Und wieder einmal ist es so weit - das eine Jahr endet, das andere beginnt.
Es ist die Zeit der Jahresrückblicke...bei allen. Nicht bei uns! Bei uns gibt es den Vorblick. Bitte schön!
Januar:
Bundespräsident Wulff erklärt, daß auch seine Frau nur ein Geschenk eines befreundeten Wirtschaftsbosses war. Daraufhin wird ein Ermittlungsverfahren gegen VW wegen Menschenhandels eingeleitet.
Februar:
Im Iran fliegt auf, daß Ahmadinedschad ein jüdisches Zwillingspärchen als Geliebte hat. Er selber dazu: "Das sind natürlich nur imperialistische Gerüchte. Die beiden sind zumindest Christen!"
März:
Erster verspäteter Schneesturm des Jahres - das deutsche Bahnnetz wird überrascht und kollabiert.
April:
Eine neue Seuche geht um, offenbar übertragen von Sonntagsbrötchen. Sie führt unter anderem zu blitzartigen Denkanfällen, die vor allem Politikern Sorgen machen: "Wir befürchten nicht wiedergewählt zu werden."
Mai:
Somalische Piraten entern ein deutsches Kreuzfahrtschiff und funken nach Berlin an die Piratenpartei ihre Aufnahmeanträge.
Juni:
Michael Ballack begeht Selbstmord. Er hatte einen Pickel auf seiner Wange entdeckt.
Juli:
Angela Merkel gibt zu: Sie ist weder Frau noch Mann, sondern war Blockflöte. Die einsetzende Staatskrise führt zu Neuwahlen im September.
August:
Das Sommerloch schlägt wieder zu - mit Schlaglöcher in Wixhausen und Fucking ist zu rechnen!
September:
Die Neuwahlen in Deutschland. Die Piraten bekommen 99 % und die Dark Tavern wir das neue Bundeskanzleramt.
Oktober:
Herbstsaison. Blätter fallen und Aktienkurse werden gelb und rot.
November:
Israel beantwortet den Verbalterror der Iraner mit Terror - und schiebt seine Gemeinde ultraorthodoxer Juden nach Teheran ab.
Dezember:
Natürlich geht die Welt unter. Danach taucht sie wieder auf.
Also, alles geklärt, oder? Guten Rutsch ins neue Jahr 2012 und rutscht nicht aus!
Samstag, 31. Dezember 2011
Sonntag, 18. Dezember 2011
Aber, aber, Herr Bundespräsident!
Nun ist es also passiert!
Unser Bundespräsi Herr Wulff, kaum hatte man sich an ihn gewöhnt, ist ins Zwielicht geraten. Eine geerbte Tankstelle, Geld von befreundeten Unternehmern, zur Verfügung gestellte Urlaubsdomizile...meine Güte!
Die Empörung ist wie üblich groß. Öffentlich zerreißen sich nun alle Medien das Maul und natürlich sind sich alle einig, daß das ja nicht geht, dermaßen unmoralisch ist und - natürlich - die Bodenhaftung des Herrn Wulff ist für den Arsch. Das ist dann immer der finale Vorwurf: Der Mensch hat die Bodenhaftung verloren.
Ob das alles legal ist - muß sich zeigen. Sollte ein Politiker Konsequenzen aus sowas ziehen? Vielleicht. Aber mangelnde Bodenhaftung? Ich provoziere mal damit: Der Mann hat sich damit als Mann des Volkes qualifiziert. Denn ähnlichen Unsinn, daß man sich als redlich wähnt und dabei seine moralischen Maßstäbe mal eben biegt oder zur Seite legt, wenns dem eigenen Spaß dient, bringen wir alle. Jeder normale Bürger. Tagtäglich.
Das fängt an bei dem treusorgenden Ehemann, der sich dann aber doch vom Kumpel mal zum Bordellbesuch bequatschen läßt. Bei dem eigentlich ehrlichen Menschen, der dann doch schwarz Bahn fährt.
Geht weiter bei den Frauen, die sich furchtbar aufregen würden, wenn ihre Kerle sie mit anderen Frauen bescheißen würden - dann aber mit vergebenen Kerlen in die Kiste steigen. Und natürlich auch bei den fleißigen Mitarbeitern, die wie selbstverständlich Geräte auf der Arbeit für private Angelegenheiten nutzen - Kopierer, Drucker etc. (ich gebe offen zu: Hab ich auch schon).
Es ist genauso die selbe Kategorie wie das, was Herr Wulf gemacht hat. Nur einige Größenordnungen kleiner, weil man sich natürlich in anderen sozialen Gefilden bewegt. Die Beispiele ließen sich fortsetzen. Es sind Begebenheiten in der Grauzone von absolut richtig und absolut falsch, in einigen Fällen geduldet und für normal gehalten, in anderen nicht.
