch endlich zugesagt hätte.
Ja, Silvio hat zugesagt und bringt eventuell auch seinen Kumpel Nicolas aus Paris mit. Hat sie gesagt, ob wir noch Gleitcreme bestellen sollen?
Das möchte sie nicht. Sie sagt, das hätte sie übers Wochenende bisher noch nie gebraucht.
Dann ist ja alles klar. Bezahlung wie üblich. Und denk dran kleiner Asmo: An dem Abend keine Milchbubis mit Brillen reinlassen.
Darunter dieses: Daniel Radcliffe verkündete, seine Kollegin Emma Watson küsse wie ein Tier. Der Bub wirkte etwas eingeschüchtert.
Meinereiner sah Emma auf dem roten Teppich und mir schoß nur ein Gedanke durch den Kopf:
Natürlich küsst sie wie ein Tier. Wohl kaum wie ne Pflanze. Es ist soll ziemlich unerotisch sein einen Baum oder eine Geranie zu küssen.
Wobei ich beides noch nicht ausprobiert hab. Emma leider auch nicht.... moment, klein Asmo möchte etwas von mir....
Madame W. bestätigte eben die Viererzimmerreservierung Capt'n und läßt fragen, ob der Italiener auch endlich zugesagt hätte.
Ja, Silvio hat zugesagt und bringt eventuell auch seinen Kumpel Nicolas aus Paris mit. Hat sie gesagt, ob wir noch Gleitcreme bestellen sollen?
Das möchte sie nicht. Sie sagt, das hätte sie übers Wochenende bisher noch nie gebraucht.
Dann ist ja alles klar. Bezahlung wie üblich. Und denk dran kleiner Asmo: An dem Abend keine Milchbubis mit Brillen reinlassen.
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