Nur immer wenn es um einen selbst geht, will man daran nix finden.
Aber wenn es ein Politiker macht, ist das natürlich der Untergang des Abendlandes.
Wenn Herr Wulffs Fall unserer Gesellschaft was bringen sollte, dann finde ich wäre es eine Diskussion über diese kleinen nicht ganz moralischen/ nicht ganz legalen Fehltrittchen von uns allen.
Denn es wird Wulff gehen wie uns allen: Er wird sich NICHTS dabei gedacht haben.
In diesem Sinne,
Pirat
Unser Bundespräsi Herr Wulff, kaum hatte man sich an ihn gewöhnt, ist ins Zwielicht geraten. Eine geerbte Tankstelle, Geld von befreundeten Unternehmern, zur Verfügung gestellte Urlaubsdomizile...meine Güte!
Die Empörung ist wie üblich groß. Öffentlich zerreißen sich nun alle Medien das Maul und natürlich sind sich alle einig, daß das ja nicht geht, dermaßen unmoralisch ist und - natürlich - die Bodenhaftung des Herrn Wulff ist für den Arsch. Das ist dann immer der finale Vorwurf: Der Mensch hat die Bodenhaftung verloren.
Ob das alles legal ist - muß sich zeigen. Sollte ein Politiker Konsequenzen aus sowas ziehen? Vielleicht. Aber mangelnde Bodenhaftung? Ich provoziere mal damit: Der Mann hat sich damit als Mann des Volkes qualifiziert. Denn ähnlichen Unsinn, daß man sich als redlich wähnt und dabei seine moralischen Maßstäbe mal eben biegt oder zur Seite legt, wenns dem eigenen Spaß dient, bringen wir alle. Jeder normale Bürger. Tagtäglich.
Das fängt an bei dem treusorgenden Ehemann, der sich dann aber doch vom Kumpel mal zum Bordellbesuch bequatschen läßt. Bei dem eigentlich ehrlichen Menschen, der dann doch schwarz Bahn fährt.
Geht weiter bei den Frauen, die sich furchtbar aufregen würden, wenn ihre Kerle sie mit anderen Frauen bescheißen würden - dann aber mit vergebenen Kerlen in die Kiste steigen. Und natürlich auch bei den fleißigen Mitarbeitern, die wie selbstverständlich Geräte auf der Arbeit für private Angelegenheiten nutzen - Kopierer, Drucker etc. (ich gebe offen zu: Hab ich auch schon).
Es ist genauso die selbe Kategorie wie das, was Herr Wulf gemacht hat. Nur einige Größenordnungen kleiner, weil man sich natürlich in anderen sozialen Gefilden bewegt. Die Beispiele ließen sich fortsetzen. Es sind Begebenheiten in der Grauzone von absolut richtig und absolut falsch, in einigen Fällen geduldet und für normal gehalten, in anderen nicht.
Nur immer wenn es um einen selbst geht, will man daran nix finden.
Aber wenn es ein Politiker macht, ist das natürlich der Untergang des Abendlandes.
Wenn Herr Wulffs Fall unserer Gesellschaft was bringen sollte, dann finde ich wäre es eine Diskussion über diese kleinen nicht ganz moralischen/ nicht ganz legalen Fehltrittchen von uns allen.
Denn es wird Wulff gehen wie uns allen: Er wird sich NICHTS dabei gedacht haben.
In diesem Sinne,
Pirat
Samstag, 10. Dezember 2011
Statement zur Weltlage
Na, habt ihr mich vermißt?
Ich hab viel gearbeitet, aber natürlich trotzdem meine Gedanken zur Welt im allgemeinen und besonderen nicht abgeschaltet. Ja, ich hab alles mitgekriegt.
Das Trauerspiel der Euro-Rettungsversuche nach dem try-and-error-Verfahren, wobei der Bürger über kurz oder lang das Error zur tragen haben wird, ist mir leider auch nicht erspart geblieben. Damned. Bald sind wir alle Griechenland, oder? Und dann kolonisieren uns die Chinesen.
Aber wer weiß, vielleicht steuern die Iraner ja schon bald unsere Börsenkurse fern, nachdem sie schon eine US-Drohne gehackt haben wollen. Wobei ich ja eher glaube das war ein verdeckter Waffendeal. Hat jemand mal den Kontostand des Pentagon überprüft? Oder des Herstellers?
Ach ja, die Welt steuert auf spannende Zeiten zu. Für 2012 durfen wir bestimmt mit einigem rechnen. Na gut, Gaddafi ist tot, aber wir haben ja immer noch Assad. Der wird schon lange genug durchhalten, bis wir einen neuen Komiker gezüchtet haben. Befürchte ich. Kann den nicht endlich jemand erschießen? (ja, ich hab nix gegen Tyrannenmord).
Die heimische Lage hier in der Taverne ist übrigens die, das Klein Asmo endlich wieder arbeitet, nachdem er seinen Protest über die neuesten Umbaumaßnahmen aufgegeben hat....moment, er will grad was.
Chef, da sind komische Typen vor der Tür. Tragen Schlapphüte.
Dann schick sie weg! Ist bei uns gegen den Dresscode!
Sie sagen aber, sie wollten Verbindung aufnehmen!
Hör mal, ich hab schon mit Dir Verbindung zu Außerirdischen. Da brauch ich nicht noch mehr Gestalten von einem anderen Planeten, der uns beschützen will oder so. Kapiche?
Is ja gut, ich schick sie weg.
So, wieder da...wo war ich...ach ja...ich quatsch grad mit meiner besseren Hälfte darüber, daß sie das Team hier verstärkt. In dem Falle verbreitern wir unser Angebot eventuell um Strickkurse. Mal sehen!
Bis bald und dann gibts auch wieder ausführlicher Polemiken zu Gott, Goth und der Welt :)
Yoho, euer Pirat
Ich hab viel gearbeitet, aber natürlich trotzdem meine Gedanken zur Welt im allgemeinen und besonderen nicht abgeschaltet. Ja, ich hab alles mitgekriegt.
Das Trauerspiel der Euro-Rettungsversuche nach dem try-and-error-Verfahren, wobei der Bürger über kurz oder lang das Error zur tragen haben wird, ist mir leider auch nicht erspart geblieben. Damned. Bald sind wir alle Griechenland, oder? Und dann kolonisieren uns die Chinesen.
Aber wer weiß, vielleicht steuern die Iraner ja schon bald unsere Börsenkurse fern, nachdem sie schon eine US-Drohne gehackt haben wollen. Wobei ich ja eher glaube das war ein verdeckter Waffendeal. Hat jemand mal den Kontostand des Pentagon überprüft? Oder des Herstellers?
Ach ja, die Welt steuert auf spannende Zeiten zu. Für 2012 durfen wir bestimmt mit einigem rechnen. Na gut, Gaddafi ist tot, aber wir haben ja immer noch Assad. Der wird schon lange genug durchhalten, bis wir einen neuen Komiker gezüchtet haben. Befürchte ich. Kann den nicht endlich jemand erschießen? (ja, ich hab nix gegen Tyrannenmord).
Die heimische Lage hier in der Taverne ist übrigens die, das Klein Asmo endlich wieder arbeitet, nachdem er seinen Protest über die neuesten Umbaumaßnahmen aufgegeben hat....moment, er will grad was.
Chef, da sind komische Typen vor der Tür. Tragen Schlapphüte.
Dann schick sie weg! Ist bei uns gegen den Dresscode!
Sie sagen aber, sie wollten Verbindung aufnehmen!
Hör mal, ich hab schon mit Dir Verbindung zu Außerirdischen. Da brauch ich nicht noch mehr Gestalten von einem anderen Planeten, der uns beschützen will oder so. Kapiche?
Is ja gut, ich schick sie weg.
So, wieder da...wo war ich...ach ja...ich quatsch grad mit meiner besseren Hälfte darüber, daß sie das Team hier verstärkt. In dem Falle verbreitern wir unser Angebot eventuell um Strickkurse. Mal sehen!
Bis bald und dann gibts auch wieder ausführlicher Polemiken zu Gott, Goth und der Welt :)
Yoho, euer Pirat
Dienstag, 6. Dezember 2011
Auferstanden
Ja, ich weiß - es war lange ruhig. Die Taverne hatte nur sporadisch offen, lange gar nicht.
Und das tut mir leid. Sehr sogar. Es ging nicht anders.
Das Leben des Piraten war - mal wieder - in Umwälzung!
Das umfaßte neue Arbeit, neue Gefährtin an seiner Seite, neue Wohnung.
Eigentlich alles ganz wunderbar, nur erstmal zeitraubend.
Aber nun dieser Tage wird es weitergehen. Es gibt große Pläne zum Ausbau. Und Klein Asmo juckt es auch schon wieder in den Fingern, Leute rauszuwerfen und Musik aufzulegen. Die ersten Beiträge nehmen grad in meinem Schädel Gestalt an.
Ihr habt doch nicht etwa gedacht, ihr wärt mich los - oder? XD
Und das tut mir leid. Sehr sogar. Es ging nicht anders.
Das Leben des Piraten war - mal wieder - in Umwälzung!
Das umfaßte neue Arbeit, neue Gefährtin an seiner Seite, neue Wohnung.
Eigentlich alles ganz wunderbar, nur erstmal zeitraubend.
Aber nun dieser Tage wird es weitergehen. Es gibt große Pläne zum Ausbau. Und Klein Asmo juckt es auch schon wieder in den Fingern, Leute rauszuwerfen und Musik aufzulegen. Die ersten Beiträge nehmen grad in meinem Schädel Gestalt an.
Ihr habt doch nicht etwa gedacht, ihr wärt mich los - oder? XD
Dienstag, 30. August 2011
Der Deutsche is ja nen bissel schizo...
Einer meiner absoluten Lieblings-Kabarettisten, Volker Pispers, stellte ja schon vor geraumer Zeit fest:
Der Deutsche is ein bissel schizo....früher hätte man gesagt: Der Deutsche hängt sein Fähnlein gern in den Wind.
Das läßt sich dieser Tage mal wieder wunderbar beobachten. Und zwar am Libyen-Einsatz zusammen mit Herrn Westerwelle.
Man erinnere sich: Auf Westerwelles Betreiben und Frau Merkels Zuschauen hin hielt sich Deutschland komplett aus der Sache raus (na gut, 11 Deppen haben bei der Zielauswahl geholfen...ein lauer Bürojob). Ebenso erinnere ich mich, daß das im Frühjahr eine deutliche Mehrheit von deutlich über 60 % in den Umfragen für eine gute Idee hielt.
Jetzt wird genau dieser Kurs Westerwelle zum Strick gesponnen und eine überwältigende Mehrheit ist daraus resultierend für seinen Rücktritt. Denn auf nun, ein halbes Jahr später, steht der Einsatz der NATO vor seinem erfolgreichen Abschluß und plötzlich wollense ja alle auf der Seite der Sieger sein, ne?
Liebes deutsches Volk - hallo geht's noch? Es ist ein so typisches Phänomen, daß es ja auf einmal schon immer alle gewußt haben wollten.
Ich kann darüber nur den Kopf schütteln.
Der Deutsche is ein bissel schizo....früher hätte man gesagt: Der Deutsche hängt sein Fähnlein gern in den Wind.
Das läßt sich dieser Tage mal wieder wunderbar beobachten. Und zwar am Libyen-Einsatz zusammen mit Herrn Westerwelle.
Man erinnere sich: Auf Westerwelles Betreiben und Frau Merkels Zuschauen hin hielt sich Deutschland komplett aus der Sache raus (na gut, 11 Deppen haben bei der Zielauswahl geholfen...ein lauer Bürojob). Ebenso erinnere ich mich, daß das im Frühjahr eine deutliche Mehrheit von deutlich über 60 % in den Umfragen für eine gute Idee hielt.
Jetzt wird genau dieser Kurs Westerwelle zum Strick gesponnen und eine überwältigende Mehrheit ist daraus resultierend für seinen Rücktritt. Denn auf nun, ein halbes Jahr später, steht der Einsatz der NATO vor seinem erfolgreichen Abschluß und plötzlich wollense ja alle auf der Seite der Sieger sein, ne?
Liebes deutsches Volk - hallo geht's noch? Es ist ein so typisches Phänomen, daß es ja auf einmal schon immer alle gewußt haben wollten.
Ich kann darüber nur den Kopf schütteln.
Mittwoch, 24. August 2011
Todestag von Sophie Lancaster
Das Tavernenteam gedenkt heute - Sophie Lancaster.
Die meisten (oder alle?) Leser werden jetzt fragen: Sophie - WER?
Sophie Lancaster war eine 20jährige Studentin in Lancashire und zusammen mit dem ein Jahr älteren Robert Maltby. Beide waren Gothics, in Deutschland auch schonmal Gruftis genannt.
Am 24. August 2007 wurden die beiden in einem Park von zwei halbstarken Schlägern angegriffen. Zuerst Robert, dann auch Sophie als sie versuchte ihn zu verteidigen.
Beide wurden anschließend schwer verletzt eingeliefert.
Robert überlebte. Sophie nicht. Sie verstarb im Krankenhaus.
Das klingt erstmal nach einem Vorfall wie er oft vorkommt. Das besondere: Die Täter gaben bei den polizeilichen Vernehmungen ganz amtlich an, daß ihr Angriff erfolgte, weil die beiden jungen Leute Gothics waren. Der Haß auf eine andere Subkultur war Motivator.
Klingt bizarr? Zugegeben, gewisse Ressentiments zwischen verschiedenen Subkulturen, meist eher augenzwinkernd, manchmal nen Ticken ernster, hat es schon immer gegeben. Gruftis und Hiphoper waren noch nie die Leute, die sich gegenseitig sonderlich lieb hatten. Aber in den letzten Jahren hab ich selber - selbst bekennender Gothic, was meint ihr warums DARK Tavern heißt - immer mal wieder den Eindruck, daß die Leute sich auch bei uns in Deutschland denken: Gut, man darf keine Homosexuellen, Religionen und Ethnien mehr offen diskriminieren, weil gibt ja Gesetze dagegen inzwischen...aber es gibt ja immer noch Subkulturen. Und wenn die dann noch, wie die Schwarze Szene, auch äußerlich deutlichst abseits vom Mainstream ist - um so besser.
Es fängt bei dem an, wo die meisten sagen: Damit muß man halt leben. Die Grenze von halbwegs berechtigten Vorgaben bezüglich der Kleidung etwa bei Bankangestellten oder Labormitarbeitern hin zu überzogenen, von persönlichen Ressentiments geleiteten Forderungen, die Einmischungen ins Privatleben darstellen, z.B. seitens von Professoren (selbst erlebt) sind fließend. Respektlosigkeiten und behandelt zu werden als sei man irgendwie krank sind dann auch schonmal an der Tagesordnung - viele Homosexuelle durften das wohl durchaus nachvollziehen können.
Unschöner wird es dann schon, wenn man Gespräche in Restaurants oder in der U-Bahn zufällig mitkriegt. In den letzten zwei Jahren ist es mir und Bekannten mehrfach - und das ist neu - passiert, daß man Meinungsäußerungen hörte wie "Gruftis sollte man alle an die Wand stellen" oder "aus dem Verkehr ziehen".
Mag Stammtischgerede sein. Aber wenn sich schon ein Breivik durch rechte Blogger legitimiert fühlte, dann können sich auch Schläger wie die Mörder von Sophie Lancaster durch solche Meinungsbilder bestätigt fühlen - erst recht, wenn sogar Eliten (wie z.B. Professoren) ihre eigenen kleinen Hexenjagden veranstalten.
Es ist wohl vor allem erstmal unsere eigentlich freie und pluralistische Gesellschaft, die schlimmste Auswüchse verhindert. Eine systematische Verfolgung muß wohl keine Subkultur derzeit befürchten - wie es etwa den Swing-begeisterten Jugendlichen im Dritten Reich erging, für die es extra KZs gab.
Aber eine feindliches Klima in der Gesellschaft kann ja trotzdem entstehen und ich finde das keine angenehme Vorstellung. Selbst habe ich schon erlebt, daß es kleinere Übergriffe von Seiten Jugendlicher mit Migrationshintergrund und/oder Hiphopern gegen Gruftis gab. Am Bahnhof Leverkusen Mitte war ich selbst dabei, wie einige Jugendliche uns Gruftis mit Flaschen bewarfen und als "perverse Kranke" beschimpften.
Sorry, da kommt mir die Galle hoch.
Natürlich ich war selbst betroffen. Aber mir käme auch die Galle hoch, wenn ich entsprechendes hören würde, wenn es Übergriffe auf Hiphoper gäbe oder auf Schlagerfans.
Ich möchte keine Gesellschaft, in der ein solches Klima normal wird und sowas hingenommen wird. Mir wird oft gesagt, ich würde das viel zu übertrieben sehen. Mag sein, aber lieber so, als später zu sagen: ich hätte früher den Mund aufmachen können.
Und deshalb zum Todestag von Sophie Lancaster dieser Artikel, bei dem ich mir auch so nen bissel - man merkt es vielleicht - von der Seele schreibe.
Sophies Familie und Freunde haben eine Stiftung gegründet: Sophie-Lancaster-Foundation
Das Ziel der Stiftung ist sich dafür einzusetzen, daß Subkulturen mit Respekt und Toleranz begegnet wird - und das sie auch von Gesetzes wegen vor Übergriffen geschützt werden. Finde ich eine gute Sache. Vor allem, daß die Stiftung sich nicht allein auf Gruftis kapriziert - sondern ganz deutlich allgemein von Subkulturen spricht, auch wenn das Hauptaugenmerk in der praktischen Arbeit aufgrund der begrenzten Mittel auf der Schwarzen Szene zu liegen scheint.
Und mit dem Verweis auf diese Seite möchte ich schließen...mit einer Schlußbemerkung noch:
Respektiert eure Mitmenschen auch wenn sie nicht so rumlaufen wie ihr - solange sie euch respektieren. Es ist das gute Recht eines jeden Menschen so rumzurennen wie er will. Dafür darf niemand zu Tode getreten werden.
In diesem Sinne, eine gute Nacht.
Die meisten (oder alle?) Leser werden jetzt fragen: Sophie - WER?
Sophie Lancaster war eine 20jährige Studentin in Lancashire und zusammen mit dem ein Jahr älteren Robert Maltby. Beide waren Gothics, in Deutschland auch schonmal Gruftis genannt.
Am 24. August 2007 wurden die beiden in einem Park von zwei halbstarken Schlägern angegriffen. Zuerst Robert, dann auch Sophie als sie versuchte ihn zu verteidigen.
Beide wurden anschließend schwer verletzt eingeliefert.
Robert überlebte. Sophie nicht. Sie verstarb im Krankenhaus.
Das klingt erstmal nach einem Vorfall wie er oft vorkommt. Das besondere: Die Täter gaben bei den polizeilichen Vernehmungen ganz amtlich an, daß ihr Angriff erfolgte, weil die beiden jungen Leute Gothics waren. Der Haß auf eine andere Subkultur war Motivator.
Klingt bizarr? Zugegeben, gewisse Ressentiments zwischen verschiedenen Subkulturen, meist eher augenzwinkernd, manchmal nen Ticken ernster, hat es schon immer gegeben. Gruftis und Hiphoper waren noch nie die Leute, die sich gegenseitig sonderlich lieb hatten. Aber in den letzten Jahren hab ich selber - selbst bekennender Gothic, was meint ihr warums DARK Tavern heißt - immer mal wieder den Eindruck, daß die Leute sich auch bei uns in Deutschland denken: Gut, man darf keine Homosexuellen, Religionen und Ethnien mehr offen diskriminieren, weil gibt ja Gesetze dagegen inzwischen...aber es gibt ja immer noch Subkulturen. Und wenn die dann noch, wie die Schwarze Szene, auch äußerlich deutlichst abseits vom Mainstream ist - um so besser.
Es fängt bei dem an, wo die meisten sagen: Damit muß man halt leben. Die Grenze von halbwegs berechtigten Vorgaben bezüglich der Kleidung etwa bei Bankangestellten oder Labormitarbeitern hin zu überzogenen, von persönlichen Ressentiments geleiteten Forderungen, die Einmischungen ins Privatleben darstellen, z.B. seitens von Professoren (selbst erlebt) sind fließend. Respektlosigkeiten und behandelt zu werden als sei man irgendwie krank sind dann auch schonmal an der Tagesordnung - viele Homosexuelle durften das wohl durchaus nachvollziehen können.
Unschöner wird es dann schon, wenn man Gespräche in Restaurants oder in der U-Bahn zufällig mitkriegt. In den letzten zwei Jahren ist es mir und Bekannten mehrfach - und das ist neu - passiert, daß man Meinungsäußerungen hörte wie "Gruftis sollte man alle an die Wand stellen" oder "aus dem Verkehr ziehen".
Mag Stammtischgerede sein. Aber wenn sich schon ein Breivik durch rechte Blogger legitimiert fühlte, dann können sich auch Schläger wie die Mörder von Sophie Lancaster durch solche Meinungsbilder bestätigt fühlen - erst recht, wenn sogar Eliten (wie z.B. Professoren) ihre eigenen kleinen Hexenjagden veranstalten.
Es ist wohl vor allem erstmal unsere eigentlich freie und pluralistische Gesellschaft, die schlimmste Auswüchse verhindert. Eine systematische Verfolgung muß wohl keine Subkultur derzeit befürchten - wie es etwa den Swing-begeisterten Jugendlichen im Dritten Reich erging, für die es extra KZs gab.
Aber eine feindliches Klima in der Gesellschaft kann ja trotzdem entstehen und ich finde das keine angenehme Vorstellung. Selbst habe ich schon erlebt, daß es kleinere Übergriffe von Seiten Jugendlicher mit Migrationshintergrund und/oder Hiphopern gegen Gruftis gab. Am Bahnhof Leverkusen Mitte war ich selbst dabei, wie einige Jugendliche uns Gruftis mit Flaschen bewarfen und als "perverse Kranke" beschimpften.
Sorry, da kommt mir die Galle hoch.
Natürlich ich war selbst betroffen. Aber mir käme auch die Galle hoch, wenn ich entsprechendes hören würde, wenn es Übergriffe auf Hiphoper gäbe oder auf Schlagerfans.
Ich möchte keine Gesellschaft, in der ein solches Klima normal wird und sowas hingenommen wird. Mir wird oft gesagt, ich würde das viel zu übertrieben sehen. Mag sein, aber lieber so, als später zu sagen: ich hätte früher den Mund aufmachen können.
Und deshalb zum Todestag von Sophie Lancaster dieser Artikel, bei dem ich mir auch so nen bissel - man merkt es vielleicht - von der Seele schreibe.
Sophies Familie und Freunde haben eine Stiftung gegründet: Sophie-Lancaster-Foundation
Das Ziel der Stiftung ist sich dafür einzusetzen, daß Subkulturen mit Respekt und Toleranz begegnet wird - und das sie auch von Gesetzes wegen vor Übergriffen geschützt werden. Finde ich eine gute Sache. Vor allem, daß die Stiftung sich nicht allein auf Gruftis kapriziert - sondern ganz deutlich allgemein von Subkulturen spricht, auch wenn das Hauptaugenmerk in der praktischen Arbeit aufgrund der begrenzten Mittel auf der Schwarzen Szene zu liegen scheint.
Und mit dem Verweis auf diese Seite möchte ich schließen...mit einer Schlußbemerkung noch:
Respektiert eure Mitmenschen auch wenn sie nicht so rumlaufen wie ihr - solange sie euch respektieren. Es ist das gute Recht eines jeden Menschen so rumzurennen wie er will. Dafür darf niemand zu Tode getreten werden.
In diesem Sinne, eine gute Nacht.
Montag, 22. August 2011
Gaddafi - game over
Es ist tatsächlich soweit! Der Bürgerkrieg in Libyen ist in der finalen Schlußphase, zumindest was den Kampf gegen den Diktator Gaddafi angeht. Noch ist der letzte Schuß nicht gefallen, aber es ist wie April/Mai '45 in Berlin: Es geht nicht mehr darum, ob das Regime verloren hat, sondern nur noch darum aus welchem Loch oder Bunker man den ehemaligen Gröfaz zieht - und in welchem Zustand.
Es wird Zeit, kurz über die damit neu entstandene Lage nachzudenken. Denn einerseits wurden damit etliche Fragen beantwortet - andererseits stellen sich neue.
Beantwortet ist durchaus die Frage danach, ob sich der NATO-Einsatz gelohnt hat. Zumindest fürs erste: Ja. Man wird zwar noch sehen müssen wieviele unschuldige Zivilisten tatsächlich versehentlich von NATO-Bomben getroffen wurden, aber das Kriegsziel der NATO wurde erreicht. Damit wird auch beantwortet, wer seinen Nutzen daraus ziehen wird: Die NATO-Staaten, die mitgewirkt haben. Die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien...sie werden wahrscheinlich von der nächsten libyschen Regierung, den Siegern des Bürgerkriegs belohnt werden. Das wird viele wieder aufregen, die die große amerikanisch-westliche Verschwörung wittern. Hier ist ein ABER angebracht. Nämlich, daß das doch eigentlich egal ist, wenn diese Staaten vom Ergebnis profitieren, drauf geschissen - solange es den Libyern künftig besser geht, sie die erhofften Freiheiten kriegen und ein neues Libyen aufbauen können, wie sie es sich erhoffen. Und ob das klappen wird, wird wesentlich an den Libyern selbst liegen. Das ist die große unbeantwortete Frage: Werden sie das schaffen?
Möglicherweise wird es erste Hinweise darauf bereits geben, wenn Gaddafi gefaßt wird - nämlich dadurch, wie man mit ihm umgehen wird. So verständlich der Gedanke an Rache ist - die Rebellen sollten von ihr absehen, wenn Libyen eine Hoffnung haben soll und den Mann vor ein faires Gericht stellen, am besten wäre wohl Den Haag.
Eine andere Frage ist, wie sich der Sieg in Libyen auf den arabischen Frühling auswirken wird. Er durfte sicherlich neue Impulse für diesen geben, nachdem die Freiheitsbewegung zuletzt etwas ausgebremst schien. Libyen könnte für viele Oppositionelle etwa in Syrien oder auch im Jemen oder andernorts wo die Diktatoren Gewalt anwenden zum Vorbild werden.
Dazu könnte auch gehören, wenn sich der Westen in der Nach-Gaddafi-Ära in Libyen nicht zu sehr in den Vordergrund drängt, sondern im Stillen einfach nur beim Wiederaufbau hilft, wo man drum gebeten wird, dem Westen wieder mehr zu vertrauen und um Hilfe zu bitten. Vielleicht der unwahrscheinlichste neue Impuls, aber kein unmöglicher.
In westlichen Regierungen sollte man sich jedenfalls für den Fall der Fälle überlegen wie man sich dann positioniert. Libyen hat bewiesen, daß man den Oppositionellen durchaus unter bestimmten Bedingungen militärisch helfen kann - und um ehrlich zu sein, wenn man es mit der Freiheit ernst meint, sogar helfen muß.
Das durfte vor allem für unsere pseudopazifistische Bundesregierung eine unbequeme Erkenntnis sein, die sich ja im Frühjahr bequem raushalten wollte.
Wegen der Risiken.
Die libyschen Rebellen haben wohl wesentlich mehr riskiert. Und das nun womöglich nicht umsonst. Sie würden über die hiesige Debatte, ob das Ziele aussuchen an einem Schreibtisch in Neapel eine Beteiligung am Krieg ist wahrscheinlich nur erschüttert und ungerührt die Köpfe schütteln.
Kein Wunder, daß is auch ne Wohlstandsdebatte und das Denken in Risiken statt in Chancen ist so typisch Deutsch.
Das Tavernenteam wünscht dem libyschen Volk jedenfalls alles Gute und drückt die Daumen, daß die letzten Gefechte bald vorbei sind und die Wunden, die dem Land zugefügt wurden, dann heilen können!
Es wird Zeit, kurz über die damit neu entstandene Lage nachzudenken. Denn einerseits wurden damit etliche Fragen beantwortet - andererseits stellen sich neue.
Beantwortet ist durchaus die Frage danach, ob sich der NATO-Einsatz gelohnt hat. Zumindest fürs erste: Ja. Man wird zwar noch sehen müssen wieviele unschuldige Zivilisten tatsächlich versehentlich von NATO-Bomben getroffen wurden, aber das Kriegsziel der NATO wurde erreicht. Damit wird auch beantwortet, wer seinen Nutzen daraus ziehen wird: Die NATO-Staaten, die mitgewirkt haben. Die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien...sie werden wahrscheinlich von der nächsten libyschen Regierung, den Siegern des Bürgerkriegs belohnt werden. Das wird viele wieder aufregen, die die große amerikanisch-westliche Verschwörung wittern. Hier ist ein ABER angebracht. Nämlich, daß das doch eigentlich egal ist, wenn diese Staaten vom Ergebnis profitieren, drauf geschissen - solange es den Libyern künftig besser geht, sie die erhofften Freiheiten kriegen und ein neues Libyen aufbauen können, wie sie es sich erhoffen. Und ob das klappen wird, wird wesentlich an den Libyern selbst liegen. Das ist die große unbeantwortete Frage: Werden sie das schaffen?
Möglicherweise wird es erste Hinweise darauf bereits geben, wenn Gaddafi gefaßt wird - nämlich dadurch, wie man mit ihm umgehen wird. So verständlich der Gedanke an Rache ist - die Rebellen sollten von ihr absehen, wenn Libyen eine Hoffnung haben soll und den Mann vor ein faires Gericht stellen, am besten wäre wohl Den Haag.
Eine andere Frage ist, wie sich der Sieg in Libyen auf den arabischen Frühling auswirken wird. Er durfte sicherlich neue Impulse für diesen geben, nachdem die Freiheitsbewegung zuletzt etwas ausgebremst schien. Libyen könnte für viele Oppositionelle etwa in Syrien oder auch im Jemen oder andernorts wo die Diktatoren Gewalt anwenden zum Vorbild werden.
Dazu könnte auch gehören, wenn sich der Westen in der Nach-Gaddafi-Ära in Libyen nicht zu sehr in den Vordergrund drängt, sondern im Stillen einfach nur beim Wiederaufbau hilft, wo man drum gebeten wird, dem Westen wieder mehr zu vertrauen und um Hilfe zu bitten. Vielleicht der unwahrscheinlichste neue Impuls, aber kein unmöglicher.
In westlichen Regierungen sollte man sich jedenfalls für den Fall der Fälle überlegen wie man sich dann positioniert. Libyen hat bewiesen, daß man den Oppositionellen durchaus unter bestimmten Bedingungen militärisch helfen kann - und um ehrlich zu sein, wenn man es mit der Freiheit ernst meint, sogar helfen muß.
Das durfte vor allem für unsere pseudopazifistische Bundesregierung eine unbequeme Erkenntnis sein, die sich ja im Frühjahr bequem raushalten wollte.
Wegen der Risiken.
Die libyschen Rebellen haben wohl wesentlich mehr riskiert. Und das nun womöglich nicht umsonst. Sie würden über die hiesige Debatte, ob das Ziele aussuchen an einem Schreibtisch in Neapel eine Beteiligung am Krieg ist wahrscheinlich nur erschüttert und ungerührt die Köpfe schütteln.
Kein Wunder, daß is auch ne Wohlstandsdebatte und das Denken in Risiken statt in Chancen ist so typisch Deutsch.
Das Tavernenteam wünscht dem libyschen Volk jedenfalls alles Gute und drückt die Daumen, daß die letzten Gefechte bald vorbei sind und die Wunden, die dem Land zugefügt wurden, dann heilen können!
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